Samstag, 30. August 2014

Meine Fidibus ist zurück !

Die Tage habe ich eine kurze Doku (14 Minuten) gesehen über die Musikerin M*arietheres, die mit ihrem (wesentlich älteren) Mann vor vier Jahren in die Eifel ins Grüne gezogen ist. Neben ihrer Arbeit mit SängerInnen hat sie einen großen Gemüsegarten, Hühner, Schafe und 40 Obstbäume. Sie arbeitet viel und hart in ihrem Garten (weil sie das so will) und ist mittlerweile, was die Lebensmittel betrifft, fast autark.
Als ich sie so am Anfang des Films im Garten sah, da dachte ich: „Da muss eine aber auch einen gesunden Körper haben, um die Arbeit jeden Tag viele Stunden lang machen zu können.“ Sie erzählte von dem Leben im Moment, denn sie hatte drei Situationen in ihrem Leben, wo sich alles änderte. Wo sie begriff, dass das Leben in jedem Moment zu Ende sein kann. Deswegen will sie das Leben jetzt erfahren und nicht irgendwann in der Zukunft.
Dann sehe ich sie bei ihren Yoga-Übungen in einem kleinen Raum. Ein kraftvoller und schlanker Körper, denke ich, und es wird erzählt, dass sie vor neun Jahren einen schweren Reitunfall hatte und sich fast nicht mehr bewegen konnte. Ohne ihre Übungen wäre sie schwerstbehindert. Mir geht durch den Kopf: Was alles geht, wenn eine nur weiß, was sie will. Im Internet meine ich herausgefunden zu haben, dass sie Yoga-und Pilates unterrichtet. Kann mich aber auch irren.

Mich hat es sehr angesprochen, was ich in dem Film sah. Es wirkte auf mich in Vielem durchdacht und zielstrebig. Ist natürlich das, was ich sehen kann oder will. Ist mir klar. Was mich daran am meisten berührt ist, wie in allen Dokus / Berichten, wo Menschen hart und viel arbeiten und dabei zumeist zufrieden sind, dass sie einen Sinn haben in ihrem Leben. Das sie oft erstaunlich vielen Interessen nachgehen und weitgefächerte Aufgaben habe. 
Mir ist total schleierhaft, wie diese Menschen es schaffen. Ich vermute, sie denken nicht so viel Unsinniges bzw. haben für soetwas schlichtweg keine Zeit. Sie haben Aufgaben, sind in Beziehungen zu Mensch und Tier, sie haben Ideen, Bewegung und finden darin etwas wie Zufriedenheit und Balance.

In der Doku löste auch der Keller mit den selbst hergestellten Vorräten eine innere Begeisterung aus. Ich erinnere mich daran, dass - als wir früher auf dem Land lebten - meine Mutter öfter eine von uns in den Keller schickte, um Kartoffeln für das Mittagessen hochzuholen. Oder eingemachte Lebensmittel wie Bohnen, Rote Beete, Birnen, Pflaumen, Apfelmus, Marmelade und vieles anderes. Weil wir einen kleinen Gemüsegarten hatten und kein Geld. Vor dem Abendbrot noch kurz in den Garten, um frischen Salat, Tomaten, Gurken und Zwiebeln zu ernten. Am liebsten mochte ich den Tomatensalat meiner Mutter. Oder den schlichten und ganz einfachen Kopfsalat mit einer Soße aus Jogurt, etwas Zucker und Zitronensaft. Dass ich mich daran erinnere.

Meine Eltern hatten später ein weiteres Mal einen Schrebergarten. Nach dem sie ihn aufgeben mussten aus gesundheitlichen Gründen, hat meine Mutter das kleine Stück Erde hinter ihrem Miethaus zu ihrem Reich erklärt. Ohne kann sie einfach nicht und es ist ihr kleines Glück.

In meiner Stadt gibt es übrigens mehrere Gebiete mit Schrebergärten, wo eine Gärten - oder auch Parzelle genannt - pachten oder kaufen kann. Wenn ich so an meine Begeisterung für meine einzige Tomatenpflanze denke und die Freude am Duft von meinen Lavendelpflanzen und der Minze auf meinem Balkon. Der Duft von Rosen. Wo bin ich immer (!) in meinem Leben im Inneren weit und glücklich? In der Natur. An der Küste. Im herbstlichen Wald. An der frischen Luft.
Wenn ich weiß, dass ich in meiner Stadt wohnen bleibe, dann wäre das doch eine ernsthafte Überlegung wert. Oder ich ziehe ins landliche Umland.

Die Pferde Virginia und Kessy haben mich von November bis Juni etwas gelehrt. Das schwingt bis heute nach und ich spüre innere Bewegungen, die mich erstaunen. Ich frage mich, wie sich wohl Hühner oder Ziegen anfühlen. Bei meinem letzten Spaziergang mauzte mich eine Katze am Wegesrand an. Ich habe sie fast gestreichelt und war begeistert von ihren Augen. Eine Annäherung scheint möglich zu diesen schönen Geschöpfen.

Vor ein paar Tagen sah ich ein Interview mit der sehr erfolgreichen blinden B*iathletin Verena B*entele, die heute in der P*olitik ist. Die Frau ist sehr beeindruckend und hat – wie ich finde – viel Kluges zu sagen. Unter anderem erzählte sie, dass es wichtig ist stets gute, positive Erfolgserlebnisse zu haben. Sich des eigenen Wertes und Könnens bewusst zu werden und zu sein, um den Mut zu haben Neues zu probieren und zu wagen.

Da werde ich versuchen anzusetzen. Ein Punkt ist, dass ich lerne für mich besser zu sorgen. Auszubalancieren Körper, Geist und Seele. Wo soll zum Beispiel die Kraft und Lebensenergie herkommen, wenn eine sich einseitig, ungesund und langweilig ernährt wie ich das mache? Okay. Die Ess*störung ist so eine Herausforderung :O) Nun ja.

Je mehr ich zurzeit über gesunde und biologische Ernährung lese oder im TV sehe, was für einen Schrott oder fast schon Gift die L*ebensmittelindustrie uns V*erbraucherInnen zumutet, desto mehr habe ich das Gefühl mich noch einmal von einer anderen Seite mit dem Thema Essen, Lebensmittel, Tierhaltung und anderes zu beschäftigen. Wozu kämpfe ich mich durch mein Leben, um in ein paar Jahren an den folgen schlechter Ernährung zu leiden? Diabetes ist bei mir ein Thema.

Schon öfter habe ich überlegt, ob ich meine Getreidemühle Fidibus verkaufen soll. Die stand die letzten zwei Jahre im Keller, weil ich schon länger kein eigenes Brot mehr backe. Die Mühlen sind richtig teuer und im Keller wird so ein Gerät ja auch nicht besser. 

 

Nun bin ich ganz froh, dass ich sie nicht verkauft habe. Sie steht nun wieder in meiner Küche. Erst einmal ist die Frage, wie ich so eine Getreidemühle nach längerem nicht gebrauchen reinige.  Aus dem ersten Mehl werde ich einen schönen Mehlkreis in der Natur machen.

Mir fallen noch massenhaft Dinge ein, die ich hier aufschreiben könnte. Wichtig ist mir, dass ich nicht immer nur vom Leben auf dem Land oder an der See träume und mir wünschte, mein Leben wäre anders. 
Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt… 
…deswegen habe ich mir u.a. als Inspiration und "Erste-Schritte-Möglichkeiten" aus vorhandenen Büchern eine kleine Auswahl zusammengestellt. 


Welche findet den „Fehler“ im Bild ??

 


AHOI


und immer eine Handvoll Wasser unter dem Kiel 

wünscht euch Oona 

*

Mittwoch, 27. August 2014

gestern erledigt

* das Bad geputzt  (Grüße an meine Leserin Grit)

* mit dem Rad (!) ins Viertel gefahren, um meinen Ring endlich abzuholen. Ich stand vor dem Laden, welcher am Samstag halb ausgebrandt ist. Innen alles verräuchert und verbrannt. 
Mein Ring war in der Werkstatt und hat es überstanden. Der Inhaber stand meiner Meinung nach immer noch ein wenig unter Schock. Es sagte, er wäre reingerannt und habe versucht im Büro noch was zu retten. Immer diese "Helden". Danach mußte er zwei Stunden an das Sauerstoffgerät. Was passiert ist? Der Drucker im Büro ist durch Überhitzung in Brand geraten. Gut, dass ich meine Sachen wenn möglich vom Netz nehme. 

Mein neuer Ring ist sehr schön. Wie ich finde ist er nicht ganz super bequem. Habe ihn nur kurz "anprobiert, ob die Größe nun stimmt. Zur Zeit liegt er schön da und bekommt immer wieder R*eiki. Im Moment habe ich nicht die innere Ruhe für das geplante kleine Ritual. 

* rechtzeitig Gesundes gegessen

* mit dem Rad zum Büro meiner Versicherung wegen der Rente. Schon länger will ich da was ändern lassen und etwas erfragen. Jetzt fühlt es sich gut und richtig an.

* im Bio-Laden eine "Bonuskarte" erworben und hoffentlich habe ich alles durchgestrichen und nicht angekreuzt, was ich alles nicht will.  :O) 

* mir ein gesundes Essen mit Bio-Produkten gekocht

Jetzt ist es ein kalter, sonniger Morgen und ich habe gewartet, dass es 8 Uhr wird. Nun kann ich los in den Bürgerpark.

Wünscht mir Glück, dass mein Ohr endlich einen Weg gefunden hat zu gesunden!!  

**   

Samstag, 23. August 2014

B+otanischer Garten Hamburg

Ich wußte gar nicht, dass Hamburg einen Botanischen Garten hat.




Überhaupt habe ich ´ne Menge Impulse bekommen. Zum Beispiel ist es schon gefühlt ewig so, dass ich wo hinfahre für´n Tag und dann nüscht zu Essen dabei habe. Selten schaffe ich es für mich zu sorgen - eher notdürftig, denn ich kann Laugenstangen nicht mehr sehen- , aber häufig bringe ich mich in eine Blutzucker-Schieflage. Mir wird kotterich, ich fange an zu zittern und meine Beine scheinen aus Pudding zu sein. Gerade in Zeiten, wo mein Zuckerkonsum grauenhaft ist, kommt das wieder häufiger vor. Dieses Erleben ist für mich schlimm und hat meistens zur Folge, dass ich manchmal zwei Tage danach esse wie´n Scheunendrescher. 
Da passiert im Inneren etwas, wenn ich mich so grauslig fühle, weil ich stundenlang nichts gegessen habe und dann auf die Schnelle nichts finde. Oder lange danach suchen muss und dann irgendwas esse (was bei mir ja nicht gerade einfach ist) und was, wenn es ganz schlecht läuft, auch noch völlig überteuert ist.
  



Dabei bin ich stets angetan von Frauen, die sorgsam und weitsichtig sind. Die in der Pause ihre feinen Brote, den Tee oder das passende Obst aus Tasche oder dem Rucksack hervorzaubern.
Diese Weitsicht fehlt mir total. Besser gesagt die eigene Fürsorge. 
 

Nachdem es irgendwann im botanischen Garten ziemlich eng wurde und es mir rasend schnell schlecht ging, habe ich den einzigen essbaren Kuchen und eine Bockwurst (naja) in einem Kaffeeausschank inhaliert. Während meine Begleiterin sich im "Bauerngarten" von den Blumen und Pflanzen betören lies. 







Auf einer Bank in diesem Bauerngarten mit wundervollem Licht, da habe ich mir geschworen, dass ich das einfürallemal ändere. Nur um heute in Oldenburg es wieder nicht zu tun. Okay. Mir ging es die letzten 24 Stunden einfach grauenhaft. Da noch weiträumig denken... 




Zumindest habe ich mich gestern und heute auf die Suche nach einem perfekten Rucksack gemacht. Das ist gar nicht so einfach. Abgesehen vom Preis. Meinen guten Trekkingrucksack haben sie mir vor Jahren bei einem Einbruch in meinen Keller geklaut. Der war super. Mein anderer "normaler" Rucksack ist ein etwas lieblos gekauftes Teil, welches ein erstaunliches Eigengewicht hat. Wie das mit "mal eben gekauft-Teilen" so ist. 



Meine frühere Schmerzärztin bekam 1999 die Krise als sie einmal meine Hängetasche in die Hand nahm. "Frau Oona, dass ist Gift für ihren Nacken und ihre HWS." Recht hatte sie und eben daraufhin trug ich jahrelang schwere Rucksäcke durch die Gegend. Seuftz. Immer in Regenjacken bzw. Allwetterjacken, mit Rucksack und in schweren Schuhe. Bei Wanderungen oder bei echt schlechtem Wetter (an der Küste) unabdingbar, aber alle Tage mag ich nicht mehr.  

 

Jedenfalls werde ich weiter suchen nach ´nem guten Rucksack. Der nächste Tagestrip kommt bestimmt und dann bin ich vorbereitet! Irgendwann habe ich mir vor Jahren eine kleine, gelbe Thermoskanne gekauft... und jetzt wieder gefunden. Prächtig!
Dann habe ich mich durch das gesunde Essen von M. inspirieren lassen. Am nächsten Tag habe ich endlich beim Bio-Laden um die Ecke etwas Hackfleisch gekauft, Paprika und Zucchini. Das Fleisch hatte erstaunlich viel Wasser. Außerdem habe ich Bio-Eier gekauft. Bei dem Preis (der ja okay ist) werde ich meinen Konsum an Eiern reduzieren. 
Irgendwo las ich von einem Buch, dass eine Ernährung mit Bio-Produkten etc. auch für eine mehrköpfige Familie mit wenig Einkommen möglich ist. Dazu braucht eine Köpfchen. Das habe ich. Es ist meiner Meinung nach vor allem eine Frage der Menge und der Prioritäten. In Phasen, wo ich nur bei körperlichem Hunger esse, brauche ich erstaunlich wenig Lebensmittel am Tag. 


Und Ha! Wenn ich allein den scheiß Zucker (Kuchen, Weißbrot = Zucker, Schokolade, Kekse, Schokoriegel und die Marmelade) weglasse, spare ich im Monat ziemlich viel Geld. Und meine  Bauchspeicheldrüse gewinnt an Jahren und meine Nerven an Ruhe.


*

Freitag, 22. August 2014

flott hin und dann verweilt

Gestern fuhr ich nach Hamburg und für Stunden ging es in den großen botanischen Garten. M. und ich fuhren mit der S-Bahn hin und stiegen hier aus


Wenn ein paar der Fotos was geworden sind, dann seht ihr sie hier demnächst. Werde mir nun ein Baguette holen und dazu gibt es einen Milchkaffee. Habt einen wunderbaren sonnigen 22. August und liebe Leute: es ist schon fast Wochenende. *lächel*

Montag, 18. August 2014

so war das nicht abgesprochen :O)

Herbst im August. Da hört sich ja wohl alles auf! Als ich nach fast zwei Stunden R*eiki-Behandlung um 8 Uhr von der Sonne aus dem Bett gekitzelt wurde, da wußte ich noch nicht, das es nur 13 Grad hat und für den Tag heftiger Wind und dicke Schauer angekündigt sind. Als wenn die Sonne das mit mir zusammen im Radio gehört hatte, drehte sie nach 20 Minuten den Hahn ab. Nun aber fix, dachte ich mir und bin losgelaufen. Brauchte meine Herbst-Winter-Laufjacke! Mooah... war das frisch. 

Gut, dass ich gelaufen bin. Denn auf dem letzten Stück des Weges hatte ich plötzlich ´ne Erkenntnis. Da bin ich glatt aus der Bewegung gekommen. Nicht das ich darüber nachgedacht hätte. Beim walken versuche ich meine positiven Affirmationen ununterbrochen zu wiederholen. Das klappte heute ausgesprochen gut. Wald sehen, aufatmen, nichts denken außer meine Sätze und diese auch ausfüllen und walken. Atemen... und dann zack die Erkenntnis.

Gerade schwitze ich etwas ab und schaufelte ein Müsli aus Banane, Bio-3-Korn-Flocken und Ziegenmilchjogurt rein. Hatte so einen Kohldampf. Jetzt wird mir kalt und ich freu mich auf die heiße Dusche. Also: Reiki erledigt. Walken erledigt. Frühstück erledigt. Dusche und ein paar Körperübungen folgen. 

Meine Lavendelpflanzen biegen sich im Wind und die Baumkronen tanzen wilde unbekannte Tänze. 
Also ehrlich. Herbst im August. So war das nicht abgesprochen! 

Habt ´nen schönen Tag und 
immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel !   

Freitag, 15. August 2014

Weisheit to go



Wir können nur dann 
tiefes Mitgefühl empfinden, 
wenn wir auch in der Lage sind, 
Liebe und Achtung 
für uns selbst zu entwickeln. 

(Dalai Lama) 






*

Montag, 11. August 2014

Weisheit to go


Wenn du vergnügt sein willst,
umgib dich mit Freunden, 
wenn du glücklich sein willst,
umgib dich mit Blumen.


(Japan)













*

Nachtrag: 
ein weiterer Mensch
der das Überleben mit De*pressionen
nicht geschafft hat

R.I.P.  
Robin

*

Freitag, 8. August 2014

fr*anzösisches Frühstück

Das gab es bei mir nach einem 57 Minuten Walk durch den leicht diesigen Bürgerpark. 


Beim Bäcker kaufte ich mein erstes Ciabatta-Baguette. Heißt das so? Ich mag es ja gern etwas getoastet. Dazu den sehr leckeren Ziegenfrischkäse, Baguette-Salami von "Du kannst" (die ist echt super lecker und mit Olive) und ein wenig Pflaumenmus. Das Brot war sehr schmackhaft. Mein erster selbstgemachter Milchkaffee. Ach, war das so... gemütlich und schön.

Donnerstag, 7. August 2014

dies und das

* Bei meinem ersten Kauf einer Baguette-Stange sah ich im Eingangsbereich des Marktes frisch hingestellte Lavendel-Pflanzen, die eine käuflich erwerben kann. Habe ich. Drei Pflanzen. Ich hoffe, dass sie in der Sonne (heute regnet es endlich mal) dann duftend leuchten. Heute Morgen gab es also Baguette, Ziegenrolle, Aprikosencreme und dazu Lavendel... ich kam mir mächtig französisch vor :O) Leider habe ich vergessen mir einen Milchkaffee zu machen und ihn aus einer Bowl-Tasse zu trinken. Im Laptop hätte ich womöglich noch ein paar Chansons gefunden... morgen ist ein neuer Tag.  
Seit heute "darf" ich auch wieder Cappuccino. 

*  Ich lausche seit ein paar Tagen hin und wieder Hans-Peter Ker*keling, wie er sein Buch "Ich bin dann mal weg..." vorliest. Obwohl ich das bestimmt schon 4 -5 x gehört habe. Das war eine gute Entscheidung vor Jahren, dass ich mir sein Buch als Hörbuch gekauft habe. Das er mehrere Sprachen fließend spricht ist schon beeindruckend. So ist die Möglichkeit sich auf dem Jakobsweg mit vielen Menschen tiefergehend zu unterhalten recht umfangreich. Es macht einfach richtig Spaß ihm durch die spanische Landschaft zu folgen...und ich bin wieder angefixt von dem Gedanken zu wandern. 

* der Regen, welcher in der Nacht einsetzte, und die etwas kühlere Temperatur entspannen meine Seele. 


Dienstag, 5. August 2014

Augustmüdigkeit

Mich ermüdet dieses Sommerwetter über Wochen ein wenig. Seit dem 29. Juni ist es warm. Sehr warm. Heiß geradezu. Diese schwüle Luft. Neee... kaum ein Lüftchen bewegte sich gestern und ich war den ganzen Tag mehrfach unterwegs. 




Wie auch immer. Es ist schon der fünfte Tag vom August. 
Ehe eine sich versieht ist scho wieder Weihnachten.... 

Samstag, 2. August 2014

neulich im Bäckerladen

Am Freitagmorgen war ich mit A. im „Ambiente“ an der Weser zum Frühstücken. Die Außenterrasse des Café war brechend voll, aber A. hatte den perfekten Tisch unter einem großen Schirm ergattert. Ich kann zehn Minuten zu spät… ähm… ja. Also wir schauten beide auf die Weser. Die Trauerweide im Blick. Easy Sommer. Licht. Freude. So muss das sein. Nach vier Stunden saßen wir immer noch im Schatten. Klasse. :O) Sonst hätten wir die Kuh, welche öfter vorbei kam, für echt gehalten. Sonnenstichtechnisch. Quasi. Guckst Du hier:



Als wir da so saßen, hörten wir gegen Mittag viele Feuerwehrautos. Nach 10 Minuten kam wieder eines und dann etwas später noch eines usw.  An die sechs bis acht Feuerwehrautos und Löschzüge hörten wir. A. hatte den Blick nach oben auf die Straße. Ich sagte, dass es zwar heiß ist, aber diese Menge an Einsätzen wegen der Hitze ist doch schon ungewöhnlich. 


Später sah ich zu Hause beim Nachrichtensender, dass ein kleines Flugzeug in meiner Stadt über der Halle eines Autohändlers abgestürzt ist. Übungsflug der LH. Nicht weit ist der Flughafen. Beide Insassen (Lehrer und Schüler) sind gestorben. Die Ursache ist noch unbekannt. Man vermutet, dass sie das Flugzeug noch auf eine eher leere Halle lenken konnten. Es ist mitten in der Stadt abgestürzt!

A. und ich trennten uns nach dem langen Frühstückstreffen und ich fuhr mit dem Rad nach Hause. Dabei kam ich an einen der wenigen Bäckerläden vorbei, die meinen Lieblingsblechkuchen haben. „Spanische Vanille“. Wie der schon klingt, oder? Tatsächlich hatte ich im Laden gleich den freien Blick auf die Auslage und mein Kuchen war da. Super! Den gibt es nur im Sommer und ich liebe Vanillepudding mit Schokoladenstücken auf Boden. Sooo schlonzig lecker.

Meinen Kuchenwunsch tat ich der Verkäuferin kund und wartete bis sie den Kuchen eingepackt hatte. Während dessen kam eine schlanke, eher sportliche Frau um die 60 in zügig in den Laden. Schaute sich um und fragte in den Raum hinein: „Ich habe hier nicht zufällig meine Geldbörse liegen lassen, oder?“ Die beiden Bäckereifach-Verkäuferinnen verneinten freundlich. Da sagte die Frau: „Dann habe ich blöde Kuh die wohl wieder woanders liegen lassen.“ Sie lachte und ging aus dem Laden.
Ich sagte zu den beiden jungen Frauen hinter dem Tresen: „Na, wenn eine dabei so entspannt bleibt, dann ist es ja gut. Ich würde leicht panisch, wenn ich mein Portemonnaie verloren hätte.“
Die Verkäuferin sagte mir, dass die Frau dement sei. Upss… Die Verkäuferin erzählte, dass sie schon bemerkt hätten, dass die Frau irgendwie anders geworden ist. Eines Tages kam der Sohn mit und erzählte, dass seine Mutter dement wird bzw. ist. Sie kauft dort Unmengen von Kuchen ein, weil sie glaubt, dass sie am Nachmittag Besuch bekommt. Der Sohn weiß schon nicht mehr wohin mit dem Kuchen.
Ich sagte, dass sie der Frau ja schlecht keinen Kuchen verkaufen könnten, wenn sie darum bittet und bezahlt. Das bestätigte die andere Verkäuferin. Aber sie versuchen die Frau nicht auch noch zu ermuntern mit Fragen wie: „Darf es noch etwas sein?“ Oder würden sie auf Angebote hinweisen.  Sondern sie sagen ihr oft, dass es schon viel Kuchen ist oder dass es für den Besuch reicht, wenn sie vier Stücke kauft. Statt täglich (!) 11 Stücke.
Als ich zu meinem Fahrrad ging, sah ich die Frau um den Bäckerladen herumlaufen. Sie wirkte etwas desorientiert… suchend.

Heute Morgen um 7.15 Uhr in die Laufschuhe. Es war schon da warm! Später ein erhellendes Frühstückstreffen in der "Lilie" mit einer lieben Freundin. Wunderbar.

Freitag, 1. August 2014

dem Fluß vertrauen





Ich suche nach der Ruhe. Genauer geschrieben nach der Stille. 
In mir und im außen.Wie sich jede vorstellen kann ist das in der Stadt unmöglich. Seltsamerweise halte ich an vieles fest, was unmöglich ist. 
Selbst wenn ich auf dem Lande wohnen würde ... also nicht in einem Dorf, sondern wirklich ländlich, dann gäbe es keine Stille und Ruhe. Würde ich in der Arktis leben, dann würde mich wahrscheinlich das Wasser stören und der Wind. Pfeifft der doch über das Eis. 

Vor einiger Zeit hörte ich eine CD von E*ckhart T*olle. Da ging es um die Tore zum Jetzt. Spannende Geschichte... *lach*. Jedenfalls hört eine ja jedes Mal was anderes bewußt vom Text. Je nachdem, was eine gerade hören kann oder will. 
Es ging darum dem Klang eines Mediationsglöckchens zu lauschen. Das habe ich in meinem Leben schon gemacht und ich mag den Klang. Je tiefer, desto schöner. Der Eckhart hat angekündigt, was gleich kommt und so saß ich entspannt auf dem Sofa und wartete. Da. Der Ton.... und wie lange nach geklungen ist! 

Ich habe ein ausgesprochen gutes Gehör. Am Ende waren es eher Schwingungen, die ich wahrgenommen habe. Er erzählte etwas und erneut erklang der Ton. Und tatsächlich. Der Ton kam aus der Stille. War da in hoher Präsenz. Ging in weichen Schwingungen zurück ins Nichts. 
Alles kommt aus der Stille und vergeht in der Stille. Das ist unabänderlich. Diese Erkenntnis sage ich mir seit dem öfter selbst, weil mich das irgendwie beruhigt.

Ich versuche seit ein paar Tagen nicht mehr den "Lärm" und die Geräuschen auszuschließen, sondern lade sie ein. Ich lüfte und wenn die Nachbarn weg sind, dann lege ich mich ins Bett. Bei offenen Fenstern. Oder ich mache das morgens um 4 Uhr, wo es so frisch ist. Da höre ich natürlich auch die ersten Laster vor dem Haus, die Güterzüge in der Ferne (die mich nicht stören) und die ersten Straßenbahnen. Den Zeitungsausträger und die dämlichen Tauben im Baum nebenan. Seltsamerweise schlafe ich wieder ein. Nicht lang und nicht wirklich tief, aber unter dem "Geräusche-Teppich" ist es still.

Am Mittwoch bin ich nach meiner "Stunde" - die sehr anstrengend war - zu Fuß zum "Café Ambiente" an der Weser gelaufen. Draußen unter dem Sonnenschirm war es auszuhalten trotz der Wärme. Ich bestellte einen Cappuccino und aß ein Stück ihres sehr guten Zupfkuchens. Schaute auf die Weser. 
Die Dinge fließen dahin. Sich dem Fluß des Lebens anvertrauen. Von außen auf den Fluß der inneren Gedanken und Gefühle schauen und nur beobachten. Keine Wertung. In ihrer Natur sind sie unbeständig. Mich an etwas festzuhalten macht keinen sind. Vom Ufer aus kann ich still und entspannt betrachten....
Wo war ich? Ach ja.
Mittlerweile habe ich mir angewöhnt billige Schreibhefte aus dem Supermarkt zu kaufen, die ich in schönen Cafe´s voll schreibe. Später schmeiße ich die Hefte mit meinen aufgeschriebenen Gedanken, Erkenntnissen und Gefühle zeitnah weg. Es geht mir ums Schreiben und um Zentrierung. Und ich kann so oft die "gleichen" Dinge schreiben wie ich will. Liest ja niemand mehr. Ist immer alles frisch und neu... *lächel*

Der Wind, leicht und schwankend, war so wohltuend auf der Haut. Um mich rum unterhielten sich die BesucherInnen des Café. Ein Baby quengelte. Schiffe fuhren über die Weser. Menschen kamen und gingen. Tortenstücke auf weißen Tellern liefen an meinen Augen vorbei zu entspannten GenießerInnen. Ein Kellner kam nicht zum Feierabend und in der Küche ging ein Tablett zu Boden. 
Auf der größeren Grünfläche zwischen dem runden und terrassenförmig angelegten Café und der Weser gibt es eine größere Grünfläche. Da sitzen meistens Menschen. Machen Picknick, spielen mit dem Ball, üben Kunststücke oder haben einfach eine gute Zeit. Mütter mit ihren Babys sitzen oder liegen unter der sehr großen und dickstämmigen Trauerweide, welche in der Mitte der Grünfläche steht. Ihr Schatten ist der wahre Luxus an heißen Sommertagen wie diesen. 

Ich liebe Trauerweiden. Schon der leichteste Windhauch wird sichtbar. Über zehn Jahre hatte ich meinen Balkon in der alten Wohnung unter einer großen Trauerweide. Die habe ich geliebt! 
Jedenfalls saß ich da im Café unter dem großen weißen Sonnenschirm und um mich das Leben. Geräusche, Unruhe mit Ruhe gepaart, Unterhaltungen, leise Musik aus den Innenräumen ... Weiße Wolken am blauen Himmel, die der Wind vor sich herschiebt. Ich schaue von meinem Papier auf und nehme einen Schluck von meinem Cappuccino. 
Ich bemerke, dass es hinter den Geräuschen und dem "Lärm" tatsächlich still ist. Mein Blick fiel auf die Trauerweide, wie sie ganz majestätisch im Wind steht und von der Sonne beschienen wird. Unter ihr tobt das Leben. Der Fluß zieht in einer großen Geschwindigkeit an ihr vorbei. Die Weide selbst ist in Stille. Unbewegt im Kern. Kraftvoll. Lebendig. Unerschütterlich. 
In ihrem Kern - wie alles - schwingende Energie. 

Diese Wahrnehmung ging auf mich über. Ganz seltsam schön. 
Ich saß da und war still. Zentiert. Um mich das Leben. Ich lebendig... und dennoch diese Ruhe in mir und auch Stille. Wahrnehmen. Mehr nicht. Das machte so eine Lust auf mehr davon. Seelennahrung vom Feinsten. 




Der Wind, der leichten Fluges

                        aus fernen Ländern kam,

                        sich verfing in meinen Haaren;

                        in den Ästen der Trauerweide über mir,

                leise eine Stimme fand in wehenden Ranken.



                  Weiter zog 
und mir zurücklies die wenigen Blätter,

                        die taumelnd gegen Boden sanken,

                      um mir zu bereiten
ein warmes, weiches Bett.                     

           
*