Dienstag, 25. September 2012

Brötchen-Glück

Heute morgen war ich zu spät dran und ergatterte gerade noch die nächste Straßenbahn. Zwei Haltestellen später stieg ein sehr gutaussehender Mann ein mit seinen zwei kleinen Kindern. Ich habe ihn schon zwei Mal am Morgen in der Bahn bemerkt. Weil er gut aussieht, weil die kleinen Kinder süß sind und er einen starken niederländischen Akzent hat. Das klingt schön.

Jedenfalls setze ich mich auf den gegenüberliegenden Platz zu einer Mutter mit ihren zwei Kids (ca. 10 und 16 Jahre alt), damit der Mann sich mit den kleinen Kinder auf (meinen) den Vierer-Platz hinsetzen konnte. Kind 1 auf den Sitz gesetzt (Mädchen, 4 Jahre?) und dann den Jungen (3 Jahre? Jan :O) und aus der Aktentasche zauberte er wie bei den letzten Fahrten ein schon durchgeschnittenes Rosinenbrötchen. Eine Hälfte für jedes Kind. Er zerknüllte die Tüte und sagte freundlich: "Und jetzt haben wir erst einmal Ruhe." Lachen. Die Kinder mampfen an den Brötchen.

In meinem Vierer-Sitz sagt die Mutter Anfang 40 mit den wilden roten Locken lachend (zu uns) und zu ihren Kindern: "Warum geht das eigentlich bei euch nicht mehr? Ihr sprecht auch mit vollem Mund." Allseits lachen. Ich sage: "Das ist wahrscheinlich eine Frage der Zeit bis es ein Brötchen für jedes Kind sein muss und sie werden sprechen..." Die Lütten plapperten gleich los. Der Vater antwortete umsichtig und war ganz aufmerksam. 

Die beiden Kleinen sind süß und die beiden größeren Kinder neben mir waren sehr interessiert und angenehm umgänglich. Die Mutter sprach in sehr gutem Deutsch auch mit einen Akzent.
Irgendwann wollte Jan noch ein Brötchen. Aber es gab nichts mehr. Da fing er an zu singen. Entzückend!!

Das Glück im Alltag ist manchmal ein halbes Rosinenbrötchen...

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