Freitag, 30. Juli 2010

Einen Schreibtisch am Fenster

habe ich mir schon lange gewünscht und endlich ist es soweit. Ich finde es inspirierend auf Baumkronen zu schauen und den Wolken beim wilden Flug zuzuschauen.
Mein großer, aber schlichter Schreibtisch wurde gestern Abend von K. im Arbeitszimmer aufgebaut, während K.-H. in einem ebenfalls schnellen Tempo mein weißes Bücherregal im Wohnzimmer aufzubaute. Nun steht beides sauber und leer da und wartet auf Belebung. Die Kommode muss warten. Doch solange ich eh nicht weiß wo sie genau zu stehen kommt, kann sie eingepackt stehen bleiben.

Die Schreibtischplatte ist massives Holz, welches eine leichte Schleifung benötigt und danach einen Holzöl-Anstrich. Darum kümmere ich mich später.

Freitag, 16. Juli 2010

Ki*ndheitserinnerungen

Sommer war ja noch nie so meine Jahreszeit - außer in meiner Kindheit. In den letzten Jahren habe ich begonnen dem Sommer etwas Schönes abzugewinnen. Die Zeit am Morgen oder am späten Abend ist wunderbar.
Ich liebe es bei Freunden mit eigenem Haus und Garten in eben diesem zu sitzen. Schattig. Natur um mich herum. Ein Käffchen und natürlich dazu leckerer Kuchen. Leichter Wind weht. Blauer Himmel... alles ist entspannt. Wie geschrieben: am frühen Morgen oder in den Abendstunden. Aber im Hitze-Juli 2010 ist es um 19 Uhr am Flughafen meiner Stadt 30 Grad! Brauch ich nicht.

Früher bin ich im Sommer schwimmen gegangen. War eine sehr gute Schwimmerin und im DLRG. Aus verschiedenen Gründen habe ich damit als 16 Jährige aufgehört. Erst im letzten Jahr habe ich damit wieder angefangen, weil die Sehnsucht nach dem Gefühl durch das Wasser zu gleiten übergroß wurde.

Meine Großeltern hatten in den 1960 iger Jahren (bis heute) einen ganz wunderbaren Schrebergarten als wir halt Kinder waren. Im Sommer besuchten wir meine Großeltern oft am Wochenende und dann trafen sich die ganzen Familienmitglieder dort zu einer einfach entspannten und schönen Zeit. Mein Onkel und seine Frau hatten vier Kinder. Zwei Jungs und zwei Mädchen. Etwas älter als meine Schwester und ich.

Der Garten hatte einfach alles und er war ziemlich groß. Es gab alle Sorten von Obst und Gemüse, große Obstbäume und zwei kleine Steinhäuschen. Ein Haus hatte sogar einen alten Metall-Ofen, in dem man u.a. auch im Herbst Bratäpfel machen konnte. In dem Häuschen war es urgemütlich, obwohl es klein war. Ich kann mich noch ganz genau erinnern.

Jedenfalls wurden viele, viele Feste im Garten gefeiert. Am meisten gefiel mir das Lampionfest im August. Ach, diese lauen Sommernächte und die ganzen Wege entlang schaukelten Lampions. Diese gelben Sonnengesichter aus dem 60 /70 iger Jahre. Monde und kleine Sterne.
Ich rutsche gerade in die Vergangenheit und weil mein Herz heute so offen ist und die Nerven etwas blank liegen, da könnte ich fast weinen. Was für eine schöne Erinnerung und Zeit.

Am Nachmittag kam dort in dem Schrebergarten im Sommer oft ein Eiswagen. Ein umgebauter VW-Bus. Dort gab es "nur" vier Sorten oder so. Der Eisverkäufer kündigte sich mit einer Glocke an.
„Oh! Eis!!“ Eine Erwachsene schnappte sich das Geld oder die größeren Kinder und wir liefen zur Straßen und genossen das kühle Eis mit großem Genuss. Niemals Erdbeer-Eis! Schon damals war meine Leidenschaft saures Zitroneneis und Schokolade.

Recht nahe dem Schrebergarten-Gebiet liefen - wie so oft - Zuggleise vorbei. Irgendwie hörte man die wenigen (!) Züge nicht wirklich. Die Gleise lagen auf einer Erhöhung und davor waren wilde Grasflächen. Da hörte man die Grillen zirpen, Hummeln summen und im Nachmittagslicht flirrten der Staub und die Insekten in der Luft.

Als ich vor fast vier Jahren in diese neue Wohnung zog, da habe ich nachts die Fenster aufgehabt. Plötzlich dieses bekannte Geräusch! Wenn der Wind günstig steht, dann kann ich in der Nacht die Güterzüge in der Ferne hören. Da bekomme ich ein ganz wohliges, wehmütiges und beglückendes Gefühl in mir. Sommer. Garten. Licht. Kindheit. Diese guten Erinnerungen aus meiner Kindheit sind ein immer währender Schatz in meinem Herzen.

Ich sollte viel mehr auf meine Sinne achten. Denke ich immer wieder. Schon mal in eine Schüssel mit rohen Teller-Linsen gegriffen? Wunderbar.
Der Geruchssinn ist ein weiterer fantastischer Sinn. Zitronenduft macht mich glücklich, Basilikum, der Duft vom Meer und Strand oder der Duft von Lindt "Heidelbeer-Vanilie-Schokolade" !! Das ist einfach göttinnenlich! Bis zum Ende des Sommers kann ich dieses Glück jeder Zeit herbeizaubern :O)

Aber der für mich absolut schönste Duft, der mich tief im Inneren berührt, ist der Duft von Babys. Da geht mir das Herz und die Seele weit auf.