Sonntag, 8. November 2009

Am seidenen Faden

heißt der Film, den ich vor einiger Zeit auf 3sat sah und der mich schwer beeindruckte. Tagelang ging er mir nicht mehr aus dem Kopf.

Es geht um den Cellisten Boris Baberkoff, der in Deutschland lebt und arbeitet. Der damals 33 jährige Boris erleidet während eines Urlaubs mit seiner Freundin Katharina Peters in New York einen Schlaganfall im Stammhirn. Nach Tagen zwischen Leben und Tod fällt er in ein Locked-in-Syndrom. Also geistig ganz wach und klar, aber unbeweglich und ohne Sprache. Nach 4 Wochen wird er nach Deutschland ausgeflogen. Sie haben 350.000 Euro Schulden gemacht.

Katharina ist Filmemacherin und hat sich an der kleinen Kamera festgehalten… und sie hat den Weg ihres Liebsten zurück ins Leben über Monate bildlich festgehalten. Auch die Krise in ihrer Beziehung, Fortschritte, das Leid und die Geldsorgen. Als sie Geld irgendwann von der Deutschen Filmförderung bekommt, kann sie den Film ausarbeiten und veröffentlichen. Nicht nur die Dokumentation an sich bewegt, sondern auch ihren Versuch die inneren Prozesse in ihr künstlerisch darzustellen.

Bei allem Schrecken dieser Krankheit finde ich den Film lebensbejahend und vor allem gibt er vielleicht dem einen oder anderen Menschen auch Hoffnung. Der Schlaganfall liegt jetzt 10 Jahre zurück. Heute gibt Boris wieder Konzerte.


http://www.borisbaberkoff.de/


Mich bewegt das sehr, weil man bei mir 1993 einen Tumor im Kopf feststellte. 
 



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