Montag, 24. November 2014

es bringt nicht wirklich was

oder doch? Wenn einer plötzlich die Hutschnur reißt - scheinbar aus dem Nichts heraus - und in der Wohnung herumbrüllt und wütet. Dann die Wut an die Wand drischt, um in einem brüllend lauten Weinanfall zu landen? Den schmerzenden Körper beschimpft und .... eine grottentiefe Trauer sich nach gefühlt mehreren Wochen und zig Fressanfällen einen Weg nach draußen sucht. Wenn Einsamkeitsgefühle wie eine riesige Welle für kurze Zeit alles überschwemmen und am Ende die ohnehin anfälligen Stimmbänder vor Schreck durchhängen ... und eine hustend im Raum steht.
Begossene Königspudeldamen sehen nicht weniger schiete aus. 

Hilf nur abtrocken, aufrichten, Krönchen richten und ... ähm... stumm weit ausschreiten. Mit der Trauer im Herzen und der Angst, dass der Arm nie wieder gut wird. 
Jetzt geht das Weinen wieder los. 

Moment !!! 

kruschel, wisch, zonk, klapp, such, polter, hä?, ruschelraschel... irgendwo ist die Erste-Hilfe-Liste...  

DA! 

* atmen! 
* raus an die Luft
* mich selbst in die Arme nehmen
* Schultern küssen (Tipp von Luisa)
* stumpf einfach was zum Ablenken suchen
* lieb zu mir sein
* innerlich zurücktreten und sehen was ist
* "Rita" lesen 
* ins Licht gehen und Sonne tranken 
(scheint gerade volle Lotte vom blauem Himmel)  

* die Rückmeldungen per Email von Freundinnen und lieben Frauen lesen, die mir warme, ehrliche, lustige, anrührende und so schöne Dinge geschrieben haben auf meine Frage: Was schätzt Du an mir bzw. was kann ich gut oder was macht mich aus
Das war eine "Hausaufgabe" im Seminar. Ein Geschenk für mich. 

Es heißt ja "Erste-Hilfe" und deswegen zieh ich jetzt die Klamotten an, setze meine Mütze auf  (denn meine Haare gleichen heute eine Königspudeldame im Ausnahmezustand)  und nichts wie wech ins Licht. 

Sonntag, 23. November 2014

manchmal

denk ich, lass sie fallen. Alle Pläne, alle Überlegungen, alle Vor-Sorge, selbstaufgestellte (Maß-)Regeln, alle Ideen und das ewig viel zu feinfühlige Sein. 
Hau rein, Frau Oona, mach und fertig. Wo gearbeitet und gelebt wird, da fallen Späne und da geht auch schon mal was daneben. Wie sagte Karl L*agerfeld in der Doku über ihn selbst: "90 % der Dinge, die ich mache, sind für den Papierkorb." 

Manchmal denke ich einfach so: Ess waste willst und bleib wiede bist. Die zehn Kilo weniger machen den Kohl auch nicht fett... urghs. 

Boahr... einfach loslassen und das Leben genießen. Schietegal, ob die Nachbarn blöd sind oder die Eltern abbauen. Ob mich andere nun verstehen oder mögen oder eben nicht. Egal, ob ich im Moment grad nicht weiß, wie es beruflich so weitergehen soll, kann und wird. Schietegal, dass der Körper täglich schmerzt. Was ich im Leben verpaßt habe, dass kann ich eh nie mehr erleben oder wiederholen. Leben geht eben nur JETZT. 

Ha, manchmal denke ich: Ich machst mir bunt, wild und lustig.  

 

Manchmal denke ich: Lass den alten Kram einfach hinter dir. 
Das gelingt mir in den letzten drei Wochen erstaunlich und befreiend gut. Spürbar. Etwas ändert sich. Reiki sei Dank. 
Der Weg zu bunt, wild und frei liegt in der Vergebung.  

Samstag, 22. November 2014

Freitag, 21. November 2014

die Stadt

Beim Blick raus sehe ich heute nur tiefen Nebel und eingehüllte Baumkronen, die noch erstaunlich buntgefärbt sind. Im November. Und wieder hatte ich den Satz im Kopf: "Der Nebel drückt die Dächer schwer..." 
Hmm. Wo habe ich diesen Satz her? Plötzlich fiel es mir ein. Von der CD "Meer Lieder" der Gruppe Hafennacht eV. Bei meiner Suche nach schönen alten CD´s, welche ich hören kann statt Radio(werbung), habe ich sie vor einiger Zeit wiedergefunden. Neben anderen Schätzchen. Auch die zwei CD´s mit Weihnachtsmusik. Öhm... Warten wir zusammen auf George Micheal. Hihihi... 

Jedenfalls habe ich im Internet gesucht nach : "Der Nebel drückt..." und siehe da. Theodor Storm "Die Stadt". Guckst Du HIER. Bestimmt habe ich das Gedicht schon vorher gehört. Gedichte mag ich. Ich freu mich, dass ich nun ein paar Hintergrundinformationen im Internet gefunden habe. 

Die Musikgruppe "Hafennacht" hat das Gedicht von Herrn Storm sehr schön vertont, wie ich finde. Hat der nicht auch das mit dem Gaul geschrieben? *hüst* Lese ich nach. Später.

Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn' Unterlass;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.


Übrigens habe ich früher oft vertonte Texte und Gedichte gehört. Darüber schreibe ich ein anderes Mal, denn ich will jetzt an die Luft. Vielleicht läuft mir ein Stück Kuchen über den Weg. Später soll es Guido geben. Dazu könnte ich jetzt auch noch Romane schreiben. Und über den Wunsch vieler Frauen dann doch Schriftstellerin zu werden. Und mein Impuls durch eine Gespräch... und ich könnte schreiben über Kiel, Karl Lagerfeld, Bücher, Mode und ... 
Abschließend nun dies: ich bin weiterhin Hörerin des Kultursenders und echt angetan. Das Angebot an Informationen und Musik ist vielfältig und angenehm. Merke: Veränderungen sind gut. 

Der Nebel drückt die Dächer schwer und Frau Oona auf den Auslöser der Kamera...  





Donnerstag, 20. November 2014

seismographischer Körper

Hm… es ist schon eine Herausforderung, wenn eine so wie ich einen seismographischen Körper hat. Wenn ich die seelische und emotionale Überforderung der letzten elf Tage nicht schon an extremer Müdigkeit gemerkt hätte, dann wäre ich ohnehin spätestens heute am Anerkennen nicht drum rum gekommen. Ich verzeih mir, dass ich etwas länger gebraucht habe. 


Das Gute ist, dass ich auf dem nach Hauseweg vom Seminar fast umgehend die "michingedankenniedermachflut“ erfassen konnte. Sie somit eindämmen. Bevor sich die Verzweiflung richtig Bahn brechen konnte. Dieses Denken – totales Gedanken- und Gefühlschaos – entsteht meistens sehr kurz nach solchen intensiven Treffen. Jetzt mehrere Tage am Stück kompaktes Sein / lernen / Reizüberflutung. Dazu noch andere Seelenarbeite… die Reaktion darauf ist ein Muster. 
Atmen. Meine wilden Gedanken unter Kontrolle bekommen. Mir im Mantra sagen: „Alles ist in Ordnung. Ich habe nichts falsch gemacht.“ Welche das konzentriert und mit festem Wunsche wieder und wieder und wieder es wiederholt (wieder holt), die hat keine Zeit und Raum was anderes zu denekn. Ist anstrengend! Sowas von. Aber alles andere ist auch anstrengend UND absolut destruktiv. Brauch ich nicht. 


Neben aufkochender Aggressivität (hat nichts mit der Gruppe zu tun) stellte sich noch fieses Bauchweh ein. Holla, die Waldfee.
JA !! Ich habe es verstanden. Zuviel.

Nachdem ich mich durchgerungen hatte vorhin ins Bett zu gehen, fiel ich in tiefen Schlaf. Erwachte mit dem Wissen, dass ich jetzt drei Tage für mich habe ohne Termine oder Treffen. Ich kann ausruhen. Mich wieder zentrieren. 

Solche Seminartage (mit biografischer Arbeit) sind schon für Menschen ohne hochsensibel zu sein erschöpfend. Ich habe mich sehr gut „gehalten“ und das Beste, was möglich ist/war, geschafft.

Auch die kleinen „Ent-Täusch-ungen“ bzw. Zurückweisungen in verschiedenen Zusammenhängen über die letzten Tagen kann ich sehen. Das ist Teil des Lebens. 
Eine Freundin schrieb mir heute: „Nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.“ (Das von mir und von anderen) Und das mache ich jetzt. Nicht jeden „Kram“ annehmen. Das Leben ist zu kurz, um meine Energie da hineinzugeben. Loslassen und ferdisch. 

Um eine meiner Lieblingsautorinnen (Luisa) zu "zitieren": 

Ich bin die Königin in meinem eigenen Reich. 
Ich bin eigen-mächtig. Und niemand hat Macht über mich. 
Ich achte mich selbst, dann werde ich geachtet.  




Trotz des Bauchwehs mache ich mir heute nach Tagen mit Brot und Jogurt etwas Warmes und Nährendes zum Abendessen. Am Wochenende versuche ich mich auf die grundlegenden Dinge zu konzentrieren. Und nur auf die.  :O) 
Ausreichend Schlaf. Reiki. Gutes Essen. Lesen. Frische Luft. Weniger Reize aller Arten und vor allem Bewegung. 
Es darf leicht sein. Alles mit dem Wissen, dass ich in den letzten elf Tagen was geschafft und gearbeitet habe. Wertschätzung des Eigenen ist das A und O. Auch bei der Berufsfindung. *lächel* 

Ach, es fehlen hier bunte helle Bilder. Finde ich. 
Die Sonne ist seit einigen Tagen „vernebelt“ und hinter Wolken gebunden. Die nächsten Tage kann ich mittags an die frische Luft und bei dem meisten Licht des Tages neue Fotos machen. 
Versprochen! 
So. Ab in die Küche. 

Mittwoch, 19. November 2014

ich lerne

Im Moment noch eher andere Dinge als gedacht. Im Seminar geht es seit fünf Tagen um B*iografie-Arbeit, die nach zwei Wochen in die - so hoffe ich - mehr praktische, handfestere Arbeit mündet. 

Was mir die Tage bewußt - und mir auch von verschiedenen Frauen im Seminar rückgemeldet wird - ist, dass ich mit einer großen und ruhigen Klarheit mein bisheriges Leben nachfühlen, betrachten und erzählen kann. Bisher kann ich in mir keine massive, großräumige oder ungute Gefühlsschwankungen wahrnehmen.
Außerdem kann ich entspannt und mir gegenüber selbst wertschätzend erkennen / wahrnehmen, wie weit ich auf meinem ureigenen Weg schon gegangen bin. 
Wie schrieb mir heute A. so fein: "Welche schöne Samen sät, die hat später einen bunten Blumenstrauß im Arm."  

In der heutigen Stunde mit meiner p*sychologischen Begleiterin kam eine Aussage von ihr, an der ich im ersten Moment nagte. So etwas Wesentliches und ich müßte doch..., dachte ich. 
"Also das, liebe Frau Oona, das können Sie getrost unter (jetzt fällt mir das Wort nicht ein.... sinngemäß... ) Blödsinn einordnen." 
Auf dem Weg zur Straßenbahn kam mir in den Sinn: "Verdammte Axt. Sie hat Recht. Damit habe ich mich Jahrzehnte aufgehalten. Tatsächlich ist xyz schlichtweg nicht meine Schuld." 
Es könnte sein, dass ich mitten auf der Straße echte Bauklötze gestaunt habe. *lach*

In einem vorgestrigen Telefonat mit einer klugen Frau erzählte ich ihr, dass ich schon länger festgestellt habe / weiter feststelle, dass ich kein Interesse mehr daran habe alte Kamellen, zusammen gezimmerte Glaubensmuster und Geschichten mir selbst oder anderen (neuen) Menschen weiterhin zu erzählen. 

Das fühlt sich gut an. Es entsteht nach dem gefühlten inneren und äußeren Aufhören damit altem Mist wiederzukäuen (in erstaulich vielen Lebensbereichen) eine Art... hm... Leere. 
Diese empfinde zurzeit nicht als bedrohlich. Ungewohnt. Offen. Irgendwie spannend und es ist neu. Schön. 
Um einem anderen Menschen nun etwas zu einem meiner Lebensbereiche mitzuteilen, fordere ich mich vorher selbst auf zu lauschen und zu forschen, wo ich gerade bin / stehe oder was ich gerade heute brauche. Das fühlt sich an, wie wenn ich neues Land betrete. Völlig frei in der Wahl der Richtungen und des Tempos.
Ob das nun hier verständlich ist? Nun ja. So schauts aus. 

Irgendwo las ich, dass wenn eine immer dasselbe / gleiche denkt und macht, sie nicht erwarten kann, dass etwas Anderes oder Besseres dabei herauskommt als bisher. 
Das finde ich überaus logisch. 
Es tauchte die Frage nach einem L*ebensmotto auf. Vielleicht sollte ich das zu dem alten Motto hinzufügen: Ein Leben ohne Torte ist möglich, aber sinnlos. 

Mir fällt noch ein, dass ich die Leiterin des Seminars als sehr erfahren, wohlwollend und hilfreich empfinde. Einiges was sie sagt, ist so auf den Punkt gebracht und für mich zumindest be-merkens-wert. Leider kann ich das hier nicht notieren. 

Ahoi 
und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel wünscht euch 
Oona

Dienstag, 18. November 2014

an Bernadette, die Frau mit der Wolle

Liebe Bernadette (aus der Schweiz), ich weiß nicht, ob Du hier noch liest. Du hattest mir im Oktober 2013 ein großes Päckchen geschickt mit schöner Wolle. Darüber habe ich mich so gefreut!! So viel Wolle, die Du mit Bedacht ausgesucht hast und die Farbauswahl nicht schöner hättest treffen können. 
Mir wurde jedoch klar, dass richtig schönes Stricken ohne Gleitsichtbrille nicht mehr möglich ist und das ich nicht alle Wolle auf der Haut mag. So steht das rote Paket in einer Ecke der Wohnung, wo die Wolle nicht besser wird. 

Seit einiger Zeit überlege ich, was ich mit diesen Wollgeschenk von Dir machen kann. Einfach so verschenken an irgendjemanden will ich es nicht. Nun habe ich im Seminar eine sehr nette Frau kennengelernt, die mir von ihrer Freude am Stricken berichtete. Dazu will sie zeitnah Wolle kaufen, um ihren Liebsten dieses Jahr zu Weihnachten mit Liebe gestrickte Werke zu schenken. 
Morgen werde ich ihr Deine Wolle schenken. Ich hatte die Farben heute Morgen fotografiert und ihr auf dem Smartphone gezeigt, damit ich das Paket nicht mitnehme und ihr die Wolle nicht zusagt. Sie ist ganz begeistert, liebe Bernadette! 
So hoffe ich, dass es für Dich in Ordnung ist, dass die Wolle nun ihrer Bestimmung entgegenstrebt. 

Ich grüße Dich über die Grenze. 

Oona
 

Montag, 17. November 2014

untypisch

Auch nach vielem drücken, ziehen, drehen und quetschen an meinem linken Arm, konnte der Orthopäde nur die Stirn runzeln. Mehr oder weniger dezent. 
"Das ist alles sehr untypisch." Erwähnte er mehrmals. 
Typisch wäre ein "Tennisarm". Irgendwie ist der Schmerz so zu gar nichts passend. "Oder ist es der Knochen?" fragte er mich. Nun. Ich dachte ganz leise: "Wenn ich das wüßte, dann säße ich nicht hier." Schwamm drüber. 
Also bin ich am Nachmittag ganz frisch durchleuchtet - die Knochen sind tippitoppi - und ganz ohne irgendeinen Befund noch einer Behandlungsidee nach Hause gefahren. 

Tja... auf jeden Fall hat es nach oben beschriebener Untersuchung dann so richtig Schiete wehgetan.