Freitag, 18. Dezember 2009

Fällt Schnee im Dezember

dann nennt man das anderswo Winter. Hier ist es das Schnee-Chaos, was immer in Bremen losbricht, wenn drei Schneeflocken im Verband den Boden berühren. Es ist unfassbar! 3 mm "Schnee" und die City steht!!!

Heute morgen habe ich erst einmal meine Schuhsohlen mit Schmiergelpapier bearbeitet, weil ich meine Winterspikes für eben diese Schuhe nicht gefunden habe.... LOL... bin halt überzeugte Bremerin. Hanseatisch. Weltoffen...

Nach dem ich jetzt 3 Gänge runtergeschalten habe, das Rad für schätzungsweise 50 Euro zu reparieren ist (kann es HEUTE anholen!), mein Nutella ab sofort nur noch mit Genuß esse und mir dabei einen schönen Winterbauch anzuessen (Danke Ilse!) und heute Freitag ist, da geht es schon viel besser wie am Mittwoch.

Gestern habe ich mit den etwas vermurksten Bilder vom Fotoladen zumindest einen Bastel-Dir-das-Jahr-in Bildern-Kalender fertig gestellt. Ich gebe nicht auf! Aber nun brenne ich nur Bilder, die ich mit der "alten" Canon gemacht habe. Die werden was und natürlich gehe ich zu so einem Automaten. MediaMarkt soll gut sein. Danke cutter 007 für den Tipp!

So, und nun schnell zum Bäcker rüber und was zum Essen kaufen. Lecker Roggenbrötchen! Ab 10 geht es hier rund...

Dienstag, 15. Dezember 2009

Filme

erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Obwohl es für einen Meditationsraum im ebenerdigen Bereich zu kalt ist, wollte ich zur letzten Meditationsstunde. Leider hat mein Fahrrad ab 4 °C und tiefer eine bisher unerforschte Macke. Keine Gang geht rein, plötzlicher längerer Leerlauf oder ich trete einfach durch.

Ich fühle mich auf dem Rad sehr unsicher. Mein Schwager – seines Zeichens Fahrradfachhändler – befürchtet einen teueren Schaden. Weil es mir zu gefährlich und zu kalt ist mit dem Rad zu fahren bleibe ich mit dem Hintern zu Hause. Morgen geht das Rad endlich in ein Fachgeschäft zur Reparatur.
Gleich gibt es zum Abendbrot einen großen Apfel (Cox Orange!), welchen ich mir reibe und darüber ein wenig gehackte Mandel streue. Wenn der Apfel leicht braun wird kommen da zarte Haferflocken dazu. Durchrühren. Lecker. So kann ich Apfel besser vertragen.


In meiner Jugend (hust) habe ich schon für Robert Redford geschwärmt. Jedenfalls bin ich mit meiner Freundin B. oft ins Kino gegangen. Da war Kino noch ein Kino-Erlebnis, ohne Hörschäden und bezahlbar.
Natürlich wollten wir 1993 „Ein unmoralisches Angebot“ mit Demi Moore und Robert sehen. Wir also im Kino, die Dunkelheit senkt sich über den Raum, keine Handys muckeln und alles ist gut. Dann endlich kommt Robert ins Bild. Im Anzug - ich steh u.a. auf Anzüge....aber das am Rande. Wo war ich? Ach ja, nach kurzer Zeit nehme ich meine Brille ab und putze diese wie wild. Gucken. Putzen. Gucken….
„Oh Oona, was ist!!!“
„Ich sehe den Robert einfach nicht scharf! Scheiß Brille!“ raune ich sauer.
Sie bekommt einen halben Lachanfall (kommt im Kino gut, kann ich ein Lied von singen) und sie sagt: „Der hat ´nen Weichzeichner drauf.“
"Na Bravo."
*

Sonntag, 8. November 2009

Am seidenen Faden

heißt der Film, den ich vor einiger Zeit auf 3sat sah und der mich schwer beeindruckte. Tagelang ging er mir nicht mehr aus dem Kopf.

Es geht um den Cellisten Boris Baberkoff, der in Deutschland lebt und arbeitet. Der damals 33 jährige Boris erleidet während eines Urlaubs mit seiner Freundin Katharina Peters in New York einen Schlaganfall im Stammhirn. Nach Tagen zwischen Leben und Tod fällt er in ein Locked-in-Syndrom. Also geistig ganz wach und klar, aber unbeweglich und ohne Sprache. Nach 4 Wochen wird er nach Deutschland ausgeflogen. Sie haben 350.000 Euro Schulden gemacht.

Katharina ist Filmemacherin und hat sich an der kleinen Kamera festgehalten… und sie hat den Weg ihres Liebsten zurück ins Leben über Monate bildlich festgehalten. Auch die Krise in ihrer Beziehung, Fortschritte, das Leid und die Geldsorgen. Als sie Geld irgendwann von der Deutschen Filmförderung bekommt, kann sie den Film ausarbeiten und veröffentlichen. Nicht nur die Dokumentation an sich bewegt, sondern auch ihren Versuch die inneren Prozesse in ihr künstlerisch darzustellen.

Bei allem Schrecken dieser Krankheit finde ich den Film lebensbejahend und vor allem gibt er vielleicht dem einen oder anderen Menschen auch Hoffnung. Der Schlaganfall liegt jetzt 10 Jahre zurück. Heute gibt Boris wieder Konzerte.


http://www.borisbaberkoff.de/


Mich bewegt das sehr, weil man bei mir 1993 einen Tumor im Kopf feststellte. 
 



*

Sonntag, 13. September 2009

Hamburg

war einfach nur klasse. Ich habe mich mit einer Flickr.-Freundin aus der Nähe von Kiel zur Foto-Tour Hamburg getroffen. Das Wetter war wunderbar ... blauer Himmel, strahlende Sonne und etwas Wind. Wir verstanden uns gut und es lief alles wie geschmiert. Dabei habe ich auch noch zwei neue Schals ergattert.


Ach, ich würde gern darüber schreiben, doch mein rechter Unterarm muckt arg und ich muss noch mein Köfferchen für Sylt packen...

Ich nehme die "alte" kleine Canon mit, weil sie klein, leicht und praktisch ist und ich dafür mehrere Speicherkarten habe. Außerdem kann ich damit auch ziemlich gut Makroaufnahmen machen. Eine Kompaktkamera halt!

Ab ans Wasser ....


Mittwoch, 9. September 2009

Sylt

rückt näher! Ich will ans Meer und mich durchwehen lassen. Vielleicht ein Ritual am Strand. Ein bißchen ins Cafe und lesen. Ich will mir noch eine weitere Speicherkarte für meine Spiegelreflexkamera kaufen, denn 700 Bilder sind ja für 4 Tage ein bißchen wenig :O)

Sonntag, 30. August 2009

Liest das hier überhaupt jemand

frage ich mich die letzten Tage.
Wozu schreibe ich einen Blog? Dieser Frage werd ich jetzt mal nachgehen... :O)



Dienstag, 18. August 2009

Meditative Fotografie

ist in diesem Sommer mit dem abwechslungsreichen Wetter meine große Herausforderung.
Anfang des Jahres habe ich mir spontan eine Spiegelreflexkamera gekauft, nachdem ich oft betont hatte, dass ich mir niemals eine kaufen würde. Zu schwer, zu kompliziert und zu teuer… aber nichts ist so schwer zu planen wie Spontanität.


Ich bin glücklich, dass ich mich für eine Olympus E-520 entschieden habe, und nach nur wenigen Wochen kam noch ein Makro-Objektiv dazu. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn ich bekomme beim Blick durch die Makro-Linse eine so faszinierende und wunderschöne Welt zu sehen. Ich gehe anders durch die Welt, wenn ich mit der Kamera unterwegs bin… hm, ja und auch sonst wird der Blick weiter. Was ja bei einem makrotechnischen Blick ein Widerspruch in sich ist, fällt mir gerade auf.

Fast jedes Insekt wird zur erstaunlichen Schönheit, und das winzigste Moos oder Blättchen zu einem architektonischen Wunderwerk. Direkt vor meiner Nase.

Besonders gut gefiel mir ein Spruch in einem Buch:

„Jeder Grashalm hat seinen Engel, der sich über ihn beugt und ihm zuflüstert: "Wachse, wachse".

Während einer Foto-Tour kam mir der Spruch in den Sinn und ich überlegte, wie ich einen Grashalm am besten abgelichtet bekomme. Es hat mich nur 50 Bilder gekostet und ich hatte ein annähernd gutes Bild.
Ich kann mich nicht gut bewegen und so musste die Kamera in Bodennähe gehalten ihre Arbeit alleine machen. Marko-Objektiv sei Dank ist das möglich.


Viel schwieriger ist es bei leichten bis mittelstarkem Wind interessante Blüten, Pflanzen oder gar Insekten zu fotografieren. Mittlerweile gehe ich trotz Wind los und mache das zu einer meditativen Übung.

Bis auf wenige Verzweiflungsanfälle macht es mir Freude, mich genau solange in Geduld zu üben bis der Moment gekommen ist, wo das Blatt bzw. das Objekt zwischen zwei Windbewegungen ganz ruhig ist. Ausatmen und abdrücken.
Das entspannt meine Seele und meinen Geist ungemein…. meinen Körper allerdings weniger.

Richtige Fototouren kann man im Grunde nur mit anderen Fotografie Süchtigen machen. Zum Glück habe ich eine Frau über Flickr. kennen gelernt, die bei mir um die Ecke wohnt. Zusammen können wir stundenlang z.B. im Botanischen Garten schlendern und fotografieren. Herrlich. Keine/r drängelt oder nörgelt…
Ach, wo ich gerade davon schreibe: die erwähnte Flickr.-Freundin und ich sind in einem großen Park unterwegs. Wir zwei „hängen“ über Blumen, Libellen und so.
Ein Paar kommt an uns vorbei, so um die 50 Jahre. Sie hat eine große Kamera um den Hals hängen und ist wie wir überall am knipsen. Er wartet auf dem Fußweg, während sie über den Rasen läuft. Klick, klick hier… klick, klick da… sie geht zu ihm zurück und er sagt mehr als gereizt: „Und jetzt einfach mal 10 Minuten gehen! Einfach NUR gehen!!!“

 

Sonntag, 16. August 2009

Jedem Anfang liegt ein Zauber inne

und so ist es ganz zauberhaft für mich zu entdecken, ob ein öffentliches Tagebuch etwas für mich ist. Nach dem ich meine Fotos über flickr. veröffentliche und diese ja auch auf ihre Art etwas über mich zeigen/aussagen, da ist der Schritt zum Tagebuch nicht so groß. "Irgendwas ist immer" ist einer meiner Lieblingssätze.

Vor ein paar Jahren machte ich ein Schweigeretreat in einem Meditationszentrum bei Hamburg. Die buddhistische Lehrerin war eine Schweizerin, die einen wunderbaren Humor hat und eine leicht schwingend Art, die mir gut gefällt.


Jedenfalls saßen wir an einem wunderschönen, sonnigem Nachmittag mit ca. 30 Menschen in der großen Meditationshalle und richteten uns auf unseren Plätzen ein für die nächste Einheit: 45 Minuten sitzen und meditieren.
Als das Glöckchen verklungen war wurde es langsam ruhiger und entspannter. Es war geradezu eine perfekte Atmosphäre und ich so schön am atmen…. nach kurzer Zeit flog durch die offene Tür zum Garten hin ein dicke Hummel herein. 
Wie das so mit Hummeln ist, flog sie dicht am Boden und dätschte hin und wieder auf. Wahrscheinlich war sie vollbeladen mit Pollen und da ist ein gerader Flug ziemlich schwierig. 
Die Unruhe in der Meditationshalle war zu spüren. Wellenförmig ging die Unruhe von einer Raumseite zur anderen. Je nach dem, wo die Hummel gerade entlang taumelte. Ich machte nur einmal ein Auge auf, weil das Insekt sich in meiner Nähe nieder lies. 
Nach einer Zeit hat irgend jemand an der offenen Tür die Hummel mit einem beherzten Schubs ins Freie befördert. Ruhe kehrte ein. So eine Hummel kann man – wenn man keine Angst vor Insekten hat – wunderbar als Meditations-Objekt nehmen. 
Nach 45 Minuten erklang das Glöckchen und langsam wurden die Augen geöffnet. Die buddhistische Lehrerin Ursula saß entspannt auf ihrem Platz und machte die Augen auf.  Sie lächelte und sagte in diesem schönen schweizerdeutsch:   
„Irgendwas ist immer“

In dem gleichen Retreat ist mir während einer Sitz-Zeit doch tatsächlich ein Falter oder ähnliches in meinen Ausschnitt geflogen und machte es sich an meinem Busen gemütlich. Ich habe nur unruhiger geatmet und mich nicht bewegt….. aber das ist eine andere Geschichte.

"...und schwirrenden Fluges höre ich Hummeln... "