Sonntag, 18. April 2010

Mottenfänger der alten Art

war der Vorführer im Kino.
Als wir bei strahlendem Sonnenschein und überhaupt keiner Rauchwolke am Himmel ins Kino ins Viertel fuhren, da war es richtig warm. Was für ein Glück, daß ich mich endlich rechtzeitig um eine neuen Sonnenbrille gekümmert habe.
Als wir ankamen waren noch ein paar Leute im Kino-Cafe. Die waren noch von einer anderen Vorführung am Mittag hängen geblieben. Nach kurzer Zeit gingen sie alle.
Um kurz vor 15 Uhr lies uns der Vorführer in den Saal und sagte, daß wir Platz nehmen sollen. Er würde gleich das Licht noch mal ausmachen, weil man ja bekanntlich Motten mit Licht fängt und verschwand. Das ganz Kino hatte wir für uns zwei. So saßen wir eine Zeit im Dunkeln bis uns klar wurde, was der gute Mann meinte. Oben im Eingangsbereich stand die Tür weit offen. So konnte die im Kino befindliche Motte den Ausgang finden, denn von da kam das einzige Licht.
Irgendwann ging das Licht wieder an (mit Vorwarnung von den netten Herrn) und er fragte von oben runter, was es denn wohl sein sollte. Er hätte im Moment zwei Filme zur Auswahl: Coco und Igor oder a single man? Lachend entschieden wir uns für den Film "a single man".

Er sagte."Aber gern. Es kommt kurz ein Film zum Augen drangewöhnen (Werbung) und dann geht es los." Eine Motte habe wir nicht bemerkt und sahen entspannt den Film. Der ganz klar von einem Modedesigner gedreht wurde.
Teilweise waren die Szenen wie Werbeblöcke im Fernsehen für Männerparfüm... der Film ist meiner Meinung nach für ein schwules Publikum gemacht. Okay, wer sieht nicht gern schöne Männerkörper. Und schöne Kleidung. Nun ja.

Der Hauptdarsteller war einfach nur gut. Colin Firth hat mehr drauf als in "Schokolade zum Frühstück". Ob er allerdings immer so gut durchtrainiert ist wie in diesem Film, das wage ich zu bezweifeln.
Und bei aller Dramatik hatte der Film auch komische und bewegende Momente.

Mir gefiel gut der Einblick in die Zeit Anfang der 60´iger Jahre. Also Möbel-, Frisuren-, Auto- und Kleidungstechnisch. Das gesellschaftliche Leben war grauenhaft und zu dieser Zeit homosexuell gewesen zu sein war sicherlich schwer.