Montag, 27. Februar 2017

ditt un datt

(dies und das) … und das fing um 07:00 Uhr an. Damit ich nicht so viel vom Tag verplemper, habe ich mir überlegt – strukturtechnisch – dass es sinnvoll wäre immer zur gleichen Zeit aufzustehen. Tja. Bedeutet dann aber auch, dass ich mind. 16 Stunden am Tag den Tag gestalten muss. Also habe ich die Uhrzeit auf 08:00 Uhr verändert. 
Zudem bin ich nach dem Tag heute erschöpft und müde. Wehn stört es, wenn ich neun Stunden am Tag schlafe? Niemanden! 
Morgens bin ich zum Bäcker, um eine andere, neue Brotsorte zu kaufen. Das ging fix schon schief, weil es a) blöd zu schneiden war - nicht nur weil zu frisch - und b) es nach nichts schmeckte. Prächtig. 


Zum Frühstück also ein langweiliges Dinkel-Roggen-Brot mit Rühreiern. Der H*öhepunkt des Tages kommt nach dem Frühstück: mein selbstgeklöppelter Cappuccino und dazu ein Kartenspiel in der muckeligen, warmen Küche. Die geführte Meditation von der CD funktionierte 10 Minuten lang nicht, weil ich Rückenschmerzen hatte. Seltsam.

Weil ich wieder im St*ellenmarkt nichts gefunden habe, rief ich – mit ungutem Gefühl – eine Z*eitarbeitsfirma an. Denen schickte ich meine Unterlagen zu. Am Nachmittag wurde ich angerufen und ich habe nächste Woche ein V*orstellungsgespräch. Nicht das die heutzutage jede/jeden nehmen. Ich wurde von zwei P*ersonal-D*ienstleister abgelehnt. Vermutlich lag es am Alter und an dem mangelhaften Englisch. Mein Ziel ist es über so eine Firma in eine Festanstellung zu kommen. Es ist ein Versuch. Wenn die mir blöd kommen, dann nicht. Fertich.
Struktur: Wäsche gebügelt und Küche aufgeklart.

Am Nachmittag ging es mir nicht gut. L*uftnot, P*anikattacke und so. Dermaßen traurig. An manchen Tagen überrollen mich die Gefühle. Das hat was mit dem zu tun, was ich denke. Aber gefühlt ist es eine Grundströmung. Ich vermisse meine Mutter sehr.

Zum Glück konnte ich mich beruhigen, etwas besser atmen und mich dazu bewegen eine halbe Stunde an die frische Luft zu gehen. Spazieren gehen tut mir immer gut. Dabei wurde mir klar, dass ich wieder in alte Muster gerutscht bin, welche mich mürbe machen und die Ängste schürt. Ab jetzt schaue ich „nur noch“ am Dienstag und am Freitag in die St*ellenmärkte im Internet. Ansonsten: abschalten.

Beim Spaziergang kam ich zufällig bei dem Optiker vorbei, wo ich im Grunde schon seit Tagen hingehen wollte. Wieder fand ich es dort ungut. Zumindest ist die Brille nun wieder fest und gerade. Meine Cousine K. will die Tage zu einem neuen Optiker. Ihr Bruder hat dort seine neue Brille her und ist sehr zufrieden. 

Bei der Heilpraktikerin habe ich nächste Woche einen Termin. Die Liste der Gründe dort hinzufahren wird länger als gedacht. Einen Termin für eine neue Stunde mit der Alexander-Technik habe ich mit M. ausgemacht. In diesem Bereich habe ich bei all den Geschehnissen der letzten fünf Wochen zwei Schritte zurück gemacht. Wobei ich die fast täglichen Körperübungen erneut aufgenommen habe. Mit dem Aufrichten klappt es nicht so gut.
Verspannungen halt. 
Geplant war Szegediner Gulasch und das habe ich mittags auch zubereitet. Watt mutt, datt mutt. Aber gegessen wurde am Abend. 

 
 

Die zweite Portion habe ich eingefroren, weil ich mich bemühen musste überhaupt etwas zu essen. Für morgen habe ich eine Idee. Da ich früh Besuch bekomme, muss ich sehen wieviel Kraft noch da ist, um am Nachmittag einkaufen zu gehen.

Was ist nur los?? Als wenn jemand meinen Stecker gezogen hat… Noch drei Stunden. Ich bin soooo müde und der Tag nimmt und nimmt kein Ende.

in der Basis-Station

Hier meine Ausgangssituation. Aufgenommen gestern Abend nachdem ich den Kühlschrank und das Vorratsschränkchen aufgeräumt hatte. Im Gefierfach liegt ein Kühlkissen. Ansonsten habe ich keine weiteren Lebensmittel in der Wohnung. Außer noch etwas Tee in Beuteln, Knoblauch, Standard-Gewürze und feine Haferflocken. 







Außerdem habe ich meine Küche aufgeräumt, alles abgewaschen und zudem habe ich nur einziges Kochbuch gefunden, wo ich Rezepte drin gefunden habe, die ich kochen kann. Nun ja. Ein Anfang. 
Für heute habe ich mir S*zgediner Gulasch vorgenommen. Das mag ich sehr, Sauerkraut vertrage ich erstaunlicherweise gut und ich mag gutes Kartoffel-Pü. Ein Essen für zwei Tage. 

Sonntag, 26. Februar 2017

neuer Titel für diesen Post

Früher ging es bei Ernährung / Lebensmittel nur um das Abnehmen. Seit ich 12 Jahre alt war, ging es immer nur um das Körpergewicht. Übrigens etwas, dass sich über alle meine Familienverbünde in jeglicher Richtung konsequent all die Jahrzehnte erhalten hat. An meinem / dem Gewicht und somit auch meinem Aussehen war stets eine unfassbar große Tragweite gebunden. Hat erstaunlich vieles in meinem Leben so beeinflusst, dass ich bis heute die Folgen spüre.

Welche sich jetzt nicht in der (realen) Welt „bewegt“ und lebt, die spürt ihre F*esseln nicht. Darum ist in den letzten ca. drei Jahren scheinbar etwas Ruhe bzgl. Gewicht und mein Aussehen eingekehrt. Aber wie geschrieben: Welche sich nicht bewegt…


Das „Essen“ nicht das Problem ist (die Ess*störung habe ich seit 30 Jahren) oder was gesundes Abnehmen beinhaltet = weniger Kalorien am Tag zu sich nehmen als der Körper verbraucht, das weiß ich.

Schon viel zu lang ist es so, dass ich sehr selten ein warmes Essen zu mir nehme und mich durch den Tag mit „Essen“ irgendwie durchhangle. In den letzten zwei Monaten ist das alles noch wesentlich schlechter geworden. Ich spüre die meist inhaltslose Ernährung und ich verspüre körperliche Schwächen. „Gute“ Ernährung ist für den „Motor“ -  für meinen Körper und für meinen Verstand – überlebenswichtig. Punkt!  
Und nie scheint es zu passen, um mit den Veränderung anzufangen. *lächel* Dabei habe ich ansonsten die perfekten Voraussetzungen. Eine Küche mit Herd *knigger*, ich brauche nur für mich kochen und muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Ich habe Zeit, ausreichend Geld und dazu viele Möglichkeiten mir gute, frische Lebensmittel einzukaufen. Sofern eine heutzutage überhaupt noch wirklich (!)  „gute“ Lebensmittel käuflich erwerben kann.


Die Veränderung wird zudem behindert ;-) weil ich von meiner Mutter (eine wahre Könnerin) nicht übernommen habe, wie eine strukturiert einzukaufen geht, vorkocht oder gar einweckt. Ich kaufe das Nötigste ein für max. zwei Tage. Unteranderen weil ich stets den Luxus hatte/habe, dass mehreren Lebensmittel-Läden und Wochenmärkte in der Nähe sind.

Was ich nie hatte ist ein „Vorratsraum“ für Lebensmittel. Wobei für frische Lebensmittel müsste der nun nicht so groß sein. Außer Artischocken-Herzen, Birnen und Sauerkraut kaufe ich nichts in Konserven und nichts in Gläsern. Das liegt an einem Erlebnis in meiner Kindheit. Meine Mutter fand in einem Glas Champions mehrere Glasscherben, obwohl das Glas heil war. Das Bild habe ich noch heute vor Augen. Frau Oona meidet Lebensmittel aus Gläsern. Seufzt.
Das Leben mit sehr sehr vielen Ängsten habe ich u.a. von meiner lieben Mutter geerbt.

Heutzutage, wo ich seit langer Zeit jede Menge Zeit an den meisten Tagen habe, ist es natürlich möglich oft einkaufen zu gehen. Wenn ich dann wieder 20 oder 30 Stunden zur Arbeit gehe (auch so eine Essens-Bausstelle !), dann kriege ich das Kochen oder das Vorbereiten von Mahlzeiten gar nicht hin. 

Oft in Einkaufsläden rumzulungern ist im Grunde echte Zeitverschwendung und dazu nervig. Denn nie habe ich einen Einkaufsplan in der Hand. Ziellos und ideenlos streife ich umher. Ehrlich. DAS nervt und frustriert mich total. Abends ist der Kühlschrank leer und ich esse irgendwas oder nichts.


Einer der Hauptgründe für mein ungutes Essen und Essverhalten sind sicherlich das jahrzehntelange für mich allein kochen und das allein essen. Der andere Grund ist: Das mich Essen fast immer langweilt. Was aber auch kein Wunder ist! Seit 2002 ist mein Lebensmittelauswahl dermaßen eingeschränkt. Zwischendrin mehrere Jahre geradezu winzig. Keine Obst, kaum Gemüse, kein Weizen, keine Milchprodukte. Sehr viel habe ich mir wieder zurückerobert und darauf bin ich stolz. Meine H*eilpraktikerin hat mir dabei gut geholfen und die T*raumatherapie im weitesten Sinne.

Das eine sind Unverträglichkeiten wie z.B. Gewürze oder Essig/Säure durch den chronisch kranken Magen (weiß ich seit vier Jahren) und das andere ist die noch dazugewonnene Angst vor Lebensmitteln, die bei mir Allergien auslösen könnten. Die Gründe, wieso es dazu kommen konnte, die weiß ich seit drei Jahren. Doch es ist so schwer mich wieder an „fremde / neue“ Lebensmittel heranzuwagen. Mein Verstand weiß, dass ich bei „neuen“ Lebensmitteln nicht von den Symptomen einer Allergie oder einer Panikattacke unterscheiden kann. Z.B.  aß ich vor einem Jahr oder so mit C. bei Ikea zu Mittag. C. entschied sich für Lachs. In einem Anfall von Mut habe ich ein kleines Stück von ihrem Lachs probiert. C. ist eine gute Beobachterin und sie sagte mir später, dass man die Angstzustände im Gesicht und am Körper deutlich sehen konnte. Ich konnte weiter atmen. Das Gute an der Geschichte war, dass ich mich von der Vorstellung befreite, dass ich endlich Fisch essen sollte, weil Fisch ja gesund ist. Ich mag schlichtweg den Geschmack von Lachs nicht.

Wäre ohne das wenige Fleisch, welches ich esse, meine Auswahl an Lebensmitteln nicht noch kleiner, würde ich gar keine Tiere essen. Fische sind im Übrigen für mich auch Tiere. Andere Geschichte. Jedenfalls ist es trotz aller mangelnden Auswahl eine bewusste Entscheidung von mir keine Schalentiere oder Fisch zu essen. 
Weil ich bzgl. der Lebensmittelauswahl eingeschränkt bin  – also aus verschiedenen Gründen –  ist es kein Wunder, dass mich das wenige und stets gleiche Essen einfach schlicht auch langweilt. Ich habe es sowas von über. Das sind doch keine Freude und kein Genuss. Wieso sollte ich kochen bzw. mir Essen zubereiten?  
Dabei bin ich der Welt voller wunderbarer (und mir noch völlig unbekannter) Lebensmittel und Rezepte aufgeschlossen. Interessiert. Vielfalt. Bunt. Frisch. Jedenfalls in meinem Leben in meiner Stadt.
Ein weiterer Punkt ist, dass mir vieles nicht schmeckt. Booahh… ja. Ich weiß. Wenn ich im Anfall von Achtsamkeit das, was ich esse, wirklich bewusste esse bzw. schmecke, dann ist auch Schokolade iieehhh… oder Kuchen und Torte. Oder Kekse. Äh… ja … tja. Das ist doch nicht so erfreulich und ehe eine sich versieht, wird nicht wirklich bewusst gegessen. Andererseits erklärt es der aufmerksamen Leserin, warum Frau Oona bei all dem Mangel an Nahrung dennoch nicht elfenhaft schlank ist.
Doch. Ich mag schon Kuchen und Torte. Aber nur sehr !! selten ist Kuchen/Torte wirklich schmackhaft. Und auch nur, wenn ich nicht schon viel Zucker gesessen habe.
Was zudem nicht günstig ist für meinen Körper, die Seele und den Verstand, dass ich unregelmäßig und oft zu wenig esse. Das löst häufig entweder (nur noch selten) irgendwann einen Essanfall aus oder aber mir wird kodderich oder bei einem ganz schlechten Lauf bekomme ich starke Kopfweh oder M*igräne. 
Das mit der  M*igräne  (Klick) wurde mir erst bewusst, als ich davon bei den  „Er*nährungs-Docs“  (klick) im NDR sah. Ich schaue mir diese Sendung an – gern auch in der Mediathek ein zweites Mal  - und lerne. Spannend. Ich bin ganz angetan davon. Dabei wird mir noch mehr bewusst, was für einen Schindluder ich mit meinem armen Körper betreibe. Natürlich erhöhen solchen Sendungen mit „guten“ ÄrztInnen meinen inneren Druck endlich zu handeln. Was mich zudem sehr bewegt und motiviert ist der Verlauf der Gesundheit meiner Mutter.

Also… Frau Oona braucht einen Plan. Mit viel Verstand und Bauchgefühl. ;-)  Einen Er*nährungsplan mit Blick auf die Ess*störung und die Ängste. Das ist gefühlt fast so wie eine Besteigung des K*angchendzönga. Das bedarf einer gewissen Planung und einer Ansammlung von Realitätsbewusstsein. *lach* 
Doch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. 

Fortsetzung folgt...

Freitag, 24. Februar 2017

Ch*amäleon-Jacke

Am letzten Freitag habe ich mir eine  S*oftshell-Jacke  (klick) gekauft. Mir gefiel die Farbe und dass sie keine Klettverschlüsse hat. Lang genug am Po und an den Armen. Ich habe nämlich lange Arme. Oft hängt bei einer Jackenanprobe unten noch´n Meter Arm raus. 
Jedenfalls gab es die passende Größe. Obwohl ich nie so recht weiß, wann eine Jacke zu groß oder zu klein ist. Seltsam. Ist aber so. Die Verkäuferin sagte, dass sie passt. Nun ja. 
Ich habe mir angewöhnt, dass ich neue Kleidung immer erst einmal eine Woche in der Bude hängen lasse. Mit "Schnipsel" dran und schön ordentlich. Leider habe ich noch lange nicht genügend Kleidungsstücke und Schuhe zurückgebracht. Wie auch immer. Ich haderte am Preis und an der Farbe. Soll ich mir wirklich so eine Farbe kaufen?? Obwohl die mir extrem gut steht? 
Im Laden habe ich sie als "apricot" gesehen. Zuhause war ich mir nicht so sicher, ob die Jacke nicht während des Transportes von P & C nach Hause die Farbe gewechselt hat. Hm... Am nächsten Morgen war die Jacke definitiv "orange". Das schrieb ich C. umgehend. Eine Ch*amäleon-Jacke!! Für 130 Euro. Quasi ein Schnäppchen. 
Gestern kam eine meiner beiden modebegeisterten Freundinnen zu Besuch. Irgendwann erzählte ich von der Jacke. Als ich ins Wohnzimmer mit der Jacke - im Stil eines O*stfriesennerzes - zurückkam, da schaute G. nur kurz und sagte begeistert:  
Koralle !!!!
So. Nun hat das Kind einen Namen. Koralle. Das passt.
G. war begeistert von der Farbe und dem Kleidungsstück. Sie erzählte mir, dass die Klamotten der hamburgischen Firma "d*erbe" zurzeit mega angesagt sind und auch der Stil dieses Regen- Mantels (!). Deswegen länger über den Po und so. G. versichete mir, dass der Mantel perfekt passt und mir die Farbe sehr gut steht. Hatte ich erwähnt, dass die weißen Knöpfe schöne Anker drauf haben und das "Futter" innendrin marineblau ist?  *klimper mit den Augen*
"Nimm den Mantel und schneid endlich den Schnipsel raus." riet mir G. energisch. 
Äh... vielleicht mache ich das auch. *lach* 

Gleich geht es zu meiner Freundin B.K. aufs Land. Die Freundin, die ich schon 38 Jahre lang an meiner Seite weiß, hat heute Geburtstag. Zeit für ein Käffchen.  
 

Donnerstag, 23. Februar 2017

die schönen Momente

Es regnet draußen in einem wech. Unschön. Später als gedacht bin ich in die Klamotten - wohl der, die gute Regenklamotten hat ! - und wollte zur Arztpraxis gehen, um einen Termin für die Blutabnahme zu machen. Habe ich übrigens in einer Woche. Die Heilpraktikerin hat Urlaub. 
Jedenfalls traf ich im Hausflur die Nachbarin mit dem Baby. Wir sprachen eine zeitlang - das Baby schlief der Schlaf der Erschöpften nach einem pieksigen Kinderarztbesuch - und es war ein ganz angenehmes Gespräch. Sie fragte nach, was denn passiert war vor drei Wochen. Als ich bei ihnen klingelte und fragte, ob mich ihr Mann sofort zum Bahnhof fahren könnte. Was er ja zum Glück tat. 
Ich erzählte, dass meine Mutter an dem Tag verstorben ist. Sie war gerührt und bekam Tränen in die Augen. Mitgefühl tut gut. Sie lud mich ein "runter" zu kommen, wenn mir nach reden ist oder ich etwas brauche. Ist das nicht freundlich? 
Das sind die Momente, die mich nicht die Hoffnung verlieren lassen. Das "dick eingepackte" Baby ist so süß und immer noch ganz klein. Mein Herz ist erfüllt von Licht und Freude. 

Ich habe ein wenig Kuchen eingekauft, die passende Milch und Wasser, damit es G. nachher an nichts mangelt. Wahrscheinlich muss ich die Gute erst einmal trocknen bei dem Wetter. *lächel* 
Jetzt endlich an die Putzlappen und später entspannt einen Cappuccino trinken, meinen Flunken (Fuß) hochlegen und eine gute Zeit mit G. haben.
Prächtig. 

Mittwoch, 22. Februar 2017

eine muss halt nur drauf kommen

Meine Nerven. Leute. Das ist nicht lustig. Bevor ich euch lange mit Geschichten aufhalte, hier gleich die wahrscheinliche Lösung: Schilddrüsenunterfunktion, Eisen- und Vitamin B12-Mangel und dazu zuviele Kohlehydrate. Schuldig befunden von mir im laufe des Abends für das ganz fürchterliche "zucken" meiner Beine. Sobald ich nur im Ansatz zur Ruhe komme. Heute ging das Gezucke sogar in der Straßenbahn los, als ich vom Bahnhof nach Hause fuhr. Schuldig für die erneute Müdigkeit und Schwäche. Den tüddeligen Kopp und den neu aufflammenden Schmerzstellen im Körper. Knie, Rücken, Zeigefinger (der war am Morgen kaum zu bewegen) oder Zahnschmerzen. Überall. Die Nerven. Dann bin ich dermaßen unter Spannung... 
Ich dehne die Bein- und Rückenmuskeln fast jeden Tag und dennoch werden sie von Tag zu Tag noch festzugezurrter. 
Und ich habe seit Jahren ein wenig Schwierigkeiten mit dem Atmen. Nichts Neues. Eine gewöhnt sich an ersatunlich vieles. Weil ich jedoch nun weiß, dass eine der Erkrankungen meiner Mutter vererbbar ist, werde ich mich jetzt drum kümmern.
Dann sind da noch die Zahnärztin und weitere "Baustellen". Z.B. die Ernährung. Grottig. Gar nicht gut.

Als erstes versuche ich einen Termin bei meiner H*eilpraktierin zu bekommen.  

Tagsüber war ich in Bremerhaven. Zum Glück kommt das Sturmtief erst Donnerstag. Heute war es am Morgen auch alles andere als nett.... bbbrrhrr... Sonst ist es in der großen Wohnung meiner Eltern stets etwas frisch, aber weil Vattern es "auf einmal" warm brauchte, fuhr die Heizung hoch und ich konnte eine meiner Strickjacken ausziehen.  ;-) 

Montag, 20. Februar 2017

erneute Ü*berprüfung meiner Sichtweisen

Das darf alles sein: Traurig. Ja. Verlustgefühle. Ja. 
Eine "dep*ressive Verstimmung" wird wohl dabei sein. 

Doch ansonsten sind es die Gedanken (-muster) und Sichtweisen auf mich, mein Leben und die Lebenssituation, die mich zurzeit ins "dunkelgrau" ziehen. Vorhin fühlte ich deutlich, dass mich die momentanen negativen und unkontrollierten Gedanken absolut nirgendwo hinleiten/hinbringen, wo ich sein möchte, will ich versuchen meinen Focus auf das zu lenken, was in meinem Leben gut war, gut ist und was ich für Möglichkeiten habe. Was mir fehlt ist mehr Mut, Zuversicht, Kraft und Helligkeit. 

 

Sonntag, 19. Februar 2017

Paar auf der Parkbank

Dieses Foto aus meinem Archiv von 2010 zeigt eine alte Holzbank auf dem R*iensberger Parkfriedhof. Ich habe das fotografiert, was ich sah. Die Bank stand unter einem alten Fliederbaum. Die Jahreszeit ist somit zu erkennen... 


(zum Vergrößern bitte anklicken)

*

ein Sonntag ohne Kuchen

geht im Grunde und überhaupt gar nicht. Deswegen bin ich gestern Abend - nach einem langen Tag bei meinem Vater - spontan in den Einkaufsladen und ergatterte noch ein paar Äpfel, ein Stück gute Butter und gemahlene Mandeln. Der gemütliche Nachmittag mit Cappuccino, duftenden Apfelkuchen und ein wenig fernsehen ist gesichert.
Bei meiner selbst erstellten Kuchen- und Gebäckauswahl ist massiver Handlungsbedarf zu verzeichnen. Das bemerke ich besonders, wenn ich auf meiner Runde durch meine Lieblingsback- und Kochblogs an Fotos von traumhaften Kuchen und Torten kleben bleibe. Ein Leben ohne Torte ist möglich, aber sinnlos. Hüst.
Jedenfalls habe ich heute Morgen auf dem Blog „Zucker, Zimt und Liebe“ eine  Zitronenrolle mit Käsekuchen-Füllung  (mit einem Klick zum Post) entdeckt. Mir lief umgehend das Wasser im Mund zusammen. 
Ich mag den Geschmack von Zitronen so gern. Dazu die Farbe, der Geruch und die Form der Zitrone. Allein das wäre ein Grund nach Süditalien zu reisen! Auf arte sah ich vor einiger Zeit eine Wander-Doku. Eine der Wanderung führte den Journalisten zur weltbesten Zitrone. Da geht mir das Herz auf. Diese Landschaft.

„In Italien wandert Bradley M*ayhew die A*malfiküste südlich von Neapel entlang, wo uralte Pfade traumhaft schöne Dörfer und Städte verbinden. Immer wieder führt der Weg durch Zitronenhaine, in denen die aromatischen S*fusato-Zitronen wachsen. Von einem Händler erfährt Bradley das Rezept für den Zitronenlikör L*imoncello.“ Text von der arte-Homepage

Was mich am Backen (und dem Kochen) hindert ist meine Küche. Ich habe kaum Arbeitsfläche und wenig Kochutensilien, weil ich die nicht lagern kann. Dann ist viel Licht nur selten in der Küche vorhanden. Natürlich könnte ich die Küche dahingehend verändern, dass ich mehr Arbeitsfläche und etwas mehr Stauraum hätte. Lampen sind käuflich zu erwerben. Jedoch ist meine Küche weiterhin der einzig gemütliche Raum in meiner Wohnung. Ich liebe meine Frühstücksrituale am alten großen Küchentisch. Der zu tief ist, um gut längere Zeit an ihm back- und kochtechnisch zu arbeiten.

Die andere Hürde: Irgendjemand muss das Backwerk essen und da ich mich nur schwer beherrschen kann bei leckerem Kuchen... hm... dann würde ich womöglich dicker und kann ich nicht mehr die Berge in der A*malfiküste hoch. 
Ihr versteht mein Dikemma.  *lächel*

Heute ist es draußen sehr grau, klamm und der Regen versprüht sich gleichmäßig. Die Heizung läuft und am Foto meiner Mutter brennt tapfer eine kleine Kerze gegen das Schummerlicht in der Wohnung.

… hui… gerade ploppt mein Smartphone. E. fragt, ob es die Zitronenrolle gibt, wenn sie bei mir Urlaub macht. Vor lauter Begeisterung hatte ich ihr vorhin den Link von dem Post geschickt.

Äh... im März gibt es also bei mir Zitronenrolle.

Freitag, 17. Februar 2017

das einzig Beständige ist die Unbeständigkeit

Die Gefühle jeglicher Art kommen und gehen. Gestern war ein besonders tieftrauriger Tag. Gegen Ende des Tages wurde es erträglicher. Allein dadurch das die Zeit vergangen ist und ich zeitweise nichts anderes "machen" konnte und wollte, als auf dem Fenster in den Himmel zu schauen. Fast ohne zu denken spürte ich die Traurigkeit und den Verlust. 
Atmen. Abwarten was als nächstes kommt. 
Im Hintergrund meines Inneren - nach all den Jahren mit Erfahrungen und dem Erkennen - wußte ich, dass geht vorbei. Alles geht vorüber. Ich muss jetzt nichts tun und nicht ändern. Atmen.

Die Gedanken machen die Gefühle. Das habe ich schon lange als Wahrheit erkannt. Diese Aussage kommt nicht nur von B*uddha und von mir  ;-) , sondern auch von der aktuellen H*irnforschung. 

Mir sind drei "Grund-Gefühle" bewußt. Die ich erlebt habe. Liebe, Furcht und Trauer. Und wenn alles an Gedanken abfiele, dann das Empfinden von Frieden. Gefühle, die auch ohne Gedanken da sein können. So empfinde ich das. 
Das Denken kann jegliches Gefühl erzeugen, verstärken oder abschwächen. Schlicht: manipulieren. Dieses Verhalten / dieses erlernte Muster versuche ich seit vielen Jahren abzulegen. 
Das ist wahrlich nicht einfach. Ist es z.B. eine Situation, die mich verärgert oder ist es das, was ich dazu in einem Bruchteil einer Sekunde beginne zu denken?  

Die Gedanken im menschlichen Verstand kommen und gehen. Das ist ihre Natur. Gefühle kommen und gehen. 
Zur Zeit stellen sich Gefühle ein, die ich nicht haben möchte. Sie entstehen vorallem aus Gedanken, die mir - so denke ich - völlig zusammenhangslos in den Kopf purzeln. Diese Gedanken und Gefühle alle nebeneinander erst einmal "stehen zu lassen", dass ist schwer. Sehr oft wehre ich mich dagegen. Bis zum Glück, wie ich finde, mir immer schneller bewußt wird, dass weder das Ablehnen noch das mich Hineinsteigern gut für mich ist. Was ich lerne ist: Die Gedanken und die daraus entstehenden Gefühle anzunehmen. Sie zu beobachten. Wenn es mir gelingt. Nicht nachgeben, aber auch nicht forcieren.
Und warum sollten alte Wunden nun gerade nicht "aufbrechen"? 

Tja... und Vor*stellungsgespräche kommen und gehen. Ich habe mir gewünscht, dass ich den Job bekomme. Da mich niemand angerufen hat in der Mitte der Woche, wird sich jemand anderes gerade sehr freuen. Und das freut mich. 
Sollte ich bis zum 1. April keine Arbeit finden, hat es zumindest den Vorteil, dass meine Freundin E. und ich fünf schöne Tage Mitte März für uns haben. Nach zwei Jahren wird das auch höchste Zeit. 

Nach einem kurzen Spaziergang, meinen Körper-Übungen und einem Cappuccino habe ich gestern am Nachmittag erneut nach einemn Ar*beitsplatz im Internet gesucht. Zwei Be*werbungen habe ich versenden können.
Die Zeit läuft, mein Geld wird erschreckend schnell weniger und die Ängste, die sich für vier Wochen verkrochen hatten, kommen zurück. Übrigens ebenfalls eine Frage der eigenen Gedanken und ihrer ständigen Wiederholungen. E. T*olle hat das schön in seinem Buch "Jetzt" beschrieben. Angst entsteht in dem Vakuum zwischen dem, was jetzt IST und dem, was sein könnte.



Am Abend telefonierte ich mit meinem Schwager, der gestern Geburtstag hatte. Er erzählte mir, dass er später am Mittwoch - wie auch schon meine Schwester -  allein auf den Friedhof gegangen ist, um nach dem Grab zu sehen. Beide hatten unabhänigig von einander den gleichen Impuls. 
Für meine Seele waren seine Worte schönes Balsam. 
Wir haben die vergangenen schweren 32 Tage bedächtig, achtsam, ruhig, gut und geschmeidig durchschritten und erlebt. 
Das ist zutiefst wertzuschätzen und dafür bin ich sehr dankbar.

Die wahren & tiefen Berührungen im Leben bzw. das, was die Mutter einer auf den eigenen Weg mitgegeben hat, dass läuft im Herzen und in der Seele ewiglich mit weiter. Es kann nicht verloren gehen. Das Wissen darum und es zu fühlen, das ist tröstlich.




 *

Donnerstag, 16. Februar 2017

irgendwie haltlos

Bei strahlendem Blau am Himmel und der milden Mittagssonne wurde die Urne meiner Mutter in die Erde eingelassen. Frische Frühlingsblumen in einem zarten Kranz um die Urne herum. Sie vermischten sich auf der Erde liegend mit unseren mitgebrachten vier kleinen Sträußen aus weißen Rosen. Die Ruhe auf dem Friedhof war wohltuend. 
Der junge Bestatter hat seine Aufgabe gut gemeistert. 

Aus einem Grund (den ich nicht aufschreibe) ging diese kurze Zeit auf dem Friedhof an meinem Inneren vorbei. Ich war da und "wach", aber irgendwie... es ist, wie es ist. 

Am späten Nachmittag ging ich zu B.H., welche fünf Minuten von meiner Schwester entfernt lebt. Es gab Cappuccino und frische, selbstgebackene Kekse. Letztlich wurde der Tag zu lang, aber es war gut die Freunde zu sehen und ein wenig zu sprechen. Ich rede ansonsten kaum noch. Wenn einmal jemand zu sprechen da ist, kann ich nicht viel reden.

Nach zwei Stunden bei meinen Freunden bin ich mit dem Zug nach Hause gefahren. Im Zug holte mich ein, was womöglich zur Urnen-Beisetzung hätte sein sollen (?). 
Zudem schrieb mir während meiner Zugfahrt meine Schwester, dass sie noch einmal auf dem Friedhof gewesen ist und das Grab verschlossen war. Die Blumen lagen schön auf der Erde. 
Erst in dem Moment hatte ich das Gefühl von "abgeschlossen". 
Dieses Sehen und das Wahrnehmen des offenen Grabes, welches wir ungeschützt zurücklassen mussten, dass hat mir nicht gut getan. Ich bin so froh, dass meine Schwester noch einmal zum Grab gegangen ist und mir das mitgeteilt hat.

Nach über neun Stunden Schlaf bin ich in einen neuen Tag gestartet. Heftige Gefühle der Trauer überfluten mich und irgendwie fühle ich mich haltlos. 

Alles, was von einem langen, schönen, schweren Leben ... von einem Menschen... über bleibt, dass passt in ein kleines Gefäß aus grünen Marmor.

Dienstag, 14. Februar 2017

frische Luft

Ich habe es am Vormittag geschafft pünktlich bei der Friseurin anzukommen. Mit etwas Farbe sieht eine doch gleich ein wenig frischer aus. Am Ende des Aufenthaltes im Salon erwähnte ich, dass meine Mutter verstorben ist. Die Friseurin hat in den vergangenen sechs Wochen innerhalb von drei Tagen ihre Schwester und ihre Cousine verloren. Sie hat mein ganzes Mit-Gefühl. 


Bei der Bank habe ich meine Kr*edit-Karte zu sofort gekündigt. Ich habe die Karte in meiner Wohnung so gut versteckt, dass ich sie seit Wochen nicht wieder finde. Das war mir ein wenig unangenehm. Erstaunlicherweise bekomme ich anteilig für die Kartenkosten 14,80 Euro wieder. Endlich drum gekümmert. 
Bei dem Stromanbieter war die Warteschlange unfassbar lang! Bin gleich rückwärts wieder raus. Da finde ich eine andere Lösung.  

Mein Vater rief an, weil er etwas verlegt hatte. Zum Glück habe ich am Mittwoch gesehen, wo er die Unterlagen hingelegt hat.

Gegessen habe ich heute regelmäßig. Mein Magen fand das nicht lustig. Tagsüber ging es mir vom Kopf her besser. Das war gut. 

Mittwoch also die Urnen-Beisetzung. Es ist erfreulich, dass es mittags nicht mehr so eisekalt ist und morgen die Sonne vom Himmel scheinen soll. Das wird ein langer Tag. Mögen die öffentlichen Verkehrsmittel mich gut von A nach B bringen.

Vermutlich werde ich sehr gespannt am morgigen Abend auf meinen AB schauen. Ob die Firma angerufen hat?

Weil die Sonne so schön vom Himmel schien und die Temperaturen über Null stiegen, bin ich am frühen Nachmittag in die Klamotten geschlüpft. Raus an die frische Luft. Eine Wohltat für die Lungen und meine Seele! Für Fotos für euch habe ich die Kamera eingesteckt.    

 zu und zu puschelig


 Flechten-Schönheiten

 
 Wasser-Versorgungsstelle im Streber-Garten :-)

 
 moderner Wohnungsbau - noch unbewohnt


 Frau Oona unterwegs im Winter in Norddeutschland 

In der letzten Nacht mit massiven Kreislauf-Problemen bin ich am Notarzt vorbeigeschrammt. Möge diese Nacht erholsam sein. Morgen brauche ich Kraft und einen ausgeruhten Geist.  

Memo an mich


Ich achte noch besser auf mich.





A H O I 

Montag, 13. Februar 2017

es bleibt dabei: Irgendwas ist immer...

Das sich das auch immer so sammeln muss. Das, was nervt und überflüssig ist. 
Die Zahnkrone konnte wieder festzementiert werden. Die Zahnärztin sagte zu mir: "Wo Sie hier schon mal liegen, da gucke ich mir doch gleich alle Zähne an." Tja... Wieder was an den Zähnen. Ich habe die Wahl zwischen Füllung oder Krone. Keramik oder aus Gold. 80, 800 oder 900 Euro. Dazu noch eine Zahnreinigung wegen der Implantate für 88 Euro. Die Zahnschiene musste heute dringend gereinigt werden. Zement und Reinigung (Sparpreis) waren dann 33 Euro. Das Geld flutscht nur so... das macht mir Angst. 

Mein Stromanbieter hat was umgestellt und will richtig viel mehr Geld haben. Das teilte er mit am Samstag per Post mit. Nun darf ich kündigen, wenn ich will. Also latsche ich die Tage ins Service-Center in der Innenstadt und lasse mich beraten. Welcher Tarif und so. Moah... 

Eine Rechnung von meinem T*elefonanbieter verkündetet vorgestern - ohne Vorwarnung - dass der Vertrag abgelaufen ist und ich nun 10 Euro pro Monat mehr zahlen muss. Schluck. Ich rief dort heute an. Gruselige "Wartemusik". Jetzt habe ich wieder den "alten" Vertrag zum bisherigen Preis. Auch erledigt.

Es trudeln Absagen auf Be*werbungen ein, die ich vor Wochen geschrieben haben. Was soll das? Ehrlich jetzt. Als wenn ich nach Monaten nicht wüßte, dass ich die St*elle nicht bekommen kann.

Ich habe das Gefühl, dass ich a) seit Wochen auf dem einen Auge schlechter gucken kann und b) meine Konztentrations-Schwächen von Woche zu Woche schlimmer werden. Beunruhigend. 

Sinnigerweise schrieb mich die Tage mein Optiker an, dass ich nach einem Jahr mit der neuen Brille zur Kontrolle kommen könnte. Wahrscheinlich nicht kostenlos. Nun ja. Nächsten Donnerstag habe ich Zeit. Falls ich schon wieder neue Gläser bräuchte, sollte ich das vor dem 01.3. 2017 regeln. Erwähnte ich, dass diese Brillengläser 1.200 Euro gekostet haben?? Gleitsicht und Prisma etc.

Am Nachmittag telefonierte ich mich E. aus Bayern. In vier Wochen kommt sie für fünf Tage zu Besuch. Ob ich nun arbeite oder nicht. Es fällt mir schwer mich zu freuen, weil heute fühle ich mich sehr traurig. 

Oh... die Lieblingssendung meines Vaters ist vorbei. Dann kann ich ihn anrufen. 

Meine Ernährung ist sehr schlecht. Hilft aber nichts. Ich muss essen und was Gesundes mit Nährwert wäre optimal. Wegen Kraft und Energie. Gleich backe ich eine Quiche mit Möhren, Kresse, Zwiebel, Frischkäse, Eier und Ziegenkäse und so. Davon kann ich drei Tage essen und es läßt sich prima einfrieren. 
Zumindest habe ich die Ernährung nicht ganz aus dem Blick verloren. Jeden Montagabend bin ich inspiriert und begeistert von den "Er*nährungsdocs" vom NDR. Glücklicherweise kann eine das wunderbar in der Mediathek nachschauen und lernen.

Sonntag, 12. Februar 2017

darauf hoffend

- bin ich ein wenig in einer leisen "Warte-Haltung", dass mich Mitte nächster Woche der Mensch anruft, bei dem ich am letzten Dienstag das Vor*stellungsgespräch hatte und er mir sagt: "Wir möchten Sie als neue Mitarbeiterin."

- dass meine Kodderichkeit verschwindet, wenn ich endlich wieder an die frische Luft kann. Ohne mehrere Schichten unpassender Kleidung tragen zu müssen. Weswegen ich seit Wochen zuwenig an der frischen Luft bin. Es ist zudem draußen ständig grau und nebelig. Der letzte Tag mit etwas Sonnenschein war meiner Erinnerung nach bei der Trauerfeier vor 1 1/2 Wochen.

Ich hoffe darauf, dass ich morgen ab Mittag wieder kraftvoll zubeissen kann. 

In einer der Schubladen bei meinen Eltern fanden mein Vater und ich gestern einiges an Krimskrams, Fotos, Zeitungsauschnitte und Notizen meiner Mutter. Wir waren auf der Suche nach den Bergen an Medikamenten, die meine Mutter verschrieben bekommen hat. Meine Mutter hat nie einfach so was eingenommen und dennoch war es letztlich zuviel Gift Zeug.
Die Apothekerin sagte mir, dass man heutzutage die Medis im normalen Hausmüll entsorgen kann/muss. Außer R*heuma- und K*rebs-Mittel. Tüte um Tüte wird der ganze Kram nun entsorgt.

Jedenfalls fanden wir einen grünen Schlüssel-Anhänger in einer der Schubladen. Wahrscheinlich ist es ein Werbegeschenk. Scheinbar hat meine Mutter ihn schön gefunden, sonst hätte sie ihn weggeschmissen. Im Bauch des Holzteilchens ist ein kleiner Kompass. Mein Vater wollte den Anhänger wegschmeißen, aber ich habe ihn mitgenommen. Er hängt nun an meinem Schlüsselbund. So lange wie das Teil hält, kann es bleiben und mich an meine Mutter erinnern.

Samstag, 11. Februar 2017

K*rönchen rausgehebelt

Ich habe diesen Post überarbeitet. Die Absätze nun sinnergebend umgestellt. 

Natürlich am Wochenende habe ich mir meine bewegungsfreudige Zahnkrone rausgehebelt. Mit der Zahnseide. Dabei passe ich doch schon so auf. Aber mit den Gedanken nicht bei der Sache... flupp... ist das Teilchen durch das Bad gesprungen. Tja...hoffentlich hat die Zahnärztin am Montag etwas Zeit, um das Krönchen wieder anzukleben. Wenn ich mit den Nerven wieder stabiler bin und ich mehr Geld habe, werde ich dieser Krone den Laufpass geben. Ich hätte eh gern das Silberbröckchen gegen was Zahnfarbendes getauscht. 

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Heute war ich den Tag lang bei meinem Vater. Als ich um 18.20 Uhr wieder zu Hause war, spürte ich erst, wie kribbelig und unruhig ich bin. Es gab eine Menge zu tun. Haushalt, Wäsche oder Dinge besprechen für die nächsten zwei Wochen. Er hatte heute besonders starke Schmerzen.

Es ist ein ständiges Abwägen von Handlungen, Entscheidungen, Freiräume erschaffen und auch nutzen. Passende Worte finden. Die zwischenmenschlichen Grenzen erkennen und achten. Fordern, aber nicht überfordern. Mit-Gefühl statt mit-leiden. 

Wenn nichts dazwischen kommt, habe ich dieses Mal drei Tage am Stück für mich.

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Die Gefühle der starken Trauer sind vorübergehend in mir ein wenig verloren gegangen. Seit ich am Dienstagvormittag wegen des Vor*stellungsgespräches automatisch auf "Ich muss funktionieren-Modus" geschalten habe, fühle ich mich nicht gut. Es ist ein Gefühl, dass ich nicht "stimmig" bin. Mir bleibt im Moment das Beobachten.

Es fällt mir nicht leicht in "mein eigenes Leben" zurückzufinden. Das nicht geprägt war und ist von Beziehungen, Kindern, einer beruflichen Arbeit, Haus/Wohnung oder Verpflichtungen aller Art. Zurück in einen Alltag, der wieder daraus bestehen wird, dass Not-wendigste zu schaffen und den "de*pressiven Verstimmungen" stets das Wasser abzugraben. Zu versuchen jeden Tag eine Handbreit Wasser unter dem Kiel zu haben.

Am Morgen bin ich schwer aus dem Bett gekommen. Ich vermute, dass die letzten vier Wochen jetzt nachwirken. Sich die Erschöpfung durch das ständige "unterwegs sein" und den  Aus*nahmezuständen der Gefühle nun den Raum nimmt, für den vorher keine Zeit war. Das ist in Ordnung, denn jetzt habe ich ja Zeit und Ruhe.

AHOI 

Donnerstag, 9. Februar 2017

es geht weiter

Mich hat der Spruch "Das Leben geht weiter.", welchen eine im Leben in verschiedenen Zusammenhängen vernimmt, dann eher gestört als getröstet. 
Doch das Leben geht weiter. 
Tatsächlich habe ich das Gefühl, den "Faden" erneut aufgenommen zu haben. Am Vormittag musste ich mich selbst etwas anstupsen. In verschiedenen Läden habe ich eingekauft. Über den ganzen Tag verteilt lief in vier Durchgängen die Waschmaschine. Der Keller hängt fast bis auf die letzte Leine voll mit meiner Kleidung.
Der Schrank mit dem Putzzeug und angesammelten Zeug ist nun entrümpelt und sortiert. Mein Bett ist frisch bezogen mit einem Bettzeug, von dem ich gar nicht wußte, dass ich es jemals gekauft habe ... grübel... Ich telefonierte am Nachmittag mit meiner früheren Kollegin M. und am Abend mit B.K. Das Bad ist geputzt. Seit Wochen gibt es keine passenden St*ellenausschreibungen. 

Zum dritten Mal an hintereinander folgenden Tagen gab es etwas Warmes zu essen, was im Ansatz einen Nährwert hatte. Eine Möhre, eine Zuccini, eine kleine Knobi-Zehe und eine gelbe Paprika (alles Bio) in Gemüsebrühe gegart und dazu gab es Bio-Hirse. Tomatenmark und Ziegenfrischkäse waren auch mit im Essen. Für morgen habe ich noch keine Idee. Gut wäre etwas, dass ich am Samstagabend mir warm machen kann, wenn ich von meinem Vater wieder zurück komme.

Es geht halt weiter... irgendwie anders, aber es geht weiter. 
Und natürlich ist das gut so. Nach vornehin formieren sich zarte Gedanken und Ideen. 
Einen Schritt nach dem anderen.

Mittwoch, 8. Februar 2017

„Beruhige Dich, mein Herz.“

Der heutige Tag war anstrengend. Ich fuhr am Vormittag mit dem Zug nach B*remerhaven. Dieses Warten und "herumstehen" an eiskalten Bahnhöfen und Gleisen geht mir an die Substanz. Am Bahnhof Brhv. holte mich meine Schwester ab, weil wir zusammen mit unserem Vater wichtige Angelegenheiten regeln wollten. Tja… das sich heutzutage ein B*ankhaus erlauben kann von 13 – 14 Uhr eine Pause zu machen, war nicht in meinem Vorstellungsbereich. Zum Glück hatten wir ansonsten Termine. Meine Schwester fuhr danach wieder ins Geschäft und ich eine Stunde später nach Hause. Mehr zu erledigen war nicht machbar. Unserem Vater geht es schlecht. In jeglicher Hinsicht. Er sagt die letzten Tage Dinge, die mich ängstigen, beunruhigen und dann wieder gibt er Erstaunliches von sich. 

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An den letzten Abenden ist die Einsamkeit hier zu Hause eine andere Herausforderung geworden. Ich nehme eine Strömung in meiner Seele war, die mich beunruhigt. Das Sterben und der Tod meiner Mutter würfelt einiges auf allen Ebenen durcheinander. Das ist schwer auszuhalten.

Da ich noch weniger essen kann als ohnehin schon, fällt mein bisheriges „Be*täubungsmittel“ (Zucker und zuviel essen) weg. Das andere Mittel zum Abdämpfen meiner Gefühle oder Ängste  – tagelanges, stumpfes fernsehen – funktioniert nicht mehr. Ich kann mich kaum auf das, was im Fernsehen läuft konzentrieren und es fühlt sich an wie eine unfassbare Verschwendung von Lebenszeit. Einzig Naturfilme kann ich sehen. Auch wenn sie mich tieftraurig machen.

Vielleicht „beruhigt“ es sich in mir, wenn am nächsten Mittwoch die U*rnen-Beisetzung hinter uns liegt. Meta findet ihre letzte Ruhestätte an einem Ort auf dem Lande, wo wir als Familie viele Jahre gewohnt haben. Dort lebt meine Schwester mit ihrer Familie sowie meine älteste Freundin B.H. mit ihren Lieben. 
Ich mag den kleinen Friedhof. Schon immer. Ina liegt dort begraben und hinter dem Friedhof erstrecken sich große Felder, Wiesen und Wälder weit ins Land. In der Nähe des Friedhofs waren wir oft in unserer Kindheit spielen und machten viele Radtouren mit den Eltern in der Natur.  

Es ist Zeit ins Bett zu gehen. In den wenigen Minuten oder in der Stunde bevor ich in den Schlaf flüchten kann, könnte ich in den glasklaren Momenten des Begreifens, dass meine Mutter unwiederbringlich und für alle Zeiten fort ist, schier verrückt werden.

" Beruhige Dich, mein Herz."


Dienstag, 7. Februar 2017

auch geschafft

Der Tag begann mit meiner liebevollen Feststellung, dass ich eine tüddelige Tante bin. Irgendwie kam ich nicht in die Spur. Das dachte sich wohl auch die Straßenbahn, welche doch tatsächlich erneut nicht fuhr. Und es war wieder ein eisekalter Tag. Wieso ich meine Vor*stellungsgespräche an den kältesten Tagen habe...

Ich rief ein Taxi und es kam erstaunlich schnell. Der nette Fahrer fuhr recht schnittig und ich hatte noch ausreichend Zeit vor Ort im angrenzenden Einkaufszentrum auf die Toilette zu gehen. Meine Haare richten (bei denen ich mich am morgen voll verföhnt hatte) und ich konnte mich in wenigen Minuten zentrieren. Das war auch gut, denn das Vor*stellungsgespräch dauerte satte 80 Minuten. 
Schon am Morgen hatte ich das Gefühl, dass ich auf einen "Funktionieren-Modus" umgeschaltet war. Zwar kam ich morgens schwer in Gang und hatte das Gefühl etwas neben mir zu stehen, doch im VG habe ich es geschafft die intensiven, vielfältigen Fragen meiner drei (!!) Gesprächspartner gut zu beantworten.

Wenn die mich wollen - sie melden sich Mitte nächster Woche - dann will ich auch. Das wäre tatsächlich zum ersten Mal eine bewußte Entscheidung für eine Firma und eine Arbeit. Ich durfte sogar die eventuelle direkte Kollegin kennenlernen und den Arbeitsplatz begutachten. Beides könnte stimmig sein. 
DANKE für das Daumen dücken. Ich bin mir sicher, dass es gewirkt hat! 

Danach traf ich mich mit C. in der Stadt, um gemeinsam einen Cappuccino zu trinken. Auf dem Rückweg nach Hause habe ich mir ein kleines Stück Hühnchenbrustfilet besorgt. Dazu noch Möhren, Kartoffeln und Parmesam. Heute gibt es das erste gesunde Essen seit Wochen !

Morgen bin ich unterwegs, um dann erneut zwei Tage für mich zu haben. Ich bin am Freitagmorgen mit A. verabredet, die mich zum Cappuccino eingeladen hat.

was zu erwarten war

Interessanterweise habe ich am letzten Samstag eine erstaunliche Sicht auf die Dinge gewonnen. Endlich hatte ich telefonisch meine Tante erreicht - die ältere Schwester meiner Mutter -, welche weiter entfernt lebt. Es war ein schweres Gespräch. Jedenfalls in den zwei Telefonaten, welche ich mir meiner Tante führte, konnte ich glasklar erkennen, woher ich meine Fürsorge für andere Menschen und "dem anderen Menschen helfen-Impuls" habe. Wie bei meiner Tante und bei meiner Mutter - auf einmal für mich sehr deutlich sichtbar-  zieht eine mit so einem Verhalten stets den Kürzeren. 
Ich habe beschlossen, dass es an der Zeit ist, endlich dieses "Erbe" aufzugeben.

Was anders ist als bei den vorherigen Verlusten in meinem Leben: Das bin ich ! Dies bemerke ich erstaunt in den letzten drei Wochen. In einer Klarheit...  Vorallem sorge ich für mich so gut ich es gerade kann. Höre auf mein Bauchgefühl, wann immer es mir möglich ist. Ich nehme die Gefühle und die körperlichen Signale / Schmerzen wahr, die auftauchen. Versuche mit Bedacht "Lösungen" zu finden, wenn es meiner Meinung nach nötig ist. 
Handlungsfähig zu bleiben ist wichtig.

Es ist nicht so, dass ich es nicht geahnt bzw. gewusst hätte. Jeder Mensch ist natürlich in seiner Trauer und den Verlustgefühlen allein. Dass ich erneut allein gelassen werde, wenn ein naher Mensch stirbt, dass wusste ich. "Das Verstehen“, dass andere Menschen so sind wie sie sind und im Rahmen ihrer Möglichkeiten handeln, das kann ich stehen lassen neben dem Gefühl der Ent-Täuschung. Ich versuche meine momentan wenige Energie in das Wahr-Nehmen fließen zu lassen. Wahrnehmen von allem, was gerade passiert. 
So gut es mir gelingen mag, versuche ich nicht zu werten oder zu be-urteilen. Nicht mich ( ! ) und nicht andere Menschen. Das ist sehr, sehr schwer. Doch jedes Mal, wenn ich zumindest jede sechste oder zehnte Bewertung/Beurteilung/vorschnelle Meinung innerhalb einer Stunde habe fallen lassen, bin ich schon mehr dort wo ich hin möchte.  

Einerseits bin ich dankbar, dass ich mich nicht mit Menschen in Alltag auseinandersetzen muss und „funktionieren“. Andererseits bin ich 24 Stunden hier zu Hause allein. Mit den vielen Gefühlen. Kein Trost, keine Umarmung. Keine Kommunikation. Wohl auch nicht gut bzw. gesund. Im Moment nicht zu ändern. 

Ich versuche alle meine Gedanken und somit die dann aufkommenden Gefühle nebeneinander stehen zulassen. Der Raum um mich herum und in mir drin ist bis ins Universum groß. Alles darf sein. Alles hat seine Berechtigung.

In meinem Inneren spüre ich starke Veränderungen.

Grundlegend.

Auch dem schaue ich zu. 

Mein Kopfweh löst sich auf, wenn ich geweint habe. Baut sich nach kurzer Zeit wieder auf. 
Zu essen fällt mir schwer. Zumindest versuche ich mehr zu trinken. 

Jeder neue Tag macht den Schmerz größer. Die Brandung heftiger.

Ahoi 

und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel !

Montag, 6. Februar 2017

bitte Daumen drücken

Vor drei Wochen habe ich den Termin ausgemacht und nun ist morgen (Dienstag) das Vor*stellungsgespräch. Für eine Tätigkeit, die ich mir gut vorstellen kann, erst einmal 20 Stunden pro Woche an vier Tagen und kein K*undenkontakt oder E*mpfang. 
Ab 10.30 Uhr wäre es gut, wenn ich alle meine Sinne beieinander hätte :-) und mein Verstand klar und entspannt arbeitet. Falls eine ´nen Daumen zum Drücken über hat, das wäre schön. 

Ich überlege mir heute Nachmittag, wie ich das Gespräch schaffen kann, ohne das mich die traurigen Gefühle überfluten. Zu Hause kann ich mich in Balance halten. Sobald ich die Wohnung verlasse wird es sehr anstrengend. 
Nach Wochen muss ich zumindest nicht mehr täglich über drei Stunden am Tag in Bussen, Straßenbahnen und Zügen unterwegs sein. Das ist für mich immer eine enorme Herausforderung und nicht gut für mich. 
Sehnsüchtig warte ich auf das Frühjahr, wo es wärmer ist und ich viel mehr mit dem Rad fahren kann.  

Samstag war ich den Tag bei meinem Vater. Das war aus verschiedenen Gründen sehr gut.  
Bis Dienstag bin ich zu Hause. Auch wenn mich das schlechte Gewissen etwas drückt, dass mein Vater allein ist. Ich muss und ich will wieder arbeiten gehen und für das VG morgen brauche ich vorab etwas Ruhe, Kraft und innere Sammlung. 


Freitag, 3. Februar 2017

in der B*randung

In den klaren Momenten / Stunden, wo ich zurückschauen kann in die letzten vier Wochen, kann ich manches klarer erkennen.  
Wir als Familie glauben, dass unsere Mutter nicht mehr wollte. Keine Schmerzen mehr, keine unfähigen Ärzte und kein Krankenhaus mehr. Sie hat sich die letzten Tage vor dem Notfallarzteinsatz sehr gequält. Bis mein Vater sie am frühen Morgen fand und natürlich den Notarzt rief. Zu diesem Zeitpunkt war in allen drei Krankenhäusern der Stadt nicht ein einziges der medizinischen Geräte frei, welches meine Mutter benötigte. So kam sie nach Cuxhaven. In diesem Krankenhaus war sie noch nie…  *lächel*

Obwohl das Krankenhaus 42 Kilometer von Bremerhaven entfernt ist, waren und sind wir erleichtert, dass unsere Mutter dort so gut aufgehoben war. Glücklicherweise kann mein Vater wieder laufen, wenn auch sehr instabil. Sind meine Schwester und ihr Mann selbständig und haben zwei Autos. Ich bin ohne Arbeit und hatte dadurch alle Zeit der Welt.  

Den Chefarzt lernten wir vier Tage vor ihrem Tod kennen. Ein Mann mit großer Kraft und Klarheit. Mit Informationen, die uns tief ins Herz fuhren. Auch wenn wir um deren Inhalt im Grunde schon wussten. Dennoch – so habe ich es empfunden – waren seine Worte auch eine Erleichterung und Beruhigung. Beide Ärzte sagten, dass sie nicht leiden würde. Und dass sie unsere Mutter gehen lassen, wenn sie gehen will. 
Dass diese Einstellungen und die Entscheidungen der Ärzte ein Glück waren … ein anderes Wort will sich gerade nicht finden lassen.. , das weiß ich aus den Jahren, wo ich im Hospiz gearbeitet habe.

Heute ist der erste Tag seit dem 15. Januar, wo ich keinen Zeit-Druck verspüre. Ich muss nichts machen, nichts entscheiden und ich muss nirgendwo hin. 

Die Trauerfeier war gestern. Kurz und stimmig. Der Pastor -  im Alter meiner Mutter - hatte eine verblüffende Ähnlichkeit mit Kapitän Ahab …

Auch diesen Nachmittag haben wir alle gut überstanden.

Und so fällt es mir ein wenig leichter in der Brandung aus den stürmischen Wellen der Trauer, des Schmerzes und den Verlust-Gefühlen stehen zu blieben. Schnell den Boden unter den Füßen wiederzufinden. Ich habe nicht das Gefühl aus der Brandung flüchten zu müssen oder zu wollen. In den kurzen und längeren Wellen-Tälern spüre ich, dass auch dieser Sturm sich eines Tages legen wird. 

Ahoi 

*