Dienstag, 26. Dezember 2017

fast geschafft

Am 24.12. war ich bei meinem Vater. Es war fast so wie jedes andere Treffen am Wochenende. Wir sahen dieses Mal in Etappen einen lustigen Spielfilm, der schon vor ewig langer Zeit auf eine Video-Cassette gebracht wurde. 

Gestern bin ich am Vormittag zu meiner Schwester auf´s Land gefahren. Einer meiner Neffen holte mich vom Bahnhofmit dem Auto ab. Zeitgleich wurde unser Vater von meinem Schwager und dem anderen Neffe von zu Hause abgeholt. 
Meine Schwester A. schwang derweil den Kochlöffel... :-) Sie kochte das Weihnachtsessen, dass unsere Mutter so viele Jahre vorher gekocht hat und das wir so gern essen. Sie hat das Essen wunderbar und lecker zubereitet. Der weihnachtliche Tannenbaum ist bei ihnen immer sehr schön. Später gab es Kuchen und selbst gebackene Kekse. Sogar die Kekse unserer Kindheit befanden sich auf dem Teller.
Und unser Vater hat den Tag gut durchgehalten und tatsächlich haben wir gelacht, erzählt und viel gegessen. ;-)

Im Garten bei meiner Schwester gibt es ein wildes Getummel an Vöglein. Das ist die wahre Freude. Kohl- und Blaumeisen, Spatzen und Amseln waren zu sehen. Es gibt auch ein mutiges Rotkehlchen, wie meine Schwester mir erzählte. Das kommt recht dicht an sie heran, wenn A. im Garten in den Beeten arbeitet. Als wenn es schauen wollte, was A. alles an Würmern und Insekten an die Oberfläche gräbt. Den Tisch für das Rotkehlchen quasi ganz frisch deckt. Es gab auch noch andere Vogelarten, aber ich habe die Namen gerade vergessen.
Was mir das für eine kindliche Freude macht, wenn ich die kleine Vögelchen durch die Bäume fliegen bzw. hüpfen sehe! Die sind so putzig und so klein. Wie sie sich geschickt das gute Vogelfutter aus den vielen Spendern überall im Garten aufpicken.

Gegen 19 Uhr war ich wieder in meiner Wohnung. Da hat es mich kurz gerissen. Das erste Weihnachten ohne unsere Mutter. Für unseren Vater das erste Weihnachten nach 50 Jahren ohne seine Frau. Diese Gedanken und das schmerzliche Vermissen schwingen mit in diesen Tagen.

Heute Nachmittag gehe ich zu einer Freundin, die hier um die Ecke wohnt. Auf einen Becher Tee und ein paar Kekse. Abends backe ich mir meine Lieblings-Pizza und schaue etwas fern. 
Dann ist dieser Dezember / dieses Weihnachten fast geschafft. 

1 Kommentar:

  1. Klingt schön wie ihr zusammen den Tag verbracht und mit Kindheitsessen eure Mutter innerlich daran teilnehmen lassen habt. Ist sicher nicht einfach und ich kann gut verstehen, dass da einige Gefühlswellen anbranden. Lass es dir gut gehen! Ab morgen ist ja fast schon wieder ein bisschen Alltag.

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