Samstag, 23. Juli 2011

Der Geruch von Frucht!

Der Duft von Frucht lag heute mittag in meiner Wohnung. Das hat mich halb besoffen gemacht, aber in meiner Küche stehen nun 8 Gläser mit Marmelade. Das Rezept habe ich aus dem neuen Buch und es ist das erste Mal, das ich mir meine Marmelade selbst koche. Endlich konnte ich Früchte einkaufen! Herrliches Gefühl. Dazu ein Stück Käsekuchen. Zur Stärkung.


Waschen, schneiden und föhn... ähm...trocknen. Himbeeren und Erdbeeren. Habe ich gemacht. Sorgsam und mit viel Liebe.




Gleichzeitig in einem großen Topf mit kochendem Wasser die Einkochgläser gesäubert und auf einem sauberem Geschirrtuch zum Trocken hingestellt.
Die Früchte habe ich püriert - mit dem im Keller fix wiedergefundenen Mixer - und den weißen Fliesen in der Küche dabei einen schönen neuen Anstrich verpaßt. Gepunktet ist im Kommen!
Zwischenzeitlich festgestellt, das ich nicht verstehe wie das mit der Menge des Geliermittels gemeint ist. Danke Herr Oetker! Also rief ich meinen Cousin R. an, der in der Familie die Marmelade macht. Zum Glück war er da.
Durch ein wirklich feines Metallsieb habe ich diese Soße gedrückt. Das war etwas zeitaufwendig, aber ich mag einfach keine Kerne auf dem Brötchen. Ritschritsch scharb ritscheratsche... das macht die Handgelenke geschmeidig.



500 gr. Traubenzucker + einen (!) Beutel Gelierfix (2 : 1) gemischt und + 2 Tl. flüssigen Süßstoff in die Fruchtsoße eingerührt. 3 Minuten aufkochen lassen bei heftigem Rühren und dann fix in die sauberen Gläser füllen. Sofort fest verschrauben und auf den Kopp stellen.


Mensch, das war schon ein wenig eine klebrig Angelegenheit. Aber ich habe meine 8 Gläser voll bekommen. Hätte für 10 kleine Gläser gereicht. Als ich so mit diesem Brei am Arbeiten war und den Duft in der Nase hatte, da fiel mir ein, was vor fast genau 2 Jahren in dieser Küche passierte.

Ich saß im Wohnzimmer und plötzlich hörte ich einen dumpfen Knall. Das hörte sich ganz komisch an und ich war aufgeschreckt.
Langsam ging ich durch die Wohnung und als ich in die Küche blicke, da trifft mich fast der Schlag! Am Ende meiner eher länglichen Küche ist das Fenster. Es war blutrot verschmiert. Fast das ganze Glas war überzogen von einer hellroten Flüssigkeit. Nur an einer Ecke konnte ich noch den Abendhimmel sehen.

Erstarrt stand ich auf der Türschelle und mein Hirn lief auf Hochtouren. Mit klopfendem Herzen und etwas seltsamen Gefühl bin ich langsam zum Fenster hin. Woher kam diese Angst? Zuviel ungünstige Filme gesehen, Oona?

Im Zeitlupentempo kam ich am Fenster an. Es hat kleine Lüftungsklappen oben in einer 6 cm hohen und fensterbreiten Schiene. Ist das eine Feder?? Ich vernahm den Geruch von Erdbeeren.
Ist es jetzt soweit, Oona? Erdbeeren?

Beim Begutachten sah ich dann wenige Federn und die kleinen Körner, die auf den Erdbeeren sind. Hm... und dann wußte ich es! Nur so konnte es sein. Ein Vogel (vermutlich eine Taube) muss mit voller Wucht gegen mein Küchenfenster geknallt sein und hat dabei den Mageninhalt auf mein Fenster gespuckt.
Ich ging zum Schlafzimmerfenster und öffnete es. Unten konnte ich kein Federvieh erkennen, das womöglich Hilfe gebraucht hätte. Die Häuserwand hatte nur wenig abbekommen.

Nein, das zu säubern hat keinen Spaß gemacht und irgendwie hatte ich den Film "Vögel" im Kopf. Keine Ahnung wo das herkam, denn ich habe den Film nur halb gesehen. Der Alfred hat seine Sache gut gemacht...
Meine Mutter allerdings hat den Film damals - also um 1973 - in Kiel im Kino ganz gesehen. Mein Vater fragte sie noch, ob sie das wirklich wollte.
Am nächsten Tag nach dem Besuch im Kino habe ich - als ein kleines Mädchen von zwei oder drei Jahren- ganz entspannt am Teich gestanden und wollte diese putzigen Enten füttern. Da kam ein Schwarm kreischender Möwen vorbei, die auf mein Brot in der Hand ganz scharf waren. Meine Mutter lief schreiend wie eine Furie über den Rasen zu mir hin. Riss mich noch im Laufen hoch und nur weg nach Hause.
So hat es mein Vater berichtet. Mein Vater sagte damals zu meiner Mutter: "M., Du solltest Dir keine Filme von Alfred Hitchcock anschauen. Das ist nicht gut für´s Kind."

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