Dienstag, 28. Februar 2017

vergessen zu fotografieren

Tag 2 und Frau Oona hat gekocht. Wirklich wahr. Ich hatte echt keine L*ust dazu, aber ich dachte: Wie sieht das denn aus? Schon an Tag zwei gescheitert? Nein. 
Nach einer Reiki-Schlaf-Pause von 40 Minuten nach dem Besuch - humorvoll, intensiv, wohltuend - fuhr mit der Straßenbahn zum Geflügelladen. Zurück bin ich gelaufen.
Es gab Bio-Gemüse mit Hähnchenfilet. Ich habe vergessen das Essen zu fotografieren. 

Um von meinem selbstgeklöppelten Bananen-Quark wegzukommen, habe ich mir gestern im Bio-Laden ein Gläschen Fruchtaufstrich Rhabarber-Vanille gekauft und gepufften Dinkel. Weiterhin mische ich Ziegenmilchjogurt mit etwas Kuhmilchquark (20 %). Eine großzügige Teelöffel-Menge von dem leckeren Fruchtaufstrich und etwas von dem Dinkel. Auswahl gäbe es da auch. Ob nun bzgl. des Furchtaufstrichs oder des Getreides. Braucht ich Mut, wäre aber möglich. Diese Mahlzeit schmeckt mir gut und ist was anderes. Später kann ich für den Quark frische Heidelbeeren nehmen oder manches Obst (Birne, Pflaume, Apfel, Rhabarber) kurz aufkochen. 
Eine kleine Banane kann ich vor dem walken essen, wenn es wieder losgeht. 

Eine echte Wohltat für meine Seele ist meine Entscheidung, mich mit dem Thema "A*rbeitssuche" ausschließlich an den zwei Tagen in der Woche zu beschäftigen, wenn ich im Internet der Suche bin bzw. wenn ich Be*werbungen schreibe.  

Auf Instagram verfolge ich seit über einem Jahr  H*eidi H*etzer,  die kurz nach ihrem 77. Geburtstag in Berlin aufgebrochen ist, um mit ihrem Oldtimer Hudo um die Welt zu fahren. Auf den Spuren einer Frau, die diese Strecke ab 1927 fuhr. 
Der NDR hat drei Dokus auf der Reise gedreht. Und ich bin weiterhin schwer beeindruckt. Die Reise dauert nun 2 3/4 Jahre. Am 12.03.2017 fährt Heidi in ihre Heimatstadt Berlin ein. Mit 79 Jahren und unfassbar fit. Körperlich und geistig. Mutig. Unerschrocken. Beeindruckend. 
Dann habe ich im TV gesehen, dass John Neumeier unglaubliche 78 Jahre alt geworden ist. Er ist also vier Monate älter als meine Mutter. Oder Marianne Koch. Mit über 80 erstaunlich.
Wie unterschiedlich Menschen alt werden (können).
DAS sind die Vorbilder für mich, wenn ich denke, dass es eh keinen Sinn mehr macht. Mit 48 Jahren. 
Pah... bin ja quasi ein Kücken junges Huhn.  *lächel* 
Ich habe beschlossen, dass ich mir jetzt Menschen suche, die ich als persönliche Vorbilder nehme. 

Montag, 27. Februar 2017

ditt un datt

(dies und das) … und das fing um 07:00 Uhr an. Damit ich nicht so viel vom Tag verplemper, habe ich mir überlegt – strukturtechnisch – dass es sinnvoll wäre immer zur gleichen Zeit aufzustehen. Tja. Bedeutet dann aber auch, dass ich mind. 16 Stunden am Tag den Tag gestalten muss. Also habe ich die Uhrzeit auf 08:00 Uhr verändert. 
Zudem bin ich nach dem Tag heute erschöpft und müde. Wehn stört es, wenn ich neun Stunden am Tag schlafe? Niemanden! 
Morgens bin ich zum Bäcker, um eine andere, neue Brotsorte zu kaufen. Das ging fix schon schief, weil es a) blöd zu schneiden war - nicht nur weil zu frisch - und b) es nach nichts schmeckte. Prächtig. 


Zum Frühstück also ein langweiliges Dinkel-Roggen-Brot mit Rühreiern. Der H*öhepunkt des Tages kommt nach dem Frühstück: mein selbstgeklöppelter Cappuccino und dazu ein Kartenspiel in der muckeligen, warmen Küche.

Bei der Heilpraktikerin habe ich nächste Woche einen Termin. Die Liste der Gründe dort hinzufahren wird länger als gedacht. Einen Termin für eine neue Stunde mit der Alexander-Technik habe ich mit M. ausgemacht. In diesem Bereich habe ich bei all den Geschehnissen der letzten fünf Wochen zwei Schritte zurück gemacht. Wobei ich die fast täglichen Körperübungen erneut aufgenommen habe. 

Geplant war Szegediner Gulasch und das habe ich mittags auch zubereitet. Watt mutt, datt mutt. Aber gegessen wurde am Abend. 

 
 

Die zweite Portion habe ich eingefroren, weil ich mich bemühen musste überhaupt etwas zu essen. Für morgen habe ich eine Idee. Da ich früh Besuch bekomme, muss ich sehen wieviel Kraft noch da ist, um am Nachmittag einkaufen zu gehen.

Freitag, 24. Februar 2017

Ch*amäleon-Jacke

Am letzten Freitag habe ich mir eine  S*oftshell-Jacke  (klick) gekauft. Mir gefiel die Farbe und dass sie keine Klettverschlüsse hat. Lang genug am Po und an den Armen. Ich habe nämlich lange Arme. Oft hängt bei einer Jackenanprobe unten noch´n Meter Arm raus. 
Jedenfalls gab es die passende Größe. Obwohl ich nie so recht weiß, wann eine Jacke zu groß oder zu klein ist. Seltsam. Ist aber so. Die Verkäuferin sagte, dass sie passt. Nun ja. 
Ich habe mir angewöhnt, dass ich neue Kleidung immer erst einmal eine Woche in der Bude hängen lasse. Mit "Schnipsel" dran und schön ordentlich. Leider habe ich noch lange nicht genügend Kleidungsstücke und Schuhe zurückgebracht. Wie auch immer. Ich haderte am Preis und an der Farbe. Soll ich mir wirklich so eine Farbe kaufen?? Obwohl die mir extrem gut steht? 
Im Laden habe ich sie als "apricot" gesehen. Zuhause war ich mir nicht so sicher, ob die Jacke nicht während des Transportes von P & C nach Hause die Farbe gewechselt hat. Hm... Am nächsten Morgen war die Jacke definitiv "orange". Das schrieb ich C. umgehend. Eine Ch*amäleon-Jacke!! Für 130 Euro. Quasi ein Schnäppchen. 
Gestern kam eine meiner beiden modebegeisterten Freundinnen zu Besuch. Irgendwann erzählte ich von der Jacke. Als ich ins Wohnzimmer mit der Jacke - im Stil eines O*stfriesennerzes - zurückkam, da schaute G. nur kurz und sagte begeistert:  
Koralle !!!!
So. Nun hat das Kind einen Namen. Koralle. Das passt.
G. war begeistert von der Farbe und dem Kleidungsstück. Sie erzählte mir, dass die Klamotten der hamburgischen Firma "d*erbe" zurzeit mega angesagt sind und auch der Stil dieses Regen- Mantels (!). Deswegen länger über den Po und so. G. versichete mir, dass der Mantel perfekt passt und mir die Farbe sehr gut steht. Hatte ich erwähnt, dass die weißen Knöpfe schöne Anker drauf haben und das "Futter" innendrin marineblau ist?  *klimper mit den Augen*
"Nimm den Mantel und schneid endlich den Schnipsel raus." riet mir G. energisch. 
Äh... vielleicht mache ich das auch. *lach* 

Gleich geht es zu meiner Freundin B.K. aufs Land. Die Freundin, die ich schon 38 Jahre lang an meiner Seite weiß, hat heute Geburtstag. Zeit für ein Käffchen.  
 

Sonntag, 19. Februar 2017

Paar auf der Parkbank

Dieses Foto aus meinem Archiv von 2010 zeigt eine alte Holzbank auf dem R*iensberger Parkfriedhof. Ich habe das fotografiert, was ich sah. Die Bank stand unter einem alten Fliederbaum. Die Jahreszeit ist somit zu erkennen... 


(zum Vergrößern bitte anklicken)

*

ein Sonntag ohne Kuchen

geht im Grunde und überhaupt gar nicht. Deswegen bin ich gestern Abend - nach einem langen Tag bei meinem Vater - spontan in den Einkaufsladen und ergatterte noch ein paar Äpfel, ein Stück gute Butter und gemahlene Mandeln. Der gemütliche Nachmittag mit Cappuccino, duftenden Apfelkuchen und ein wenig fernsehen ist gesichert.
Bei meiner selbst erstellten Kuchen- und Gebäckauswahl ist massiver Handlungsbedarf zu verzeichnen. Das bemerke ich besonders, wenn ich auf meiner Runde durch meine Lieblingsback- und Kochblogs an Fotos von traumhaften Kuchen und Torten kleben bleibe. Ein Leben ohne Torte ist möglich, aber sinnlos. Hüst.
Jedenfalls habe ich heute Morgen auf dem Blog „Zucker, Zimt und Liebe“ eine  Zitronenrolle mit Käsekuchen-Füllung  (mit einem Klick zum Post) entdeckt. Mir lief umgehend das Wasser im Mund zusammen. 
Ich mag den Geschmack von Zitronen so gern. Dazu die Farbe, der Geruch und die Form der Zitrone. Allein das wäre ein Grund nach Süditalien zu reisen! Auf arte sah ich vor einiger Zeit eine Wander-Doku. Eine der Wanderung führte den Journalisten zur weltbesten Zitrone. Da geht mir das Herz auf. Diese Landschaft.

„In Italien wandert Bradley M*ayhew die A*malfiküste südlich von Neapel entlang, wo uralte Pfade traumhaft schöne Dörfer und Städte verbinden. Immer wieder führt der Weg durch Zitronenhaine, in denen die aromatischen S*fusato-Zitronen wachsen. Von einem Händler erfährt Bradley das Rezept für den Zitronenlikör L*imoncello.“ Text von der arte-Homepage

Was mich am Backen (und dem Kochen) hindert ist meine Küche. Ich habe kaum Arbeitsfläche und wenig Kochutensilien, weil ich die nicht lagern kann. Dann ist viel Licht nur selten in der Küche vorhanden. Natürlich könnte ich die Küche dahingehend verändern, dass ich mehr Arbeitsfläche und etwas mehr Stauraum hätte. Lampen sind käuflich zu erwerben. Jedoch ist meine Küche weiterhin der einzig gemütliche Raum in meiner Wohnung. Ich liebe meine Frühstücksrituale am alten großen Küchentisch. Der zu tief ist, um gut längere Zeit an ihm back- und kochtechnisch zu arbeiten.

Die andere Hürde: Irgendjemand muss das Backwerk essen und da ich mich nur schwer beherrschen kann bei leckerem Kuchen... hm... dann würde ich womöglich dicker und kann ich nicht mehr die Berge in der A*malfiküste hoch. 
Ihr versteht mein Dikemma.  *lächel*

Heute ist es draußen sehr grau, klamm und der Regen versprüht sich gleichmäßig. Die Heizung läuft und am Foto meiner Mutter brennt tapfer eine kleine Kerze gegen das Schummerlicht in der Wohnung.

… hui… gerade ploppt mein Smartphone. E. fragt, ob es die Zitronenrolle gibt, wenn sie bei mir Urlaub macht. Vor lauter Begeisterung hatte ich ihr vorhin den Link von dem Post geschickt.

Äh... im März gibt es also bei mir Zitronenrolle.

Freitag, 17. Februar 2017

das einzig Beständige ist die Unbeständigkeit

Die Gefühle jeglicher Art kommen und gehen. Gestern war ein besonders tieftrauriger Tag. Gegen Ende des Tages wurde es erträglicher. Allein dadurch das die Zeit vergangen ist und ich zeitweise nichts anderes "machen" konnte und wollte, als auf dem Fenster in den Himmel zu schauen. Fast ohne zu denken spürte ich die Traurigkeit und den Verlust. 
Atmen. Abwarten was als nächstes kommt. 
Im Hintergrund meines Inneren - nach all den Jahren mit Erfahrungen und dem Erkennen - wußte ich, dass geht vorbei. Alles geht vorüber. Ich muss jetzt nichts tun und nicht ändern. Atmen.

Die Gedanken machen die Gefühle. Das habe ich schon lange als Wahrheit erkannt. Diese Aussage kommt nicht nur von B*uddha und von mir  ;-) , sondern auch von der aktuellen H*irnforschung. 

Mir sind drei "Grund-Gefühle" bewußt. Die ich erlebt habe. Liebe, Furcht und Trauer. Und wenn alles an Gedanken abfiele, dann das Empfinden von Frieden. Gefühle, die auch ohne Gedanken da sein können. So empfinde ich das. 
Das Denken kann jegliches Gefühl erzeugen, verstärken oder abschwächen. Schlicht: manipulieren. Dieses Verhalten / dieses erlernte Muster versuche ich seit vielen Jahren abzulegen. 
Das ist wahrlich nicht einfach. Ist es z.B. eine Situation, die mich verärgert oder ist es das, was ich dazu in einem Bruchteil einer Sekunde beginne zu denken?  

Die Gedanken im menschlichen Verstand kommen und gehen. Das ist ihre Natur. Gefühle kommen und gehen. 
Zur Zeit stellen sich Gefühle ein, die ich nicht haben möchte. Sie entstehen vorallem aus Gedanken, die mir - so denke ich - völlig zusammenhangslos in den Kopf purzeln. Diese Gedanken und Gefühle alle nebeneinander erst einmal "stehen zu lassen", dass ist schwer. Sehr oft wehre ich mich dagegen. Bis zum Glück, wie ich finde, mir immer schneller bewußt wird, dass weder das Ablehnen noch das mich Hineinsteigern gut für mich ist. Was ich lerne ist: Die Gedanken und die daraus entstehenden Gefühle anzunehmen. Sie zu beobachten. Wenn es mir gelingt. Nicht nachgeben, aber auch nicht forcieren.
Und warum sollten alte Wunden nun gerade nicht "aufbrechen"? 

Tja... und Vor*stellungsgespräche kommen und gehen. Ich habe mir gewünscht, dass ich den Job bekomme. Da mich niemand angerufen hat in der Mitte der Woche, wird sich jemand anderes gerade sehr freuen. Und das freut mich. 
Sollte ich bis zum 1. April keine Arbeit finden, hat es zumindest den Vorteil, dass meine Freundin E. und ich fünf schöne Tage Mitte März für uns haben. Nach zwei Jahren wird das auch höchste Zeit. 

Nach einem kurzen Spaziergang, meinen Körper-Übungen und einem Cappuccino habe ich gestern am Nachmittag erneut nach einemn Ar*beitsplatz im Internet gesucht. Zwei Be*werbungen habe ich versenden können.
Die Zeit läuft, mein Geld wird erschreckend schnell weniger und die Ängste, die sich für vier Wochen verkrochen hatten, kommen zurück. Übrigens ebenfalls eine Frage der eigenen Gedanken und ihrer ständigen Wiederholungen. E. T*olle hat das schön in seinem Buch "Jetzt" beschrieben. Angst entsteht in dem Vakuum zwischen dem, was jetzt IST und dem, was sein könnte.



Am Abend telefonierte ich mit meinem Schwager, der gestern Geburtstag hatte. Er erzählte mir, dass er später am Mittwoch - wie auch schon meine Schwester -  allein auf den Friedhof gegangen ist, um nach dem Grab zu sehen. Beide hatten unabhänigig von einander den gleichen Impuls. 
Für meine Seele waren seine Worte schönes Balsam. 
Wir haben die vergangenen schweren 32 Tage bedächtig, achtsam, ruhig, gut und geschmeidig durchschritten und erlebt. 
Das ist zutiefst wertzuschätzen und dafür bin ich sehr dankbar.

Die wahren & tiefen Berührungen im Leben bzw. das, was die Mutter einer auf den eigenen Weg mitgegeben hat, dass läuft im Herzen und in der Seele ewiglich mit weiter. Es kann nicht verloren gehen. Das Wissen darum und es zu fühlen, das ist tröstlich.




 *

Donnerstag, 16. Februar 2017

irgendwie haltlos

Bei strahlendem Blau am Himmel und der milden Mittagssonne wurde die Urne meiner Mutter in die Erde eingelassen. Frische Frühlingsblumen in einem zarten Kranz um die Urne herum. Sie vermischten sich auf der Erde liegend mit unseren mitgebrachten vier kleinen Sträußen aus weißen Rosen. Die Ruhe auf dem Friedhof war wohltuend. 
Der junge Bestatter hat seine Aufgabe gut gemeistert. 

Aus einem Grund (den ich nicht aufschreibe) ging diese kurze Zeit auf dem Friedhof an meinem Inneren vorbei. Ich war da und "wach", aber irgendwie... es ist, wie es ist. 

Am späten Nachmittag ging ich zu B.H., welche fünf Minuten von meiner Schwester entfernt lebt. Es gab Cappuccino und frische, selbstgebackene Kekse. Letztlich wurde der Tag zu lang, aber es war gut die Freunde zu sehen und ein wenig zu sprechen. Ich rede ansonsten kaum noch. Wenn einmal jemand zu sprechen da ist, kann ich nicht viel reden.

Nach zwei Stunden bei meinen Freunden bin ich mit dem Zug nach Hause gefahren. Im Zug holte mich ein, was womöglich zur Urnen-Beisetzung hätte sein sollen (?). 
Zudem schrieb mir während meiner Zugfahrt meine Schwester, dass sie noch einmal auf dem Friedhof gewesen ist und das Grab verschlossen war. Die Blumen lagen schön auf der Erde. 
Erst in dem Moment hatte ich das Gefühl von "abgeschlossen". 
Dieses Sehen und das Wahrnehmen des offenen Grabes, welches wir ungeschützt zurücklassen mussten, dass hat mir nicht gut getan. Ich bin so froh, dass meine Schwester noch einmal zum Grab gegangen ist und mir das mitgeteilt hat.

Nach über neun Stunden Schlaf bin ich in einen neuen Tag gestartet. Heftige Gefühle der Trauer überfluten mich und irgendwie fühle ich mich haltlos. 

Alles, was von einem langen, schönen, schweren Leben ... von einem Menschen... über bleibt, dass passt in ein kleines Gefäß aus grünen Marmor.

Dienstag, 14. Februar 2017

frische Luft




Mittwoch also die Urnen-Beisetzung. Es ist erfreulich, dass es mittags nicht mehr so eisekalt ist und morgen die Sonne vom Himmel scheinen soll. Das wird ein langer Tag. Mögen die öffentlichen Verkehrsmittel mich gut von A nach B bringen.


Weil die Sonne so schön vom Himmel schien und die Temperaturen über Null stiegen, bin ich am frühen Nachmittag in die Klamotten geschlüpft. Raus an die frische Luft. Eine Wohltat für die Lungen und meine Seele! Für Fotos für euch habe ich die Kamera eingesteckt.    

 zu und zu puschelig


 Flechten-Schönheiten

  
 moderner Wohnungsbau - noch unbewohnt


 Frau Oona unterwegs im Winter in Norddeutschland 


Samstag, 11. Februar 2017

K*rönchen rausgehebelt

Natürlich am Wochenende habe ich mir meine bewegungsfreudige Zahnkrone rausgehebelt. Mit der Zahnseide. Dabei passe ich doch schon so auf. Aber mit den Gedanken nicht bei der Sache... flupp... ist das Teilchen durch das Bad gesprungen. Tja...hoffentlich hat die Zahnärztin am Montag etwas Zeit, um das Krönchen wieder anzukleben. Wenn ich mit den Nerven wieder stabiler bin und ich mehr Geld habe, werde ich dieser Krone den Laufpass geben. Ich hätte eh gern das Silberbröckchen gegen was Zahnfarbendes getauscht. 


**
Die Gefühle der starken Trauer sind vorübergehend in mir ein wenig verloren gegangen. Seit ich am Dienstagvormittag wegen des Vor*stellungsgespräches automatisch auf "Ich muss funktionieren-Modus" geschalten habe, fühle ich mich nicht gut. Es ist ein Gefühl, dass ich nicht "stimmig" bin. Mir bleibt im Moment das Beobachten.

Es fällt mir nicht leicht in "mein eigenes Leben" zurückzufinden. Das nicht geprägt war und ist von Beziehungen, Kindern, einer beruflichen Arbeit, Haus/Wohnung oder Verpflichtungen aller Art. Zurück in einen Alltag, der wieder daraus bestehen wird, dass Not-wendigste zu schaffen und den "de*pressiven Verstimmungen" stets das Wasser abzugraben. Zu versuchen jeden Tag eine Handbreit Wasser unter dem Kiel zu haben.

Donnerstag, 9. Februar 2017

es geht weiter

Mich hat der Spruch "Das Leben geht weiter.", welchen eine im Leben in verschiedenen Zusammenhängen vernimmt, dann eher gestört als getröstet. 
Doch das Leben geht weiter. 
Tatsächlich habe ich das Gefühl, den "Faden" erneut aufgenommen zu haben. Am Vormittag musste ich mich selbst etwas anstupsen. In verschiedenen Läden habe ich eingekauft. Über den ganzen Tag verteilt lief in vier Durchgängen die Waschmaschine. Der Keller hängt fast bis auf die letzte Leine voll mit meiner Kleidung.
Der Schrank mit dem Putzzeug und angesammelten Zeug ist nun entrümpelt und sortiert. Mein Bett ist frisch bezogen mit einem Bettzeug, von dem ich gar nicht wußte, dass ich es jemals gekauft habe ... grübel... Ich telefonierte am Nachmittag mit meiner früheren Kollegin M. und am Abend mit B.K. Das Bad ist geputzt. Seit Wochen gibt es keine passenden St*ellenausschreibungen. 

Zum dritten Mal an hintereinander folgenden Tagen gab es etwas Warmes zu essen, was im Ansatz einen Nährwert hatte. Eine Möhre, eine Zuccini, eine kleine Knobi-Zehe und eine gelbe Paprika (alles Bio) in Gemüsebrühe gegart und dazu gab es Bio-Hirse. Tomatenmark und Ziegenfrischkäse waren auch mit im Essen. Für morgen habe ich noch keine Idee. Gut wäre etwas, dass ich am Samstagabend mir warm machen kann, wenn ich von meinem Vater wieder zurück komme.

Es geht halt weiter... irgendwie anders, aber es geht weiter. 
Und natürlich ist das gut so. Nach vornehin formieren sich zarte Gedanken und Ideen. 
Einen Schritt nach dem anderen.

Mittwoch, 8. Februar 2017

„Beruhige Dich, mein Herz.“

Vielleicht „beruhigt“ es sich in mir, wenn am nächsten Mittwoch die U*rnen-Beisetzung hinter uns liegt. Mama findet ihre letzte Ruhestätte an einem Ort auf dem Lande, wo wir als Familie viele Jahre gewohnt haben. 

Es ist Zeit ins Bett zu gehen. In den wenigen Minuten oder in der Stunde bevor ich in den Schlaf flüchten kann, könnte ich in den glasklaren Momenten des Begreifens, dass meine Mutter unwiederbringlich und für alle Zeiten fort ist, schier verrückt werden.

" Beruhige Dich, mein Herz."


Dienstag, 7. Februar 2017

was zu erwarten war

Interessanterweise habe ich am letzten Samstag eine erstaunliche Sicht auf die Dinge gewonnen. Endlich hatte ich telefonisch meine Tante erreicht - die ältere Schwester meiner Mutter -, welche weiter entfernt lebt. Es war ein schweres Gespräch. Jedenfalls in den zwei Telefonaten, welche ich mir meiner Tante führte, konnte ich glasklar erkennen, woher ich meine Fürsorge für andere Menschen und "dem anderen Menschen helfen-Impuls" habe. Wie bei meiner Tante und bei meiner Mutter - auf einmal für mich sehr deutlich sichtbar-  zieht eine mit so einem Verhalten stets den Kürzeren. 
Ich habe beschlossen, dass es an der Zeit ist, endlich dieses "Erbe" aufzugeben.

Was anders ist als bei den vorherigen Verlusten in meinem Leben: Das bin ich ! Dies bemerke ich erstaunt in den letzten drei Wochen. In einer Klarheit...  Vorallem sorge ich für mich so gut ich es gerade kann. Höre auf mein Bauchgefühl, wann immer es mir möglich ist. Ich nehme die Gefühle und die körperlichen Signale / Schmerzen wahr, die auftauchen. Versuche mit Bedacht "Lösungen" zu finden, wenn es meiner Meinung nach nötig ist. 
Handlungsfähig zu bleiben ist wichtig.

Es ist nicht so, dass ich es nicht geahnt bzw. gewusst hätte. Jeder Mensch ist natürlich in seiner Trauer und den Verlustgefühlen allein. Dass ich erneut allein gelassen werde, wenn ein naher Mensch stirbt, dass wusste ich. "Das Verstehen“, dass andere Menschen so sind wie sie sind und im Rahmen ihrer Möglichkeiten handeln, das kann ich stehen lassen neben dem Gefühl der Ent-Täuschung. Ich versuche meine momentan wenige Energie in das Wahr-Nehmen fließen zu lassen. Wahrnehmen von allem, was gerade passiert. 
So gut es mir gelingen mag, versuche ich nicht zu werten oder zu be-urteilen. Nicht mich ( ! ) und nicht andere Menschen. Das ist sehr, sehr schwer. Doch jedes Mal, wenn ich zumindest jede sechste oder zehnte Bewertung/Beurteilung/vorschnelle Meinung innerhalb einer Stunde habe fallen lassen, bin ich schon mehr dort wo ich hin möchte.  

Einerseits bin ich dankbar, dass ich mich nicht mit Menschen in Alltag auseinandersetzen muss und „funktionieren“. Andererseits bin ich 24 Stunden hier zu Hause allein. Mit den vielen Gefühlen. Kein Trost, keine Umarmung. Keine Kommunikation. Wohl auch nicht gut bzw. gesund. Im Moment nicht zu ändern. 

Ich versuche alle meine Gedanken und somit die dann aufkommenden Gefühle nebeneinander stehen zulassen. Der Raum um mich herum und in mir drin ist bis ins Universum groß. Alles darf sein. Alles hat seine Berechtigung.

In meinem Inneren spüre ich starke Veränderungen.

Grundlegend.

Auch dem schaue ich zu. 

Mein Kopfweh löst sich auf, wenn ich geweint habe. Baut sich nach kurzer Zeit wieder auf. 
Zu essen fällt mir schwer. Zumindest versuche ich mehr zu trinken. 

Jeder neue Tag macht den Schmerz größer. Die Brandung heftiger.

Ahoi 

und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel !

Freitag, 3. Februar 2017

in der B*randung

In den klaren Momenten / Stunden, wo ich zurückschauen kann in die letzten vier Wochen, kann ich manches klarer erkennen.  
Wir als Familie glauben, dass unsere Mutter nicht mehr wollte. Keine Schmerzen mehr, keine unfähigen Ärzte und kein Krankenhaus mehr. Sie hat sich die letzten Tage vor dem Notfallarzteinsatz sehr gequält. Bis mein Vater sie am frühen Morgen fand und natürlich den Notarzt rief. Zu diesem Zeitpunkt war in allen drei Krankenhäusern der Stadt nicht ein einziges der medizinischen Geräte frei, welches meine Mutter benötigte. So kam sie nach Cuxhaven. In diesem Krankenhaus war sie noch nie…  *lächel*

Obwohl das Krankenhaus 42 Kilometer von Bremerhaven entfernt ist, waren und sind wir erleichtert, dass unsere Mutter dort so gut aufgehoben war. Glücklicherweise kann mein Vater wieder laufen, wenn auch sehr instabil. Sind meine Schwester und ihr Mann selbständig und haben zwei Autos. Ich bin ohne Arbeit und hatte dadurch alle Zeit der Welt.  

Den Chefarzt lernten wir vier Tage vor ihrem Tod kennen. Ein Mann mit großer Kraft und Klarheit. Mit Informationen, die uns tief ins Herz fuhren. Auch wenn wir um deren Inhalt im Grunde schon wussten. Dennoch – so habe ich es empfunden – waren seine Worte auch eine Erleichterung und Beruhigung. Beide Ärzte sagten, dass sie nicht leiden würde. Und dass sie unsere Mutter gehen lassen, wenn sie gehen will. 
Dass diese Einstellungen und die Entscheidungen der Ärzte ein Glück waren … ein anderes Wort will sich gerade nicht finden lassen.. , das weiß ich aus den Jahren, wo ich im Hospiz gearbeitet habe.

Heute ist der erste Tag seit dem 15. Januar, wo ich keinen Zeit-Druck verspüre. Ich muss nichts machen, nichts entscheiden und ich muss nirgendwo hin. 

Die Trauerfeier war gestern. Kurz und stimmig. Der Pastor -  im Alter meiner Mutter - hatte eine verblüffende Ähnlichkeit mit Kapitän Ahab …

Auch diesen Nachmittag haben wir alle gut überstanden.

Und so fällt es mir ein wenig leichter in der Brandung aus den stürmischen Wellen der Trauer, des Schmerzes und den Verlust-Gefühlen stehen zu blieben. Schnell den Boden unter den Füßen wiederzufinden. Ich habe nicht das Gefühl aus der Brandung flüchten zu müssen oder zu wollen. In den kurzen und längeren Wellen-Tälern spüre ich, dass auch dieser Sturm sich eines Tages legen wird. 

Ahoi 

*

Mittwoch, 1. Februar 2017

ein Schritt nach dem anderen

Zwei Uhr in der Nacht. Ich nahm mir eine Decke, machte eine Wärmflasche fertig und ich habe Sch*üßler Salze Magnesium als Getränk zubereitet. Nun gebe ich dem Magnesium etwas Zeit zu wirken. Es wäre gut später noch etwas zu schlafen. Um sechs Uhr geht der Wecker.  

Gemeinschaftlich haben wir zu viert (mein Vater, meine Schwester, ihr Mann und ich) an den letzten drei Tagen einen großen Teil der nächsten Schritte geplant. Mit manch großen Überlegungs-Schleifen viele Entscheidung getroffen und Termine festgelegt. 
Dies ist sehr fordernd und anstrengend, was alles besprochen und entschieden werden muss. Viele Gefühle und Wünsche kommen zu Tage. Verstreutes Wissen über das, was meine Mutter sich gewünscht hat oder sich wohl gewünscht hätte, wurde zusammengetragen. 

Mich beruhigt es, das seit gestern ... vorgestern... endgültig festgelegt ist, wo unsere Mutter in zwei oder drei Wochen zur letzten Ruhe kommt. Auch das ich gestern den Tag zu Hause blieb, war dringend not-wendig für meine körperliche und seelische Gesundheit. 
Heute (also nachher) und am Donnerstag bin ich unterwegs.

Vor der Trauerfeier fürchte ich mich ein wenig. Es wird wichtiger als sonst sein, dass ich am Donnerstag "bei mir" bleibe und für mich sorge. In solchen außerordentlichen Lebens-Situationen verliere ich mich leicht. Ich hatte früher gedacht, dass mich an diesem Tag eine meiner Freundinnen unterstützen wird. Meine Freundin B.H. hätte sich einen Tag freigenommen. 
Ich achte den Wunsch meiner Mutter, dass nur die allerengste Familie dabei sein soll.

Wie immer werde ich meine eigenen Wege finden, wie ich damit umgehen kann. Bei jedem Verlust eines Menschen in meinem Leben lerne ich und werde etwas weiser. 
Die tiefe Trauer und der Schmerz sind hingegen unverändert. 

**
Ich möchte mich ganz berührt bei all den Leserinnen bedanken, die mir auf verschiedenen Wegen ihr Beileid und ihr Mitgefühl ans Herz gelegt haben. Später werde ich eure Worte noch einmal achtsam und aufnahmefähiger lesen. 
Danke 
auch für die Kerze, die einige von euch angezündet haben. 
Eure Anteilnahme war und ist eine Wohltat für meine Seele. 

Ahoi

und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel  !