Dienstag, 12. Dezember 2017

gerade an der Kasse

Ich stand an der Kasse. Vor mir ein Mann, der ca. 140 Eier und etwas Milch kaufte. Als ich fertig war mit dem "auf´s Band legen" meiner paar Teile, bemerkte ich, dass eine Mitarbeiterin des Ladens hinter dem Kassierer stehend (sie wurde vorher per Durchsage an die Kasse gebeten) einen sehr abgegriffenen Zettel vom J*obcenter las. 
Sie las lange. Der Mann sucht seinen Personalausweis raus. Es wurde verglichen. Die drei KassiererInnen besprachen sich über die Kassen hinweg, was nun gemacht werden muss und welche Taste sie drücken müssen. Damit die Lebensmittel, welches der Mann gekauft hat, als Gutschein verrechnet werden. 
Dann musste er unterschreiben. Etwas umständlich. Dann nahm er den großen Karton mit den Eier-Packungen, seine schwere  Einkaufstasche und ging aus dem Geschäft. 

Was denken sich diese Behörden-Heinis?? Das es gar kein Problem ist Menschen noch mehr ins Abseits zu schießen, wenn sie an einer Kasse im vollen Rewe allen zeigen müssen, dass sie das Geld vom Staat bekommen? Ich persönlich finde das entwürdigend. Dazu müssen die ohnehin überlasteten KassierInnen diesen Job auch noch übernehmen. 

Da kann man mir erzählen was man will. Bei 80 % der Leute in dieser Gesellschaft geht innerlich das Rollo runter, wenn der Mensch gegenüber sagt, dass er ohne Arbeit bzw. auf staatliche Unerstützung / Hilfe angewiesen ist. Das habe ich selbst mehrfach erlebt. Man ist für viele in diesem Land ein Mensch zweiter Klasse. Wurscht, ob Du als RentnerInnen 40 Jahre geschuftet hast für eine Mini-Rente, ob Du ernsthaft und lebensbestimmend erkrankt bist oder ob Du als Frau ein Kind / Kinder bekommen hast oder oder oder...

Vermutlich ist der Prozentsatz der Menschen, die Unterstützung und Hilfe benötigen wesentlich höher als die Anzahl der Menschen, die heutzutage  - wie man sagt - sich auf Staatskosten ´nen faulen Lenz machen. Gibt es auch. Bestimmt. 

In einer  Doku  über Menschen, die im Grunde einen Anspruch hätten, aber sich eher mit 3 Jobs etc. und viel Klugheit und Ideenreichtung durchschlagen (um eben u.a. ihre Würde nicht zu verlieren usw.), war die Zahl dieser Menschen so unfassbar hoch, das ich erst dachte, ich habe mich verhört. Und da spart der Staat 20 Milliarden Euro ein. 
Das ist so ähnlich wie mit all den alten, kranken und dementen und somit auch pflegebedürftigen Menschen, die von ihren Angehörigen und FreundInnen betreut und gepflegt werden. Zu Hause! Es gäbe im Ansatz nicht genügend Wohnraum und ausgebildetes (!) Personal für all dieses Menschen. 
Würden die Angehörigen das nicht machen, dann wäre der Pflege-Supergau schon jetzt da ... statt in 10 oder 20 Jahren.

Vielleicht sollte ich mich zur Altenpflegerin umschulen lassen? Hmm... das wäre doch mal was. Das Arbeitsamt bietet ja allen mehr oder weniger unüberlegt "Langzeit-A*rbeitslosen-Menschen" eine Umschulung in diesen Bereich an. Da wird gesucht. Das es einen körperlich und seelisch fix kaputt machen könnte und das eine dafür sehr wenig Gehalt bekommt.... Hauptsache Du bist nicht mehr in der Statistik. 

Diese Situation an der Kasse trifft einen wunden Punkt, der gerade wieder an die Oberfläche wabert. Ab Janaur suche ich erneut nach einer Arbeit ab dem 01.*05.2018. Ab Februar muss ich mich dem Gesetz nach "a*rbeitssuchend" melden.

Und das, obwohl ich mich mehr dennje frage, ob ich den Job finde, bei dem ich nicht krank werde und von dem ich dann auch leben kann. 
Was für eine Arbeit ist möglich? Was will ich die nächsten 18 Jahre arbeiten, um mein Geld zu verdienen?

es zieht sich zu


gefühlt 
eine Kugel in einem F*lipper-Automat
geistig - gedanklich
seelisch
körperlich
lautloses Gebrüll
durchgehend



Sonntag, 10. Dezember 2017

gründlich

Seit ich versuche mit meiner Schulter in Kontakt zu kommen... mir fehlt noch der Mut genau und beständig hinzuhören... desto mehr habe ich das Gefühl, dass es hier um etwas Grundsätzliches geht. 
 

Freitag, 8. Dezember 2017

neues Kabel

Heute musste ich ein paar Dinge in der Innenstadt erledigen. In einem Fachgeschäft habe ich ein neues A*ntennen-Kabel gekauft. Diese Zeit zu Hause zu verbringen ohne Fernsehen, dass erscheint mir unklug. Als ich aus dem schneeflockenmatschigen Regen mit viel Wind in die Wohnung kam, war ich so froh, dass ich eine warme Butze habe. Groß und ganz allein nur für mich. So schön. 

Es ist nicht zu glauben, aber dieses neumodische A*ntennenkabel macht ein erstklassiges Bild! Wow. Was für Farben und eine Bildschärfe. Ernsthaft. Ist so ein FullTVHD-Kabel oder so. Dieses Geld hat sich gelohnt.

Am Nachmittag machte ich mir zwei Kerzen an, legte eine Weihnachtsserviette auf den Tisch ;-)  und nahm ein Käffchen und ein paar Bio-Dinkel-Kekse zu mir. Geht doch... *lach*

Donnerstag, 7. Dezember 2017

anders geschrieben

Den letzten Post von vorhin habe ich gelöscht. 
Möchte es anderes aufschreiben und dazu kurz: 
Ich gehe bis zum 08.01.18 nicht zur Arbeit. 
Möge ich die Zeit entspannt, leicht und gut für mich nutzen. 

Ahoi 
Oona


Mittwoch, 6. Dezember 2017

und erneut abgehängt

Am Montag war ich morgens unterwegs. Als ich um 10:20 Uhr zurück war und im Keller die Wäsche von der Leine nahm, sah ich einen Techniker, der sich an einem schwarzen Ding an der Wand zu schaffen machte. Um 10:30 Uhr wollte ich telefonieren. Ging nicht. Ich also wieder über das Handy 1&1 angerufen. Kurz: Der Techniker hat was falsch gemacht. Da nützt die nagelneu Fr*itzbox dann auch nichts. Der Störungsdienst hatte sich für Mittwochnachmittag angesagt. Von 13 bis 17 Uhr. Also wieder drei Tage ohne Telefon und Internet. Das war nervenaufreibend.  

Das ich diesen Text nun veröffentliche zeigt: der Techniker war da. Draußen am Verteiler hatte der Techniker vom Montag ein paar Leitungen „ausversehen“ abgerissen. Das sind dann 8 Tage insgesamt ohne Telefon und Internet gewesen. Möge es nun endlich stabil bleiben.

Sonntag, 3. Dezember 2017

schleichende S*ucht

Schleichend und irgendwie nur halb bewußt erkannt rutsche ich zurück in alte – für mich persönlich ungute - Verhaltensweisen. 
Ich bin zum Glück liebevoll-offen und obwohl ich es nicht gut finde, kann ich mir das anschauen und einigermaßen entspannt bleiben.

Nach dem Fund des Antennenkabels an meiner Stereo-Anlage, schaue ich immer öfter am Abend fernsehen. Das gefällt mir gar nicht. Zudem bemerke ich, wie oft ich mittlerweile vor dem Laptop sitze und mir Dokus in der Mediathek anschaue.

Es passiert das, was ich nicht mehr möchte: Ich verbrauche meine Lebenszeit nicht so, dass es mir gut tut und mir etwas bringt. Klar. Ich bekomme Informationen, Inspirationen und so, weil ich zumindest am Laptop nur „gute“ Dinge schaue und das sehr ausgewählt. Am wahrhaftigen Leben lebe ich vorbei.

SO ! ändert sich nichts. 

Mit dem Zucker ist es ähnlich. Nachdem ich festgestellt habe, dass ich 85 % ige Schokolade vertrage (max. 15 gr.), habe ich zu jedem Cappuccino etwas Schokolade. Nun könnte man sagen, da ist wenig Zucker drin - lt. Angabe 14 gr. auf eine Tafel. Doch diese Schokoladen-Stückchen sind in kürzester (!) Zeit ein neues „sinnloses“ Ritual geworden.

In „meinem“ G*roßraumbüro wird häufig direkt vor meinem Schreibtisch die „Kuchenrunde“ eröffnet. Die vier Kolleginnen (mit denen ich arbeitstechnisch nichts zu tun habe) aus dem Glaskasten nebenan kommen dann rüber. Ist ja eine Abteilung. Macht also so um die bummelige zehn KollegInnen, die in dem Raum dann laut plaudern, lachen, mit dem Geschirr klappern, rumwuseln und essen.
Vorletzten Mittwoch forderte man mich auf an der Runde teilzunehmen und ich schaffte es nicht ein kleines Stück Käsekuchen abzulehnen. Einer wird der Kuchen immer und immer wieder angeboten. An dem Tag hatte ich keine Kraft für Dis*kussionen und Ausweich*manöver. Der erste Zucker nach zwei Wochen. Ich hatte es endlich geschafft ohne Industriezucker auszukommen.Tja... 
Wegen so etwas fängt das schleichende Zurückfallen in alte ungute Muster an. Bei einem Menschen, der ein Problem mit Zucker hat – s*uchttechnisch – ist so etwas oft der Anfang vom Ende. Ich würde es vergleichen mit der Situation von einem a*lkoholkranken Menschen, der aufgefordert wird, sich nicht so zickig anzustellen und „ein S*chnaps geht doch wohl“.


Freitag, 1. Dezember 2017

Ich bin drin!!

Nachdem am Mittwoch im Laufe des Tages die F*ritzBox endgültig den Geist aufgegeben hatte und gar nichts mehr ging, hat mich der nette Mann vom Her*mes-Dienst heute um 15 Uhr endlich aus der Wartezeit erlöst. Vorsichtig die neue F*ritzbox aus ihrem Kartonbettchen erlöst und ganz langsam und überlegt die Kabel vertüddelt. Dann die zig Kennwörter vergeben und ... TAArraa... ich bin online im Internet, Telefon und Handy. 
Als erstes rief ich meinen Vater an. Der war glücklich mich wieder telefonisch erreichen zu können.
Ach... das Leben hat mich gefühlt und so wieder! *knigger*

Mittwoch, 29. November 2017

irgendwas ist immer...

Seit Montag ist mein Telefonanschluß defekt. Mal geht das Telefonieren und dann wieder nicht. Jetzt gar nicht mehr. Vorhin mit dem Anbieter über mein Handy telefoniert. Die Fritzbox hat nach 11 Jahren !! den Geist aufgegeben. Sie schicken mir eine neue Box. Zum Glück habe ich für den Notfall mein Smartphone von einem anderen Anbieter. 

Ganz nebenbei und mit einer erstaunlichen Leichtigkeit habe ich gestern Vormittag den Rauchmelder im Flur ausgelöst. Ich saß derweil vertieft in meinen Unterlagen im Arbeitszimmer... 
Du liebe Güte. Ist das ein ohrenbetäubernder Lärm!!! Der Topf, in dem die Birnen zu Holzkohle verbrannten, ist nicht mehr zu retten. Die Herdplatte ist zum Glück heile geblieben. 
Alle Stoff-Teile in der Küche gingen in den Müll. Das Flies in der Dunstabzugshaube muss ich heute neu kaufen und das ganze Ding reingen. iihh... Heute fahre ich in die Stadt, denn ich benötige einen neuen Topf (ich habe nur noch zwei) und neue Topflappen plus einem neuen Ofenhandschuh. Dabei hatte ich das gerade erst neu gekauft. :-(  Eine neue Schürze muss her.  Weil das alles verbrannt stank und ich nicht glaube, dass man das rausgewaschen bekommt. 

In der Küche hängt der Brandgeruch weiter. Zum Glück fast nur da. Mit Essig und viel lüften versuche ich den Gestank loszuwerden. Renoviert wird zum Glück im Frühjahr. 

Am letzten Montag hatte ich zumindest einen spannenden Tag zusammen mit meiner Schwester. Wir fuhren an diesem Tag insgesamt über acht Stunden mit dem Auto. Bei schauerlichstem Regenwetter und heftigen Wind. Sogar eine Überfahrt über die Elbe war mit drin. Bei dem Wetter!! Wir hatten Spaß und mein Herz hat es glücklich gemacht. Auch der Termin, den wir zwei hatten, war gut und hat für mich etwas zum Abschluß gebracht.
Das die Grabplatte liegt und das Gespräch vom Montag... das bringt etwas Frieden in meine Seele und in mein Herz. 

**

Heute habe ich mir ein Rezept für 6 x Heilgymnastik geholt. Die ersten Termine habe ich nächste Woche am Dienstag und Donnerstag.

Samstag, 25. November 2017

Flaute


so ist es schon seit Tagen
der Wind hat nichts zu sagen
hat keinen Plan wohin  
geht alte Wunden lecken 
verliert sich irgendwo im Nichts 
niemand segelt 
alle treiben  

ist denn immer noch kein Land in Sicht 
hier will nicht
 hier kann ich nicht länger bleiben

wenn hier heute nichts passiert
gehe einfach über Bord
bevor Du es bemerkst 
bin ich schon lange fort 
ich schwimm zum Horizont 
dort wo das Herz der Erde schlägt
und wo man endlich fühlen kann
dass die Welt sich dreht

kein Seemann singt 
die Luft steht still
das Meer ist blei
und jedes Wort zu viel 
Schweiß steht allen kalt auf der Stirn

es ist Flaute

es geht nicht vor und nicht zurück 
nicht einmal ein kleines Stück 

Flaute auf ´m Meer

wenn hier heute nichts passiert
gehe einfach über Bord
bevor Du es bemerkst 
bin ich schon lange fort 
ich schwimm zum Horizont 
dort wo das Herz der Erde schlägt
und man endlich fühlen kann
dass die Welt sich dreht

nie habe ich mich so sehr nach Sturm gesehnt
ich kann nicht mehr warten 
keine fünf Minuten 
viel zu lange bin ich schon auf diesem Kahn
doch mein Herz
mein Herz ist halt buten
und da will ich hin







Montag, 20. November 2017

Reduzierung mit Folgen

Ich sah also die Doku von Doris Dörrie und hatte jede Menge Ideen und innere Bilder. Die Doku von E. von Hirschhausen über das Leben im Alterheimen. Rührte mich an und setzte neue Ideen frei  und Fragen. Eine Doku über die vielen Gesichter der Emma Thompson. Eine kluge und unangepasste Frau. Mir wurde auf bewußt, wie sehr ich mich nach Informationen, Inspirationen, Neues oder Wissen u.s.w. sehne.

Das Dilemma ist, dass ich als hochsensible Frau mich vor dem zu viel in Allem "schützen" muss, um überhaupt anwesend sein zu können. Um nicht unter all den Sinneswahrnehmungen und dem Geschehen des Alltag unterzugehen. Das "mich zurückziehen" hat zur Folge, dass ich um meine Innenwelt kreise und im Grunde im "gleichen Kram" und in alten "Denkenkreise" festhänge.  Blöderweise das auch nur selten bemerke.
Mir fehlen positive, bewegende und schöne Impulse, Bilder, Farben, Formen, Musik, Gerüche, Geschichten, Eindrücke, Bewegungen und wohlwollender menschlicher Kontakt...
Doch dies alles gibt es nicht schön verpackt, fein abgegrenzt, sicher und perfekt und immer zur passenden Zeit. So wie es mir wünsche oder brauche.
Heute unterhielt ich mich über vieles mit meiner Cousine und ihrem Mann. Auf die eine oder andere Idee wäre ich nicht gekommen. Im Austausch werden oft die Situtionen klarer. Lösungen erkennbar und umsetzbar. Manches leichter. 


Samstag, 18. November 2017

massiv inspiriert

Ich stehe scheinbar auf kluge, redegewandt Frauen mit blonden Kurzhaar-Frisuren... Nachdem ich euch über das Interview auf dem "Roten Sofa" mit B*ärbel Sch*äfer geschrieben habe, bin ich vorgestern im Bayrischen Fernsehen in der Mediathek auf eine Doku mit D*oris D*örrie gestoßen. Es gab schon einmal eine spannende Doku über sie. Und auch das habe ich hier im Blog erwähnt. ;-) Doris erzählt in dem Film über sie und ihr Leben auch über das Schreiben. Sie unterrichtet weltweit das kreative Schreiben. 

Ach... ich könnte vieles dazu schreiben, was dieser Film an den Informationen und Bildern bei mir angestoßen haben. Als erstes habe ich mir gestern ein schönes, handliches Schreibheft in knallorange gekauft.

Freitag, 17. November 2017

An*näherung am Morgen

Vor der Arbeit hatte ich noch etwas Zeit und bin an die Weser gegangen. Mein Gesicht hielt ich der Sonne entgegen und war glücklich einfach nur am Fluß zu stehen. Durchatmen. Der blaue Himmel so strahlend. Diese sonnigen Tage sind jetzt im November doppelt kostbar.
Als ich nach links sah, war geräuschlos eine junge Möwe auf der Flußmauer gelandet. 

 

Ganz entzückt sprach ich sie an. Was sie den Tag noch so vor hätte und ob sie sicher ist, dass der Annäherungsversuch ihrerseits eine gute Idee ist. Sie kam mit zögerlichen Schitten auf mich zu.




 Noch ein paar Schritte....


 


... ein kleinwenig näher...



Einige Zeit schauten wir beide gemeinsam auf das Wasser. 
Eine bezaubernde Momentaufnahme an einem hellen Tag am Fluß.


Dienstag, 14. November 2017

nebenbei


Sonntag und heute habe ich viel geschlafen. Sehr früh bin ich wach geworden. So konnte ich sehen, wie in der Ferne über den Baumkronen der Tag anfing. Es war still im Haus und auch draußen. Ich stand in der Küche vor dem bollernden Heizkörper und schaute diesem intensiven Blau zu, welches von Minute zu Minute heller wurde. Als das klare Licht die Umgebung aus dem Dunkel heraus holte. Das sind die Momente, die mir mehr bedeuten, als eine sich vorstellen kann. Das geht bis tief in die Seele. 
Das Wetter war wunderbar. Am späten Vormittag habe ich einen kleinen Spaziergang gemacht habe. Ein heller Tag.

Am frühen Abend habe ich gekocht. Während ich das Essen zubereitete wurde mir plötzlich klar, dass mir bzgl. der "neuen" Arbeit eine deutliche und entspannte Sicht auf die Dinge fehlt. Das ich die "Fehler" nur bei mir suche. Außerdem stellte ich fest, dass mir in der Firma durch verschiedene Umstände mein "Büro-Rückgrat" abhandengekommen ist. 

Nicht, dass ich etwas nicht richtig oder nicht schnell genug mache, ist das Problem. Mein - fast automatisches - Verhalten nach einem „Fehler“ ist schwierig. Meine seelische und körperliche Haltung bricht ein. 

Ich fragte mich und spürte nach, wieso die letzte Arbeitswoche ungut für mich war, warum ich das Gefühl habe ständig arbeitstechnisch "zu schwimmen" und diese Woche mich dermaßen erschöpft hat.

Sehr viel weniger als vor Jahren verhalte ich mich unklug. Das will ich der ehrenhalber für mich selbst hier notieren. Jedoch sind es noch zu viele Dinge, welche mir über kurz oder lang schaden.

Ich habe vergessen, dass eine mit einem vorhandenen oder zumindest gespielten Selbstbewusstsein auf der Arbeit sein muss. Sonst hat eine verloren.

Grundsätzlich ist es wichtig sich zu merken, dass eine nur sehr wenigen und nahen Menschen die eigene Bedürftigkeit, Wahrnehmung oder Verletzlichkeit zeigen darf. 
Eine bekommt durch diese unkluge Vertrauens-Seeligkeit und / oder Offenheit nicht das, was sie braucht, wonach sie sich sehnt, was sie stärkt und was sie zufrieden macht. 
Es bleibt ein „sich verkaufen“ für fast nichts.
Das ist auch das Damoklesschwert über diesem Blog. 

Es gibt diese schöne, kluge Geschichte von E*ckhart von H*irschhausen über das P*inguin-Prinzip. Ein „Seevogel, der unförmig und unpassend für das Leben auf dem Land ist. Eine Fehlkonstruktion? Ein wenig schwerfällig. Wenn er jedoch in seinen Element dem Wasser ist und in der Kälte, dann ist sein Körper perfekt und er hat ungeahnte Fähigkeiten.

Im Moment habe ich weder die Kraft oder die Gesundheit, noch den Mut oder die guten Ideen, wie ich als Pinguinfrau  ;-)  aus dieser heißen Wüste ins das kühle, erfrischende Wasser der Antarktis komme...

Sonntag, 12. November 2017

ditt un datt am Sonntagmorgen

Um 17 Uhr raus in den Feierabend. Wenigstens war es erfrischend kalt. Der Wind pfiff und es schüttet mal nicht. Kurz in die Innenstadt gegangen, weil ich für meinen Vater etwas besorgen musste. Durch die Haupt-Einkaufsstraße kam mir ein große Lampion-Zug entgegen. Vorweg drei wunderschöne Phantasie-Wesen, die auf Stelzen liefen und leuchteten. Leider habe ich nur ein kurzes Video gemacht, aber kein Foto. Sie sahen wirklich toll aus. Direkt dahinter lief ein Spielmannzug mit ca. 20 Leuten. Davon vor allem Trommeln. Hinter dem Spielmannszug liefen viele Erwachsene mit ihren Kindern … und den Lampions.

Wie schön sind die feinen, kleinen Lampionumzüge, wo die Kinder in den Straßen um ihr Zuhause ganz stolz und staunenden ihre u.a. selbstgebastelten Laternen durch die Nacht tragen und dabei zusammen zart- laut- leise-kräftig ihre Lieder singen. 
DAS  ist berührend. Bei mir löst das schwache, aber schöne Kindheitserinnerungen aus.


Laterne, Laterne,
Sonne, Mond und Sterne.
Brenne auf mein Licht,
Brenne auf mein Licht,
aber nur meine liebe Laterne nicht.

Dienstag, 7. November 2017

Folgekosten

Etwas später als geplant fuhr ich mit dem Rad zur Arbeit. Um 10.20 Uhr war es hell. Jedoch hing der Nebel über der Stadt und so war nach kurzer Zeit mein Wintermantel etwas feucht. Die Regenhose hielt die Tuchhose trocken. Meine Güte, war das frisch… aber sehr belebend. Ich fuhr ein kleines Stück des Weges durch den wunderschönen, novembrigen Bürgerpark, der fast schon ein Wald ist. Was für eine Wohltat … was für ein Aufatmen… mich an der Natur zu erfreuen. An den Menschen, die sportlich unterwegs waren. Erstaunlich viele ältere Frauen. Zu zweit oder in Grüppchen. RadfahrerInnen in den verschiedenen Geschwindigkeiten. Ein entspanntes Gewusel von Leben und ich mittendrin. Mein Geist so fein klar. Weil ich ausreichend Zeit eingeplant hatte, musste ich mich überhaupt nicht hetzen. Sehr angenehm. Was mir klar wurde: ich benötige einen anderen Sattel (mein Rücken findet die Sitzposition nicht gut), eine größere Fahrradtasche (weil da Regenzeug, Nahrungsmittel für die Arbeit u.s.w. bequem reingehen sollten) und die Griffe am Lenker müssen endlich erneuert werden. Super, dass mir das nach meinen Urlaub klar wird, wo ich jetzt viel weniger Zeit habe.

Nach Feierabend um 17 Uhr bin ich zum Rad und überlegte, wie ich jetzt am besten zum Outdoor-Laden in die Innenstadt komme. Tatsächlich habe ich einen gut fahrbaren Weg gefunden, welchen ich abends grundsätzlich nehmen kann. Denn um 17:20 Uhr durch den stockdunklen Bürgerpark zu fahren, das finde ich eine unheimliche Vorstellung. Morgens hin durch den Park, abends fast meine alte Rennstrecke wieder zurück. 


Im Outdoor-Laden fand ich fast umgehend eine Winterjacke, die mir gefiel. Aber der Preis !!! Die tomatenrote Jacke ließ ich mir weghängen, da ich sie auf dem Rad nicht hätte transportieren können. 


Zuhause schaute ich im Internet nach der Jacke und die gibt es auch als Mantel. Hm… ich suche eine wasserdichte, warme, längere Winterjacke/mantel mit einer gutsitzenden Kapuze.

Als ich erstaunlich schnell und locker (?) mit dem Rad zu Hause angekommen bin, ging ich umgehend einkaufen. U.a. im Bio-Laden. Für ein sättigendes Müsli am Morgen habe ich mir dies und das zusammen gesucht. Tja… wenn ich eines echt doof finde, dann ist es, dass aus geöffneten Tüten die Lebensmittel rieseln. Hirse, Haferflocken, gepoppter Dinkel (ungesüßt) oder Mehl. Jetzt muss ich also los und schöne, praktische Vorratsgläser und Dosen kaufen. Na Bravo!  ;-) 


Zum krönenden Abschluss dieses Tages machte ich mir meine kleinen Pizza-Schnecken. Mit viel Appetit und körperlichem Hunger habe ich sie gegessen. Eine DVD als Unterhaltung.

Im Übrigen benötige ich – so oder so – wärmere Handschuhe und eine wärmere Mütze. Und noch irgendwas reflektierendes, dass ich an das Rad oder am mir befestige.

Montag, 6. November 2017

es fehlt etwas Luft ;-)

In jeglicher Hinsicht... der Tag ist einer der ersten seit gefühlten Wochen, wo die Sonne kräftig vom Himmel strahlt. Dieser leuchtet in wunderschönem Blau. In der Nacht hat es zum ersten Mal gefroren. Trotzdem bin ich heute seit längerer Zeit mit dem Rad gefahren. Also ehrlich. Gefühlt hätte ich auch einfach schnell nebenher laufen können. Ich weiß ja, dass ich muskulär massiv abgebaut habe, aber so! 
Natürlich fehlte den Reifen von meinem Rad etwas Luft. Und tatsächlich fuhr es sich wesentlich leichter und schneller als ich ordentlich Luft drauf gegeben habe. Praktischerweise hat der Fahrradladen draußen so einen Schlauch, wo eine fix und fast ohne Anstrengung die Luft in die Reifen reinpressen kann.

Klamottentechnisch muss ich aufrüsten, wenn ich meine Pläne umsetzen will. Ich habe nach 25 Minuten zu Hause sein noch eiskalte Füße und Hände. Die Handschuhe sind ein Witz. ;-)

Morgen werde ich - sofern es nicht regnet - mit ausreichend Zeit mit dem Rad zur Arbeit fahren. Schön suutsche und achtsam. Es hilft nichts. Irgendwo muss ich anfangen, um meine fernen Ziele 2019 auch zu schaffen. 
Außerdem weiß ich, dass ich zu oberflächlich atme. Rad fahren kann helfen. Um den Streß abzubauen, an der frischen Luft zu sein und mich zu bewegen. Das wiederum hilft gegen dep*ressive Verstimmungen und Muskelabbau. 

In der Stunde mit M. kam ich darauf, dass Sitz.-Mediation weiterhin nicht gut möglich ist. Schmerzen und so. Deswegen machte mich M. auf die Gehmeditation aufmerksam. 
Sie selbst praktiziert schon seit Jahren ZEN. 
Nun ist mein Wohnzimmer relativ lang und ein paar Schritte in Achtsamkeit sind möglich. Im Grunde kann eine alles nutzen, um sich in Achtsamkeit zu üben. Putzen, gehen, backen, kochen, stricken oder essen.

Samstag, 4. November 2017

Zucker und TV

Es ist eine Herausforderung den bisherigen massiven Konsum (in den letzten Monaten) von Zucker und Fernsehen/Internet zu reduzieren bzw. ganz weg zu lassen.
Nachdem es anfänglich gut geklappt hat mit dem "fast kein Zucker", ist die Zuckermenge für einen Tag fast unbemerkt mehr geworden. Erstaunlich wie das so funktioniert. Etwas nicht zu bemerken, was im Grunde gar nicht zu übersehen ist!
Erneut heißt es am "Regler" drehen und runterfahren. Ich schreibe hier nicht von Schokolade oder gekauften Kuchen etc. Sondern aus den zwei Stück selbstgebackenen Kuchen am Tag, wurden es die letzten zwei Tage dann wieder vier Stücke. Und die Prise Zucker im Obstmus wurde großzügiger. Letztlich zuviel an Zucker. Vom Fruchtzucker mal ganz abgesehen. 

Dann telefonierte ich heute und lief dabei in der Wohnung umher. Aus irgendeinem Grund realisierte ich, dass ich an meinem Radio ein Antennenkabel gestöpselt hatte. Verblüfft schaute ich das Kabel an. Natürlich habe ich es versuchsweise an den Fernsehen geklemmt und ... konnte fernsehen. Habe das Kabel umgehend abgenommen. Moooaah... so ein Schiet. Sinnigerweise läuft das Radio auch ohne Antennenkabel! Die letzten drei Tage war ich auffallend oft am Laptop... schleichend zurück in die stärkere "Betäubung".

Der Zucker ist aus der Küche weggeräumt und das Kabel liegt im Schrank.

Denn ich habe deutlich in den letzten Wochen gespürt, wie gut es ist, dass ich nicht fernsehen kann. 
Meinen Muskeln und meinen Nerven geht es von Tag zu Tag besser. Ich versuche mich auf die bereits guten Erfahrungen der letzten Wochen zu konzentrieren und mich nur um den nächsten Tag zu kümmern.

Seit ein paar Tagen meditiere ich morgens...

Freitag, 3. November 2017

was für ein Zufall

Am morgigen Samstag, den 04.11. 2017, ist Theresa B*aumgärtner beim N*DR um 18.45 Uhr auf dem r*oten Sofa zu Gast. Sie stellt u.a. ihr neues Buch vor. Siehe vorherigen Post.

Ich habe mich entschieden am Dienstag wieder zur Arbeit zu gehen. Bis dahin habe ich noch etwas Zeit um die Schulter fit zu machen. Weil der Rest vom Körper etwas durch die akuten Entzündungen in der Schulter und dem Fuß in "Schieflage" gerutscht ist, habe ich am Donnerstag vor der Arbeit einen Termin bei meiner H*eilgymnastin bekommen.  

Der Z*itronenkuchen ist nach dem Auftauen luftig und saftig. Ist also definitiv auf der Liste der Wiederholungs-Kuchen eingetragen ;-) 

Donnerstag, 2. November 2017

Frau Oona backt … Z*itronenkuchen

Aus meinem neuen Buch  „B*acken in der Winterzeit“  von Theresa B*aumgärtner habe ich mir als erstes den Zitronenkuchen rausgesucht. Weil ich mich schwach an den Duft und den Geschmack erinnern kann.
Das hier war das inspirierende Foto aus dem Buch.  



Gestern habe ich wunderschöne Bio-Zitronen gefunden. Das ist ein Zeichen, dachte ich. Einfach weil sie so schön sind, habe ich die Früchte in einer hellblaue Schüssel auf meinen Küchentisch gestellt.



Früher habe ich öfter Überraschungen beim Backen und Kochen erlebt. Mittendrin bei der Zubereitung las ich „1oo ml Milch“. Hä?? Welche Milch oder wieso jetzt Schmand?? Um das zukünftig bei meinen geplanten Back-Experimenten zu vermeiden, habe ich heute alles fein auf meinem Küchentisch zusammengestellt. Vor Beginn habe ich das ganze Rezept und die Abläufe genau durchgelesen…


Mixen, mischen, abwiegen, Löffel schwingend und abmessen.... Hochkonzentriert war ich bei der Sache. Da war auch schon mal meine Zungenspitze zwischen den Lippen zu sehen und das wilde Aufstäuben von Mehl. Ich habe mich immer wieder daran erinnert zu atmen. *lach* 
Die mit fluffigem Teig geschmeidig gefüllte Kastenform ab in den vorgeheizten Ofen. 180 Grad, mittlere Schiene mit Ober-und Unterhitze. Während der Teig zum Kuchen wurde, habe ich nach Rezeptangabe den Zitronensirup erstellt. Hmm… ich fand den Duft von der erhitzen Flüssigkeit aus Honig, Zitronensaft und Wasser überaus verwirrend und eher unangenehm. Ist das der Honig? fragte ich mich.
Weil ich den Geruch so merkwürdig und unappetitlich fand, habe ich den Sirup entsorgt und das Ganze noch einmal mit Rohrrohrzucker wiederholt. Kurz: es ist der heiße Zitronensaft, der so unschön riecht.

Mehrere Blicke in den Ofen. Der Kuchen lugte und lugte einfach nicht über die Form hinaus. Nach 30 Minuten holte ich - einem mütterlichen Instinkt folgend - die Form auf dem Ofen, um nach dem Rechten zu sehen... und der Kuchen war obenauf verbrannt!
So ein Schiet. Der Kuchen war fertig. Mit dem Backpapier in der Form ließ sic der Kuchen aus der Form vorsichtig „stürzen“. Ich ließ das dampfende Teil „auf dem Kopf“ liegen. Die dunkle "Rinde" kann ich später abschneiden.

Nachdem er ein kleines Bisschen ausgekühlt war, habe ich mit einem langen Holzstäbchen viele Löcher in das Backwerk gepikst. Eben von unten statt von oben. Vorsichtig den Sirup eingeträufelt. Weil die Kruste fein krosch war, lief unten auch nichts raus. Siehste!

Am Nachmittag schnitt ich mein etwas schmales Backwerk an und klöppelte ich mir einen Cappuccino. Ein Teelicht brannte für die Gemütlichkeit und eine bollernde Heizung an der Seite brachte die muckelige Wärme in den Raum. 


Meinen Zitronenkuchen, der schmackhaft, wunderbar duftend, saftig und zitronig geworden ist, habe ich in Scheiben geschnitten und eingefroren. So habe ich die nächsten Tage – wenn ich möchte und es passt – ein kleines Glück zur Kaffeezeit.


**

Mittwoch, 1. November 2017

Gedanken sind Kräfte

Manchmal ist es gut an das eine oder andere nicht zu denken. 

Erst hatte ich mein freies Wochenende. 
Letzten Freitag war ich krank und konnte nicht zu meinem Vater. 
Nächstes Wochenende kann ich nicht zu ihm fahren, weil wieder keine Züge fahren seit letzten Samstag. Voraussichtlich ist das auf "meiner" Strecke so bis zum 8.11.2017! 
Wenn ich gesund bin und diese verfluchten schiet Züge endlich wieder fahren, war ich VIER Wochen nicht bei meinem Vater.
Ich telefoniere zurzeit jeden Tag mit ihm 20 bis 40 Minuten. Er klingt verwirrter. Für mich ist das auch eine "Sicherheitsabfrage" wie es ihm geht. Ab 15.11. oder so hat er dann endlich den H*ausnotruf.
Vor vier Wochen oder so hat er sich erneut entschieden einen  Anbieter von "Essen auf Rädern" zu versuchen. Das Essen ist meistens irgendwie in Ordnung. Selten gut. Aber er bekommt jeden Tag gegen 11 Uhr ein heißes Essen geliefert und ißt es auch. 

Das Einzige, was mir etwas Ruhe bringt ist, dass ich selten am Tag an meinen Vater denke. Wenn ich mich hier zu Hause gräme und mir das Herz so schwer wird, dann ist meinen Vater damit nicht geholfen. Und ich kann es gerade nicht ändern.

Nachdem ich meinen Widerstand aufgegeben habe, ist es viel weniger "mein Leben nicht gestalten wie ich das will". Es erzeugt weniger Versapnnungen, Ärger und Widerstand.
Später möchte ich mir nichts vorwerfen müssen. 

Gedanken sind Kräfte. Manchmal an etwas nicht zu denken, erlöst eine von unguten Gedanken und somit unguten Gefühlen.
Zudem versuche ich mir klarzumachen, dass es mir z.B. gar nichts !! hilft, dass mein Vater sich viele Sorgen um mich macht. Wegen meiner Gesundheit und meiner Arbeit usw. 
Eine kann nur versuchen Lebensumstände zu verändern, damit die sich - wo möglich - zum Besseren hin entwicklen.

Heute fährt meine Schwester hin und kümmert sich um die Wäsche, die dringend gemacht werden muss.

Ich fahre gleich in die Stadt. Dinge müssen erledigt werden und ich treffe mich mit C. zur Pause. Jetzt muss ich nur noch einen wärmeren Pullover und die weite Regenjacke finden, in die ich armtechnisch reinkomme... ;-) 

Ahoi und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!
 

Montag, 30. Oktober 2017

kleinere einheiten

also im grunde zwingt eine so eine entzündete schulter dazu in kleinere einheiten zu denken und zu arbeiten. da ich entschlossen bin diese entzündung in der schulter gründlich ausheilen zu lassen, gebe ich mir größte mühe schön achtsam und vernünftig zu sein. immer wieder kühle ich, nehme weiter schmerzmittel - die ich auch benötige -, trinke viel, ruhe mich aus und wechsel zwischen den sitzen auf dem stuhl - schaue im internet ab und an dokus in der mediathek - und dem sofa. oder ich lege mich für eine stunde hin, weil ich so am besten kühlen kann.

mein selbst gebackener marmorkuchen rettet mir den mors. zwei scheibchen pro tag zum cappuccino. meine kleine zuckerdröhung. dafür lasse ich den zucker ansonsten weg. ich liebäugel mit einem zitronenkuchen aus meinen neuen backbuch von theresa. 
den kuchen aus der kastenform in scheiben geschnitten und dann je zwei scheiben eingeforen, dann hätte ich erneut jeden tag ein kleines glück.sinnigerweise hat die autorin des buches ohnehin ein auge auf die reduzierung von zucker. ich backe zurzeit "nur" das halbe rezept und nehme noch etwas weniger zucker als angegeben. natürlich bin ich mir bewußt, dass die küchlein dennoch zucker beinhalten. 
kein kuchen am nachmittag... das schaffe ich zurzeit einfach nicht.

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am anfang hieß es, dass es keinen stein für das grab meiner mutter geben soll. weitere infos dazu behalte ich für mich. dann wurden dinge entschieden und nun muss dort, wo sie liegt, eine grabplatte gelegt werden. heute gab ich die platte in auftrag.

mittlerweile gibt es ein oder zwei tage in der woche, wo mich die trauer nicht schmerzhaft überrollt. nur kurz, aber um so heftiger. wenn ich sie anbranden spüre, die vielen gefühle, dann lasse ich es zu. mir fallen dazu die wellen am strand ein. sie spülen an. manchmal stark und kraftvoll oder sie spülen leise und sanft über den strand. sie kommen und gehen seit urzeiten.

widerstand erzeugt noch mehr schmerz. es ist allerdings wichtig - das habe ich gelernt - darauf zu achten, dass die wellen der trauer und des verlustes auch wieder abfließen können. das ausreichend zeit vorhanden ist, um ruhig ein- und auszuatmen zu können. das leben im jetzt zu leben. 
ja. es bedarf auch zeit, um dem meer zuzuhören und den eigenen bewegungen im inneren. zeit zum entspannen. zeit um zu begreifen. und mit der zeit werden sich weitere "dinge" sortieren. nur wenig ist "zu tun". es reicht zu beobachten. 
vertrauen
loslassen

ich habe mir ein ritual überlegt. trauer"arbeit" und rituale sind eine uralte form zu heilen. überhaupt spüre ich starke impulse in den letzten vier wochen mich erneut auf die suche zu machen nach der "passenden" spiritualität in meinem leben. ;-) das muss keine "festgetackerte" ... hm... form, religion oder so sein.  




im internet habe ich einige dokus über interessante frauen, neue wege oder inhalte gefunden. über die Möglichkeiten im leben einen halt oder einen sinn zu finde. ich spüre, dass mir so etwas fehlt. noch mehr als sonst.

jetzt habe ich den text hier in kleinen einheiten geschrieben. für heute muss das reichen. nun ist kühlung ist angesagt und ausruhen. am abend versuche ich einen pizzateig zu erstellen. eine wird kreativ, wenn sie vorübergehend nur einen arm zur verfügung hat... allein ein hosenknopf kann eine herausforderung darstellen. lächel*

auf dem instagram-account von anja zeilensprung68 habe ich ein sehr schönes Foto mit einem Satz von Roger W*illemsen gefunden. 


"Da wir das Leben nicht verlängern können, 
müssen wir es verdichten." 


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