Sonntag, 30. August 2009

Liest das hier überhaupt jemand

frage ich mich die letzten Tage.
Wozu schreibe ich einen Blog? Dieser Frage werd ich jetzt mal nachgehen... :O)



Dienstag, 18. August 2009

Meditative Fotografie

ist in diesem Sommer mit dem abwechslungsreichen Wetter meine große Herausforderung.
Anfang des Jahres habe ich mir spontan eine Spiegelreflexkamera gekauft, nachdem ich oft betont hatte, dass ich mir niemals eine kaufen würde. Zu schwer, zu kompliziert und zu teuer… aber nichts ist so schwer zu planen wie Spontanität.


Ich bin glücklich, dass ich mich für eine Olympus E-520 entschieden habe, und nach nur wenigen Wochen kam noch ein Makro-Objektiv dazu. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn ich bekomme beim Blick durch die Makro-Linse eine so faszinierende und wunderschöne Welt zu sehen. Ich gehe anders durch die Welt, wenn ich mit der Kamera unterwegs bin… hm, ja und auch sonst wird der Blick weiter. Was ja bei einem makrotechnischen Blick ein Widerspruch in sich ist, fällt mir gerade auf.

Fast jedes Insekt wird zur erstaunlichen Schönheit, und das winzigste Moos oder Blättchen zu einem architektonischen Wunderwerk. Direkt vor meiner Nase.

Besonders gut gefiel mir ein Spruch in einem Buch:

„Jeder Grashalm hat seinen Engel, der sich über ihn beugt und ihm zuflüstert: "Wachse, wachse".

Während einer Foto-Tour kam mir der Spruch in den Sinn und ich überlegte, wie ich einen Grashalm am besten abgelichtet bekomme. Es hat mich nur 50 Bilder gekostet und ich hatte ein annähernd gutes Bild.
Ich kann mich nicht gut bewegen und so musste die Kamera in Bodennähe gehalten ihre Arbeit alleine machen. Marko-Objektiv sei Dank ist das möglich.


Viel schwieriger ist es bei leichten bis mittelstarkem Wind interessante Blüten, Pflanzen oder gar Insekten zu fotografieren. Mittlerweile gehe ich trotz Wind los und mache das zu einer meditativen Übung.

Bis auf wenige Verzweiflungsanfälle macht es mir Freude, mich genau solange in Geduld zu üben bis der Moment gekommen ist, wo das Blatt bzw. das Objekt zwischen zwei Windbewegungen ganz ruhig ist. Ausatmen und abdrücken.
Das entspannt meine Seele und meinen Geist ungemein…. meinen Körper allerdings weniger.

Richtige Fototouren kann man im Grunde nur mit anderen Fotografie Süchtigen machen. Zum Glück habe ich eine Frau über Flickr. kennen gelernt, die bei mir um die Ecke wohnt. Zusammen können wir stundenlang z.B. im Botanischen Garten schlendern und fotografieren. Herrlich. Keine/r drängelt oder nörgelt…
Ach, wo ich gerade davon schreibe: die erwähnte Flickr.-Freundin und ich sind in einem großen Park unterwegs. Wir zwei „hängen“ über Blumen, Libellen und so.
Ein Paar kommt an uns vorbei, so um die 50 Jahre. Sie hat eine große Kamera um den Hals hängen und ist wie wir überall am knipsen. Er wartet auf dem Fußweg, während sie über den Rasen läuft. Klick, klick hier… klick, klick da… sie geht zu ihm zurück und er sagt mehr als gereizt: „Und jetzt einfach mal 10 Minuten gehen! Einfach NUR gehen!!!“

 

Sonntag, 16. August 2009

Jedem Anfang liegt ein Zauber inne

und so ist es ganz zauberhaft für mich zu entdecken, ob ein öffentliches Tagebuch etwas für mich ist. Nach dem ich meine Fotos über flickr. veröffentliche und diese ja auch auf ihre Art etwas über mich zeigen/aussagen, da ist der Schritt zum Tagebuch nicht so groß. "Irgendwas ist immer" ist einer meiner Lieblingssätze.

Vor ein paar Jahren machte ich ein Schweigeretreat in einem Meditationszentrum bei Hamburg. Die buddhistische Lehrerin war eine Schweizerin, die einen wunderbaren Humor hat und eine leicht schwingend Art, die mir gut gefällt.


Jedenfalls saßen wir an einem wunderschönen, sonnigem Nachmittag mit ca. 30 Menschen in der großen Meditationshalle und richteten uns auf unseren Plätzen ein für die nächste Einheit: 45 Minuten sitzen und meditieren.
Als das Glöckchen verklungen war wurde es langsam ruhiger und entspannter. Es war geradezu eine perfekte Atmosphäre und ich so schön am atmen…. nach kurzer Zeit flog durch die offene Tür zum Garten hin ein dicke Hummel herein. 
Wie das so mit Hummeln ist, flog sie dicht am Boden und dätschte hin und wieder auf. Wahrscheinlich war sie vollbeladen mit Pollen und da ist ein gerader Flug ziemlich schwierig. 
Die Unruhe in der Meditationshalle war zu spüren. Wellenförmig ging die Unruhe von einer Raumseite zur anderen. Je nach dem, wo die Hummel gerade entlang taumelte. Ich machte nur einmal ein Auge auf, weil das Insekt sich in meiner Nähe nieder lies. 
Nach einer Zeit hat irgend jemand an der offenen Tür die Hummel mit einem beherzten Schubs ins Freie befördert. Ruhe kehrte ein. So eine Hummel kann man – wenn man keine Angst vor Insekten hat – wunderbar als Meditations-Objekt nehmen. 
Nach 45 Minuten erklang das Glöckchen und langsam wurden die Augen geöffnet. Die buddhistische Lehrerin Ursula saß entspannt auf ihrem Platz und machte die Augen auf.  Sie lächelte und sagte in diesem schönen schweizerdeutsch:   
„Irgendwas ist immer“

In dem gleichen Retreat ist mir während einer Sitz-Zeit doch tatsächlich ein Falter oder ähnliches in meinen Ausschnitt geflogen und machte es sich an meinem Busen gemütlich. Ich habe nur unruhiger geatmet und mich nicht bewegt….. aber das ist eine andere Geschichte.

"...und schwirrenden Fluges höre ich Hummeln... "